Zeit abgelaufen bei S04

Schalke stellt Wagner frei und tritt bei der Nachfolger-Suche auf die Bremse

Der FC Schalke 04 und Trainer David Wagner gehen nach dem 2. Bundesliga-Spieltag getrennte Wege. Die Suche nach einem Nachfolger hat begonnen.

Update, Montag, 8.20 Uhr: Schalkes Trainer David Wagner ist nicht mehr Trainer des FC Schalke 04. Sportvorstand Jochen Schneider teilte die Entscheidung des Vereins am Sonntagmorgen mit.

Gelsenkirchen - 18 Spiele in Folge ohne Sieg, ein Torverhältnis von 8:48 seit dem 18. Bundesliga-Spieltag in der vergangenen Saison und nun zwei mehr als deutliche Niederlagen zum Start in die neue Spielzeit 2020/21. Am Sonntag hat der FC Schalke 04 Trainer David Wagner frei gestellt.

NameDavid Wagner
FunktionTrainer FC Schalke 04
Geboren19. Oktober 1971, Geinsheim, Trebur
Größe1,80 Meter

Nach dem schlechtesten Saisonstart in der Liga-Historie hat der FC Schalke 04 Trainer David Wagner freigestellt. Das verkündete der Fußball-Bundesligist am Sonntagmorgen. Ein Nachfolger für den 48-Jährigen wurden noch nicht benannt. Als Kandidaten gelten der ehemalige Mainzer Sandro Schwarz, der frühere Augsburger Manuel Baum, der Ex-Stuttgarter Alexander Zorniger und die Schalker Spieler-Ikone Marc Wilmots.

Bei der Suche nach einem Nachfolger wolle der S04 nichts überstürzen, sagte Schneider. „Es geht nicht um den großen Namen. Es geht darum, welchen Trainer-Typen diese Mannschaft braucht. Darauf scannen wir die Kandidaten. Bei der Entscheidung steht Qualität vor Geschwindigkeit“, sagte der Sportvorstand der Bild.

„Wir alle hatten gehofft, dass wir die sportliche Wende zusammen mit David Wagner schaffen können. Leider haben die ersten beiden Spieltage der neuen Saison nicht die dafür notwendigen Leistungen und Resultate erbracht“, erklärte Sportvorstand Jochen Schneider: „Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Weg des personellen Neuanfangs zu gehen. Diese Entscheidung ist uns trotz der enttäuschenden Ergebnisse alles andere als leichtgefallen.“ Mit Wagner müssen auch seine Assistenten Christoph Bühler und Frank Fröhling gehen.

Wagner ist in der 58. Bundesliga-Saison erst der vierte Trainer nach Rinus Michels (Köln 1983), Morten Olsen (Köln 1995) und Dieter Hecking (Hannover 2009), der infolge des zweiten Spieltags gehen musste. Jörn Andersen musste den FSV Mainz 05 2009 schon vor dem ersten Spieltag verlassen. Wagner, der von 1995 bis 1997 Profi auf Schalke war, hatte noch einen Vertrag bis 2022. Noch nie in der Bundesliga-Geschichte war ein Team schlechter gestartet als Schalke nun mit null Punkten und 1:11 Toren aus zwei Spielen.

Mitte Januar hatten sie dem im Sommer geholten Trainer auf Schalke noch zugejubelt. Nach dem 2:0 zum Rückrunden-Auftakt gegen Gladbach war Schalke Fünfter - punktgleich mit Erzrivale Dortmund und drei Punkte hinter den zweitplatzierten Bayern. Wagner schien Schalke verstanden und wiederbelebt zu haben. Seitdem hat Schalke kein Spiel mehr gewonnen. Nach dem 0:8 zum Auftakt beim FC Bayern München war Sportchef Jochen Schneider schon von Wagner abgerückt und hatte keine Job-Garantie mehr gegeben. Direkt nach dem 1:3 gegen Bremen mit ebenfalls ernüchternder Leistung hatte Schneider nichts sagen wollen. Wagner musste spätestens da klar sein, was ihm blüht.

Sportvorstand Jochen Schneider hatte vor dem Spiel gegen Werder Bremen angekündigt, eine Leistungssteigerung von Schalke 04 sehen zu wollen. „Lassen Sie uns erstmal die 90 Minuten spielen und dann sehen wir weiter", so Schneider, der ein Bekenntnis zu Trainer David Wagner vermied. Am Samstagabend wandte sich der 50-Jährige vom Spielgeschehen ab und widmete sich seinem Smartphone.

David Wagner (Schalke) über eine mögliche Trainer-Entlassung und S04-Zukunft

Der aktuell gehandelte Hauptschuldige bei Schalke 04, Trainer David Wagner, gab sich auch nach der Niederlage gegen Werder Bremen kämpferisch. Insbesondere die erste Halbzeit sei enttäuschend gewesen, erläuterte Wagner am Sky-Mikrofon. „Die zweite Halbzeit war besser, da haben wir die Chancen zum 1:2 und 2:2.", so Wagner weiter.

Der Stuhl des Trainers wackelt gewaltig bei Schalke 04. Sportvorstand Jochen Schneider wollte sich am Samstagabend nicht mehr äußern. Eine Entscheidung dürfte wohl am Sonntag verkündet werden. „Jedes neue Spiel ist eine Möglichkeit. Wir können jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, wir müssen stehen", gab sich David Wagner kämpferisch.

David Wagner (Schalke) über eine mögliche Trainer-Entlassung und S04-Zukunft

Wagner weiß um das schnelllebige Geschäft Fußball. Mögliche Gedankengänge ob einer Trainer-Entlassung müsse der Verein führen. „Ich weiß, dass man im Leistungssport Resultate liefern muss und die liefern nicht. Das ist Fakt. Ich bin jetzt dabei, das Spiel zu verarbeiten. Dementsprechend erübrigt sich das, womit ich rechne", so Wagner.

Klar ist: Schalke 04 muss nach dem desaströsen Auftreten der Mannschaft, insbesondere nach der Spuckattacke von Ozan Kabak, Konsequenzen ziehen. „Es ist immer die Frage, bist du Teil der Lösung oder Teil des Problems. Ich bin der Überzeugung, ich kann Teil der Lösung sein“, so Wagner: „Wenn ich sehe, wie die Mannschaft im Training arbeitet und wie sie zusammenbleibt, dann gibt mir das Mut für den FC Schalke 04.“

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa/picture alliance

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