Eingetragener Verein

Profi-Ausgliederung auf Schalke - Jobst geht in die Offensive: „Es funktioniert nicht mehr, weil ...“

Die Ausgliederung der Profi-Abteilung bleibt Thema auf Schalke.  Alexander Jobst geht nun in die Offensive: Der Marketing-Vorstand wirbt für diesen Schritt.

  • Bei Schalke 04 steht weiterhin die Ausgliederung der Profi-Abteilung zur Diskussion.  
  • Clemens Tönnies rät Schalke nach seinem Aus zur Ausgliederung (Update vom 2. Juli, 8.43 Uhr).
  • Marketing-Vorstand Alexander Jobst wirbt nun auch offensiv für diesen Schritt (Update vom 18. August, 13.06 Uhr).

Update vom 18. August, 13.06 Uhr: Die Diskussionen, ob Schalke ein eingetragener Verein bleiben oder eine Ausgliederung der Profi-Abteilung anstreben sollte, sind bedingt durch das Coronavirus etwas ruhiger geworden. Die Verantwortlichen hielten sich diesbezüglich lange zurück - bis jetzt.

VereinFC Schalke 04
StadionVeltins Arena
Kapazität62.271 Plätze
TrainerDavid Wagner
SportvorstandJochen Schneider

Nun geht Alexander Jobst (46), Marketing-Vorstand der Schalker, in die Offensive und plädiert für eine neue Rechtsform bei den Königsblauen. Hält Schalk an den traditionellen Vereinsstrukturen fest, „können wir nicht mehr realistisch den Anspruch vertreten, weiterhin wirtschaftlich und sportlich zu den Top-15-Klubs in Europa oder dem besten Drittel in der Bundesliga zu gehören“, erklärte Jobst in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Schalke müsse sich zukunftsgerichteter aufstellen, so Jobst. „Wir können nicht mehr auf die Zukunft wetten. Und wieder auf eine Fremdfinanzierung hoffen, wenn der sportliche Erfolg dann ausbleibt. Das hat viele Jahre funktioniert. Es funktioniert aber jetzt nicht mehr, weil wir uns damit mehr und mehr strangulieren.“

Alexander Jobst, Vorstand Marketing FC Schalke 04, spricht bei einem Interview mit der dpa.

Jobst sehe nun die Aufgabe, „an einer einzigartigen, zukunftsfähigen Struktur zu arbeiten, die perfekt zu Schalke passt und alle Mitglieder überzeugt“, erklärte er.

Darüber müsse eine intensive Diskussion geführt werden. „Unsere Fans“, so Jobst, „wollen Schalke 04 in einer erfolgreichen sportlichen Zukunft mit internationaler Perspektive sehen. In der aktuellen Struktur wird das wirtschaftlich aber kaum mehr möglich sein.“ Klare Worte des Vorstandes.

Nach seinem Aus: Clemens Tönnies rät Schalke zur Ausgliederung der Profi-Abteilung

Update vom 2. Juli, 8.43 Uhr: Einen Tag nach seinem Rücktritt als Vorsitzender des Aufsichtsrates von Schalke 04 hat Clemens Tönnies (64) der Führung der kriselnden Königsblauen noch einmal dringend zur geplanten Ausgliederung der Profi-Abteilung geraten.

"Schalke 04 kommt für eine positive Zukunft an einer Ausgliederung nicht vorbei", sagte Tönnies am Mittwoch den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Clemens Tönnies rät Schalke zur Ausgliederung der Profi-Abteilung.

Viele Schalker Fans und Mitglieder sehen eine mögliche Abkehr vom eingetragenen Verein, die zur Lösung der Finanzprobleme der angeschlagenen Königsblauen beitragen soll, kritisch. Sie befürchten eine Übernahme durch Investoren.

Tönnies hatte vor seinem Rücktritt versichert, es könne nicht "gegen den Zeitgeist oder den Willen dieser Mitglieder" entschieden werden. Für eine entsprechende Satzungsänderung wäre eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig.

Zu seinem Abschied, den der milliardenschwere Fleischfabrikant nach großem Druck von außerhalb am Dienstag verkündet hatte, sagte Tönnies: "Ich gehe total ohne Groll. Ich habe die schönste Zeit meines Lebens mit Schalke 04 verbracht, ich hatte wegen Schalke 04 auch viele schlaflose Nächte. Aber ich möchte keinen Tag in all den Jahren missen."

Ausgliederung der Profi-Abteilung auf Schalke? Schneider: "Unser Bestreben muss es sein, …"

Update vom 24. Mai, 14.30 Uhr: Die mögliche Ausgliederung der Profi-Abteilung des FC Schalke 04 bleibt ein Thema. Wird dadurch die Tradition des Vereins geopfert?

"Nein, die Tradition muss niemand opfern, die gehört zu 100 Prozent zu unserem Verein", erklärte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider (49) am Rande des Heimspiels gegen den FC Augsburg bei DAZN.

Man müsse das Ganze differenziert betrachten, so Schneider: "Wir müssen gucken, wie wir den Verein durch die Corona-Krise steuern. Das andere ist die mittel- und langfristige Betrachtungsweise: Wie machen wir Schalke zukunftssicher? Was sind in dem gegebenen Wettbewerbsumfeld die besten Voraussetzungen?"

Diese Diskussion müssten sie auf Schalke nun intern führen, so der Sportchef: "Wir sind hier als Manager angestellt und nicht als Verwalter. Unser Bestreben muss es sein, Schalke in die bestmögliche Zukunft zu führen."

Und um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, sehen die Klub-Bosse offenbar die Profi-Ausgliederung und die damit verbundene Öffnung für Investoren als besten Weg.  

Ausgliederung der Profi-Abteilung? Schalkes Sportvorstand Schneider über "zwei Betrachtungsweisen"

Update vom 19. Mai, 11.18 Uhr: Die Liste, die die Chefetage von Schalke 04 in den kommenden Wochen abarbeiten muss, ist lang. Kaderplanung für die kommende Saison, möglicher Verkauf von den zahlreichen Leihspielern und das Bewältigen der unangenehmen Coronavirus-Krise. Ganz oben jedoch steht wohl aktuell ein Thema, das in Diskussionsrunden für reichlich Zündstoff sorgt: Die Ausgliederung der Profi-Abteilung des noch immer eingetragenen Vereins Schalke 04.

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider spricht über eine mögliche Ausgliederung der Profi-Abteilung.

Für Sportvorstand Jochen Schneider nicht ohne Grund, wäre eben jene doch aus zwei Gründen sinnvoll. "Es geht um zwei Betrachtungsweisen. Die eine ist kurzfristiger Natur, wie wir Schalke 04 durch die Corona-Krise mit all ihren Konsequenzen steuern. Und darüber hinaus gibt es eine mittel- bis langfristige Perspektive", so Schneider gegenüber der Bild.

Schalke 04 Ausgliederung: Jochen Schneiders "zwei Betrachtungsweisen"

Besonders kurzfristig sind die Auswirkungen der Coronavirus-Krise bereits jetzt spürbar bei Königsblau. Jonjoe Kenny und Jean-Clair Todibo werden den Verein wegen fehlender finanzieller Mittel im Sommer verlassen müssen. Adäquaten Ersatz zu finden gilt derzeit wohl als nicht umsetzbar, eine große Shoppingtour, um den Kader aufzurüsten, zudem als ausgeschlossen. Langfristig könnte Schalke 04 an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, verzichtet der Traditionsklubs, anders als die Konkurrenz, weiter auf Einnahmen von Investoren.

"Wir sind als Manager angetreten, nicht als Verwalter", so Schneider, der anfügte: "Deshalb ist es die Verpflichtung des Vorstandes, sich Gedanken darüber zu machen, wie die bestmögliche Lösung für Schalke im bestehenden Wettbewerb aussieht." Ein Alleingang der Schalker Führungsetage steht jedoch nicht bevor. Für eine mögliche Ausgliederung benötigt es 75 Prozent der Stimmen auf der nächsten Mitgliederversammlung. Das weiß auch Schneider: "Wir müssen verschiedene Modelle diskutieren und am Ende des Tages dem Souverän der Mitgliederversammlung einen Vorschlag unterbreiten."

Ausgliederung bei Schalke 04? Eurofighter Thon reagiert auf Aussagen von Tönnies

Update vom 18. Mai, 10.43 Uhr: Von der Chefetage wurde das Thema in den vergangenen Wochen angestoßen. So deutlich wie Schalkes Ausichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies sprach allerdings bislang niemand über das Thema Ausgliederung. Tönnies Aussagen ließen tief blicken. Ginge es nach dem 63-Jährigen, so müsste zumindest darüber diskutiert werden, den Weg frei für Investoren zu machen. Klub-Legende Olaf Thon hat in seiner Kolumne für den Kicker dazu Stellung genommen.

"Mangelt es an sportlichem Erfolg, keimt auf Schalke traditionell die Diskussion um eine Ausgliederung auf", spielt der Schalker Eurofighter von 1997 auf den misslungenen Bundesliga-Neustart der Knappen an. 0:4 gegen zu starke Dortmunder, zudem das Abrutschen auf Platz acht der Liga. Schalke 04 droht nicht nur das Mittelmaß, sondern gar das Verpassen für den europäischen Wettbewerb - und dazu wichtige Einnahmen im Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Schalke-Legende Olaf Thon hat zum Thema Ausgliederung Stellung bezogen.

Olaf Thon weiß, wie der Traditionsklub aus dem Ruhrgebiet funktioniert. Aus der Knappenschmiede schaffte er den Sprung zu den Profis und stand dort 14 Jahre lang für Schalke 04 auf dem Rasen. Die Fans von Königsblau sind stolz darauf, noch immer ein eingetragener Verein zu sein, betont Thon. Dennoch ist er der Meinung, "dass immer alles auf den Tisch gehört". So auch das Thema Ausgliederung. Denn sonst droht den Schalkern möglicherweise der freie Fall - nicht nur in der aktuellen Saison, wie WA-Redakteur Marcel Guboff kommentiert.

Ausgliederung bei Schalke 04: Klub-Boss Clemens Tönnies mit klarer Meinung

Update vom 16. Mai, 17.50 Uhr: Schalke 04 unterliegt im Derby gegen den BVB nach der Coronavirus-Pause deutlich mit 0:4. Der qualitative Unterschied zwischen beiden Teams war enorm. Langfristig will S04 die sportliche Wettbewerbsfähigkeit sichern. Mehr denn je spielt das Thema Ausgliederung in Zeiten der Coronavirus-Krise eine Rolle. Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies hat bei Sky dazu Stellung genommen - und tief blicken lassen.

"Wir diskutieren schon seit Jahren darüber, ob wir nachhaltig ein traditioneller Fußball-Verein bleiben können mit allen Vor-, aber auch mit allen Nachteilen", so Tönnies. Marketingvorstand Alexander Jobst hatte zwar betont, die aktuelle Corona-Krise stünde nicht in Verbindung mit einer möglichen Ausgliederung. Für Tönnies allerdings müsse besonders jetzt zumindest über diese Möglichkeit diskutiert werden.

Schalke 04: Clemens Tönnies erwägt Ausgliederung und hofft auf Mitglieder

"Ziel ist es, alle dafür mitzunehmen. Wir haben eine Schar von Mitgliedern, die muss man mitnehmen. Das ist Arbeit, die wir vor uns haben. Das zu diskutieren und dann miteinander zu entscheiden", so Tönnies. Die Tendenz in der Schalker Chefetage ist eindeutig. Um diesen Weg einzuschlagen, benötigt es allerdings mindestens eine Zustimmung von 75 Prozent auf der nächsten Mitgliederversammlung. Erfolgt die Ausgliederung gar per Mausklick?

Das Thema 'Ausgliederung' ist beim königsblauen Anhang zumindest umstritten. Tönnies und Co. steht viel Überzeugungsarbeit bevor, um beim eingetragenen Verein Schalke 04 den Weg frei für Investoren zu machen. "Ich sehe es als Aufgabe des Aufsichtsrates, dieses Thema anzustoßen. Die Mitglieder werden das entscheiden", so Tönnies über die langfristig wohl unausweichliche Maßnahme. Wann diese jedoch eingeleitet würde, steht noch aus. "Es ist verfrüht, irgendeinen Zeitraum dafür zu nennen", sagte der S04-Boss.

Schalke: Diskussion über Ausgliederung der Profis - Das sagen Peters und Heidel

Update vom 21. April, 11.32 Uhr: Auf Schalke ist die finanzielle Situation aufgrund der Coronavirus-Folgen bedrohlich. Was für Christian Heidel (56) nachvollziehbar ist. "Wir reden hier nicht über eine kleine Delle, wir reden darüber, dass einem Fußballverein Einnahmen in einer Größenordnung von 15 bis 25 Millionen wegfallen", sagte der Ex-Sportvorstand der Königsblauen im Interview mit Spox. "Ich möchte den erleben, der in seinen Planungsrechnungen einen Puffer von 15 bis 25 Millionen Euro einplant."

Dass Schalke als großer Klub aktuell ein größeres Problem habe als andere Bundesligisten, hat laut Heidel auch mit der Struktur als eingetragener Verein zu tun. Andere Klubs hätten im Gegensatz zu Schalke bereits Anteile verkauft und so mehr Eigenkapital. "Ob das der bessere Weg ist, weiß ich nicht. Es ist auf jeden Fall der einfachere", sagte Heidel, der von 2016 bis 2019 auf Schalke gearbeitet hatte.

Weiter meinte er: "Wenn man aber 100 Prozent seiner Anteile hat und einem irgendwann einmal Stadion und Klubgelände gehören, ist das vielleicht der bessere Weg. Ob das aufgrund des Wettbewerbes auf Dauer durchzuhalten ist, wird sich zeigen." Auch angesichts der aktuellen Lage gibt es bei den Königsblauen eine Debatte darüber, die Profi-Abteilung aus dem Gesamtverein auszugliedern.

Diskussion über Ausgliederung: Das sagt Schalkes Finanz-Boss Peters

Update vom 14. April, 19.36 Uhr: Denkt Schalke 04 in Zeiten der Coronavirus-Krise tatsächlich darüber nach, die Profi-Abteilung auszugliedern und somit den Weg für Investoren frei zu machen? Schalkes Finanz-Vorstand Peter Peters erklärte in einer Frage-Runde auf dem Facebook-Kanal des Klubs, dass diese Diskussion von außerhalb geführt werde.

"Meine Sätze sind immer noch die gleichen, die ich auch unabhängig von der Coronavirus-Krise gesagt habe: Schalke 04 hat die Rechtsform des eingetragenen Vereins", führte der 57-Jährige aus: "Wenn ich die Finanzierung eines Fußball-Klubs sehe, sehe ich zwei große Wege. Der eine Weg ist das Fremd-Kapital, was Schalke 04 gemacht hat. Wenn wir ein Stadion gebaut haben, sind wir zur Bank gelaufen und haben einen Kredit geholt. Wenn wir in der Krise sind, laufen wir zur Bank und fragen nach einem neuen Kredit."

Die Eigenkapital-Finanzierung habe ein eingetragener Verein wie der FC Schalke 04 eben nicht: "Viele Menschen beschäftigen sich jetzt damit, ob es tatsächlich Sinn ergibt, diesen Weg der Eigenkapital-Finanzierung vollständig auszuschließen. Wir machen uns auch Gedanken, diese Gedanken habe ich persönlich noch nicht vollständig abgeschlossen. Insofern werden wir das mit den zuständigen Gremien zu erörtern haben."

Peters betonte, "dass wir die Aufgabe haben, diesen Verein durch die Krise zu führen. Aber wir haben ach die Aufgabe, diesen Verein danach wieder erfolgreich zu gestalten. Was sind die modernen Strukturen? Was ist gut, was ist falsch? Schalke ist ein lebendiger Verein, der die Größe und Stärke hat, das zu diskutieren."

Gänzlich ausschließen wollte Peters dieses Szenario demnach nicht.

Schalke denkt über Ausgliederung der Profi-Abteilung nach - Vor- und Nachteile dieser umstrittenen Reform

[Erstmeldung vom 11. April] Gelsenkirchen - Die aktuelle Corona-Pandemie setzt dem FC Schalke 04 gewaltig zu, besonders aus finanzieller Sicht. Der Klub ist auf die Fortsetzung der Bundesliga-Saison und den damit einhergehenden TV-Einnahmen angewiesen. Andernfalls sei die Situation "potenziell existenzbedrohend", wie sich der Klub zuletzt äußerte.

Nach Informationen der Bild denke die S04-Chefetage deshalb über eine Ausgliederung der Profi-Abteilung nach, bezeichne diese auf lange Sicht gar als unabdingbar. Zwar betonte S04-Marketingchef Alexander Jobst in einem Live-Chat auf Facebook, es gäbe keinen "kausalen Zusammenhang einer Ausgliederung mit dem jetzigen Liquiditätsengpass des FC Schalke 04". Dennoch sei es die Pflicht des Vorstand, Schalke 04 wettbewerbsfähig aufzustellen.

Schalke 04: Ausgliederung der Profi-Abteilung? Vor- und Nachteile

Unter den Mitgliedern und Fans von S04 ist die Ausgliederung der Profi-Abteilung eine umstrittene Reform der Strukturen. Vielmehr noch zeichnet es den Arbeiterklub aus dem Ruhrgebiet aus, neben Freiburg, Mainz, Düsseldorf und Union Berlin, zu einem von nur noch fünf Vereinen in Deutschlands höchsten Spielklasse zu gehören, die für ihre Lizenzspielerabteilung die Rechtsform des eingetragenen Vereins beibehalten.

Doch wie funktioniert die heiß diskutierte Ausgliederung überhaupt? Und welche Vorteile könnte Schalke 04 daraus ziehen? Die Ausgliederung wandelt einen eingetragenen Verein (e.V.) in eine Kapitalgesellschaft um. Das kann beispielsweise eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Aktiengesellschaft (AG) sein, Mischformen sind ebenfalls denkbar.

Ausgliederung: Mehrheit von 75 Prozent muss erzielt werden

Da es sich bei einer Ausgliederung um eine Satzungsänderung handelt, dürfen die Mitglieder darüber entscheiden. Eine Mehrheit von 75 Prozent muss auf der Mitgliederversammlung erzielt werden. Ist das geschafft, können anschließend externe Investoren Anteile an der neu-gegründeten Kapitalgesellschaft erwerben. Bedeutet: Der FC Schalke 04 würde finanziell entlastet - und könnte mehr denn je in die Zukunft investieren.

Denn: Der S04 sitzt nach wie vor auf 197 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Vielversprechende Talente und Schlüsselspieler verlassen regelmäßig Gelsenkirchen. Oft aufgrund der sportlichen Perspektive, manchmal aus finanziellen Gründen. Ob Geld in der heutigen Zeit Tore schießt, sei dahin gestellt. Klar ist jedoch: Das Geld der Investoren würde es Schalke 04 um einiges einfacher machen, sich langfristig in der oberen Tabellen-Region festzusetzen. 

Die Folgen einer regelmäßigen Teilnahme an der UEFA Champions League und das steigende internationale Ansehen sind bekannt.

Schalke 04 und die Ausgliederung: Negativbeispiel 1860 München

Dass eine Ausgliederung der Profi-Abteilung nicht immer von Erfolg gekrönt ist, zeigt das Beispiel des ehemaligen Bundesligisten 1860 München. Seit der Strukturreform im Jahr 2002 ging es steil bergab für die Münchner, die in der 3. Liga immer wieder am Rande des sportlichen und finanziellen Abgrunds stehen.

Vor- und Nachteile abzuwägen ist hier der Schlüssel. Denn eine Ausgliederung hat zugleich eine Entmachtung der Mitglieder zur Folge. Zwar wird die Mehrheit aufgrund der 50+1-Regel in Deutschland immer beim Verein liegen, jedoch wird dessen Stimme durch den Einfluss der Investoren reduziert.

Unruhen im Verein könnten Vorprogrammiert sein, die Abhängigkeit von Investoren ebenso. Stellt sich nun die Frage: Ist die Klubführung des FC Schalke 04 in der Lage, guten von schlechten Investoren bei einer möglichen Ausgliederung zu unterscheiden?

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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