Mitgliederversammlung am Sonntag

Schalke 04: Aufsichtsratskandidat im Interview über Ausgliederung und Abstieg

Am Sonntag findet beim FC Schalke 04 die Mitgliederversammlung statt. Es wird ein neuer Aufsichtsrat gewählt. Ein Kandidat sprach nun über Ausgliederung und Co.

Hamm - Aus zehn mach fünf für elf: Am Sonntag wird ab 9.04 Uhr in einer virtuellen Mitgliederversammlung per Online-Voting der neue Aufsichtsrat des FC Schalke 04 gewählt. Zehn Kandidaten hoffen auf einen der fünf freien Plätze und wollen in dem Gremium mit insgesamt elf Mitgliedern ihren Teil dazu beitragen, dass es mit dem dramatisch abgestürzten Traditionsverein wieder aufwärts geht.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Arena/StadionVeltins Arena
OrtGelsenkirchen

Schalke 04: Aufsichtsratskandidat spricht im Interview über Ausgliederung

Einer der Kandidaten, der einen Sitz im Schalker Aufsichtsrat haben möchte, ist der Hammer Heinz-Jürgen Kallerhoff. Der 66-Jährige, der seit klein auf Fan der Königsblauen ist, über die vielen Sorgen, aber auch über die Möglichkeiten seines Herzensvereins gesprochen.

Herr Kallerhoff, was kann ein einzelnes Aufsichtsratsmitglied bewirken, damit Schalke wieder auf der Erfolgswelle reiten kann?
Die Rollenverteilung ist klar. Der Aufsichtsrat kontrolliert, der Vorstand setzt um. Beide Gremien stehen im engen Dialog und verantworten die Strategie. Beispielhaft vereinbart der Aufsichtsrat mit dem Sportvorstand ein nachhaltiges sportliches Konzept und überwacht die Umsetzung. In der Kabine hat ein Aufsichtsrat nichts zu suchen. Mir ist wichtig, dass Aufsichtsrat und Vorstand die Herausforderungen gemeinsam stemmen und mit einer Stimme sprechen. Aus meiner langjährigen beruflichen Erfahrung als Vorstand und Aufsichtsrat in Konzernen und mittelständischen Unternehmen weiß ich um die Bedeutung dieses Punktes.

Schalke 04: Aufsichtsratskandidat Heinz-Jürgen Kallerhoff über Ausgliederung bei S04

Die Mitglieder und auch die Fanszene sind in einem Thema sehr zerstritten: Ausgliederung der Profi-Abteilung oder ein eingetragener Verein bleiben. Wie wichtig ist es für den Verein, diese Problematik anzugehen?
Diese Frage polarisiert extrem. Ich verstehe die Sorgen vieler Schalker mit Blick auf mögliche Entscheidungen. Ich bin ergebnisoffen und sympathisiere für die Rechtsform eines Vereines. Dieser muss aber auch Zukunft haben. Was ich auf jeden Fall möchte, ist der Beginn des Dialoges auf Basis von Modellen, die zu unseren besonderen Werten passen. Eine klassische Aktiengesellschaft scheidet meiner Meinung nach genauso aus wie ein Scheich, der um die Ecke kommt. Ich möchte eine Entscheidung herbeiführen, und dann ist dieses emotionale Thema auch mal vom Tisch, und wir tragen gemeinsam die Folgen. Sich nicht mit dieser elementaren Zukunftsfrage zu beschäftigen, halte ich persönlich für verantwortungslos und fahrlässig.
Heinz-Jürgen Kallerhoff will in den Schalker Aufsichtsrat.

Schalke 04: Aufsichtsratskandidat Heinz-Jürgen Kallerhoff - So kann es aufwärts gehen

Was muss Ihrer Meinung nach geschehen, damit es mit dem FC Schalke 04 Schalke aufwärts geht und sich der sportliche Erfolg wieder einstellt?
Wir haben da wirklich mehrere Baustellen. Ich nehme mal eine heraus, die der Kern ist: das Thema Fußball. Die Automobil-Industrie produziert Autos, wir produzieren Fußball. Da hängen alle Finanzen dran, die Sponsoren. Wenn das Kernprodukt Fußball nicht stimmt, dann hat man in der Folge natürlich überall nur Probleme. Und das stimmt halt bei uns nicht. Wir sind mit einer verheerenden Punktebilanz abgestiegen. Wir brauchen jetzt wieder sportlichen Erfolg. Es muss nicht das erste Jahr sein. Aber du musst innerhalb von zwei, drei Jahren wieder hoch. Das schafft man nur mit einer Mannschaft, die zu den Werten von Schalke passt. Was sind die Werte? Kampfstärke, Charakterstärke, Leidenschaft, Spieler, die sich mit dem Verein und der Gegend identifizieren, die rennen, die laufen, die den Rasen umpflügen. Das ist die Mentalität von Schalke. Du brauchst ein sportliches Konzept mit einer Spielidee und den dazu passenden Spielern. Das muss man dann auch mal über Jahre durchziehen und nicht bei jedem Trainer – und wir hatten Trainerwechsel wie am Fließband – wieder in Frage stellen. Und man braucht Typen. In der 2. Liga wird nicht mit der Pinzette gekämpft, da geht es schon zur Sache.

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