S04-Abstieg

„Tschüss Bundesliga“: Auch die Rückkehrer werden Schalke 04 nicht retten - Kommentar

Der FC Schalke 04 taumelt dem Abstieg entgegen. Der Gang in die 2. Liga ist unvermeidbar. Auch die Rückkehrer können S04 nicht mehr retten. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen - Wieder einmal geht der FC Schalke 04 in ein Duell gegen einen direkten Konkurrenten um den Nicht-Abstieg. Wie auch schon im Dezember gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld verliert der S04-Kader in der heimischen Veltins Arena. Nach der Pleite gegen den 1. FC Köln können sich die „Knappen“ nicht viel vorwerfen lassen. Doch ist vielleicht genau das das Problem. Auch die Rückkehrer Sead Kolasinac und Klaas-Jan Huntelaar können diese Mannschaft nicht mehr vor dem Abstieg retten. Ein Kommentar.

VereinFC Schalke 04
CheftrainerChristian Gross
StadionVeltins Arena (Gelsenkirchen)
Plätze62.271

Schalke: Abstieg in die 2. Liga auch mit Rückkehrern unvermeidbar - Kommentar

63 Prozent Ballbesitz, eine Passquote von 84 Prozent und mehr Zweikämpfe gewonnen als der Gegner. Der Mittwochabend zeigte: Der FC Schalke 04 hat sich seinem Schicksal noch nicht ergeben. Trotz des Rückstands kam die Elf von Cheftrainer Christian Gross ins Spiel zurück dank des fünften Treffers im dritten Spiel in Folge von Matthew Hoppe. Der Kehrseite der Medaille: Der 1. FC Köln hörte nach der eigenen Führung auf, Fußball zu spielen.

Besonders in der zweiten Halbzeit bewiesen die Kölner, weshalb sie zusammen mit Königsblau dort unten in der Tabelle stehen. Für den neutralen Beobachter war das Westduell in der Bundesliga eines zum Vergessen mit maximal Zweitliganiveau. Die Angst vor dem Verlieren lähmt bekanntlich Kopf und Beine. Das Ergebnis ist ein Grottenkick zweier Teams, die sich auf dem rutschigen Geläuf in der Veltins Arena auf Augenhöhe begegnen.

Schalke: „Tschüss Bundesliga“ - Fans verabschieden sich bereits von der Erstklassigkeit

Die Schalker Fans jedoch fiebern bis zum bitteren Ende mit mit ihrem Herzensverein. Dann kommt Jan Thielmann und besiegelt in der dritten Minute der Nachspielzeit das Schicksal des (Noch-) Bundesligisten. „Tschüss Bundesliga. War manchmal schön mit dir. Die letzten Jahre aber eh nur zum Kotzen“, verabschiedet sich bereits ein Fan auf Twitter von der Erstklassigkeit. „Ich bin mit Schalke in der Bundesliga aufgewachsen. Von Kleinauf auf jedes Wochenende gefreut. Mein Herz ist gebrochen“, schreibt ein Anderer.

Der FC Schalke 04 beendet die Hinrunde 2020/21 mit gerade einmal sieben Punkten und einem katastrophalen Torverhältnis von 14:44. Mit Hertha BSC (2009/2010), FC Saarbrücken (1963/64), Tasmania Berlin (1965/66) und dem 1. FC Köln (2017/18) schnitten nur vier Teams in der Liga-Historie schlechter ab nach 17 Spielen.

Schalke: Hammerprogramm gibt keinen Grund zur Hoffnung - S04 im Tal der Tränen

Die logische Konsequenz: Alle vier Vereine stiegen am Ende der Saison ab. S04 müsste in den kommenden Wochen eine beispiellose Serie starten. Zumal der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits mindestens sieben Punkte beträgt. Die kommenden Gegner in der Bundesliga: FC Bayern, Werder Bremen, RB Leipzig, Union Berlin und Borussia Dortmund.

Klaas-Jan Huntelaar schaute sich das Spiel verletzungsbedingt auf der Tribüne an.

Auch der größte Fußballromantiker und Schalke-Optimist wird sich wohl eingestehen, dass Königsblau in den kommenden fünf Duellen im absoluten Optimalfall vier weitere Zähler sammelt. Weil die Moral in der Schalker Kabine spätestens seit Mittwochabend gebrochen sein dürfte. Weil die Rückkehrer Sead Kolasinac und Klaas-Jan Huntelaar nicht im Alleingang aus dem Keller schießen können und werden.

Schalke: Im Kader mangelt es an allen Ecken und Enden - Finanzielles Fiasko droht

Beim FC Schalke 04 fehlt es nicht erst seit Saisonbeginn an allen Ecken und Enden. So lautete gegen schwache Kölner wohl das Motto: Gebt Amine Harit den Ball, der weiß zumindest etwas mit dem Spielgerät anzufangen. So bereits geschehen beim 4:0-Erfolg über die TSG Hoffenheim. Doch Amine Harit und drei weitere bundesligataugliche Spieler genügen nicht.

Der FC Schalke 04 wäre gut beraten, bereits intensiv für die 2. Liga zu planen. Es droht ein finanzielles Fiasko, zumal der Vertrag mit einem Sponsor keine Gültigkeit für Zweitligafußball besitzt. Dabei geht es gar um eine zweistellige Millionensumme. Doch vielleicht ist der wohl besiegelte Abstieg ein guter Grund, beim Traditionsverein einmal ordentlich durchzuwischen.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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