Keine Alibis nach Frankfurt-Pleite

Ungenügend! Schalke nach spielerischem Offenbarungseid in Erklärungsnot

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Nur Eintracht-Coahc Niko Kovac hatte gut Lachen: Schalke kassierte gegen Frankfurt bereits die neunte Niederlage in dieser Saison.

Gelsenkirchen - Bei Schalke 04 sitzt der Frust und die Enttäuschung nach der Pleite gegen Eintracht Frankfurt tief. Spielerisch ist die Vorstellung einmal mehr ungenügend. Keiner kann erklären, warum.

Christian Heidel benötigte eine Weile, um das Geschehene zu verdauen. Eine knappe Stunde musste sich der Manager von Schalke 04 entgegen seiner üblichen Gewohnheiten zunächst sammeln. „Die Enttäuschung sitzt tief“, sagte der 53-Jährige sichtlich mitgenommen.

Nach der 0:1-Pleite der Königsblauen gegen Eintracht Frankfurt und der einmal mehr indiskutablen Leistung zog sich der Sportvorstand erst einmal im Ärztezimmer zurück. „Er musste aber nicht tätig werden, das ist das einzig erfreuliche heute“, sagte er mit einer Portion Galgenhumor.

Auch wenn Heidels Zustand keiner fachlichen Untersuchung bedurfte, benötigt das Schalker Spiel beinahe eine Not-Operation, um Schlimmeres zu vermeiden. „Wir sind vollkommen hinter den Erwartungen zurück und befinden uns in einer bedrohlichen Situation“, warnte Kapitän Benedikt Höwedes. Neun Niederlagen nach 18 Spieltagen kassierten die Königsblauen zuletzt in der Saison 1993/94 – als sie am Ende nur um einen Punkt den Abstieg vermieden.

Rückwärtsgang statt Aufholjagd

So weit sind sie noch nicht, aber statt die Aufholjagd auf Platz sechs zu starten, legte das Team von Trainer Markus Weinzierl erst einmal den Rückwärtsgang ein. In einer Art und Weise, „die uns nachdenklich macht“, erklärte Heidel.

Schalke 04 ließ gegen die Hessen wie schon eine Woche zuvor beim glücklichen Last-Minute-Sieg gegen Ingolstadt spielerisch alles vermissen. Eine ideenlose, fast schon armselige Offensiv-Vorstellung. Nur lange Bälle. Kaum Selbstvertrauen. „Wir haben es anders besprochen“, sagte Weinzierl: „Uns hat der Mut gefehlt, auf diesem schwer zu bespielenden Platz flach zu spielen.“ Donis Avdijaj gab der Schalker Vorstellung via Instagram die Note „ungenügend“.

Sorry ! Ungenügende Leistung von uns .

Ein von Donis Avdijaj (@donisavdijaj10) gepostetes Foto am

Ein alarmierendes Zeichen. Immerhin wollten die Profis das Geläuf nicht als Ausrede gelten lassen. "Wir sehen hier zurzeit unattraktiven Fußball, weil man auf diesem Rasen keinen Fußball spielen kann. Aber ich kriege das Kotzen, wenn man alles nur auf solche Dinge schiebt", meinte Höwedes.

"Es ist unsere Schuld"

Ähnliches galt für das Foul an Naldo vor dem Treffer von Frankfurts Alex Meier (33.). „Wir müssen nicht über die Fehler des Schiedsrichters sprechen, es ist unsere Schuld“, sagte Naldo. Derartige Alibis wären bei Heidel ohnehin abgeprallt: "Wenn man sieht, wer auf dem Platz gestanden hat, ist es sicher eine Mannschaft, die viel besser Fußball spielen kann und auch muss. Die Nebengeräusche interessieren mich nicht.“

Zum Verzweifeln! Bilder von Schalkes Pleite gegen Frankfurt

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Manager nicht einmal die Statistik angeschaut – weil er wusste, dass diese nicht gut aussehen konnte. Allein die Passquote von mageren 64 Prozent gab ihm Recht. Mit solchen Werten verbietet es sich, über Europa zu reden. „Wir wollen uns nicht lächerlich machen“, so Heidel. Höwedes merkte an: „An Europa zu denken macht mehr Sinn, wenn wir im DFB-Pokal weit kommen. In der Liga wird es jetzt wirklich schwierig, da noch dran zu kommen.“

Gegen Bayern muss eine Steigerung her

Die Frage zu klären, warum den Schalkern die spielerischen Mittel fehlten, werde „die spannende Aufgabe dieser Woche sein“, wie es der Sportvorstand formulierte. Die Antwort muss zügig her, geht es für die Königsblauen am Samstag zum Liga-Primus FC Bayern.

„Wir sind in einer so bedrohlichen Situation, dass wir versuchen müssen, überall Punkte mitzunehmen. Nach oben hin haben wir nicht besonders viel Anschluss. Deshalb müssen wir Punkte sammeln, damit wir da unten nicht richtig hinein geraten“, mahnte Höwedes, während es für Weinzierl darum gehe, „an die gute Phase aus der Hinrunde anzuknüpfen“. So oder so muss eine Steigerung her, Andernfalls droht Schalke in München ein Desaster.

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Quelle: wa.de

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