Schalkes Publikumsliebling

Wehmut und ein Hauch von Groll bei Huntelaar

Klaas-Jan Huntelaar wird Schalke 04 im Sommer nach sieben Jahren verlassen.
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Klaas-Jan Huntelaar wird Schalke 04 im Sommer nach sieben Jahren verlassen.

Gelsenkirchen - Klaas-Jan Huntelaar befindet sich auf Schalke auf Abschiedstour. Nach seinem Tor gegen Leipzig kommt Wehmut auf. Eine Aussage gegen Trainer und Manager lässt Interpretationsspielraum.

Seine Stimme war ruhig. Seine Ausführungen ungewohnt kurz und bündig. Nein, so klingt niemand, der seinem Team zuvor mit einem Tor einen Punkt gegen den Liga-Zweiten RB Leipzig bescherte. Doch Klaas-Jan Huntelaar trat nach dem Remis von Schalke 04 genau so auf.

Natürlich, versicherte der Stürmer, freute er sich, mal wieder von Anfang an auf dem Platz zu stehen. Zuletzt war das schließlich am 4. Spieltag gegen den 1. FC Köln (1:3) der Fall. Torschütze damals: Huntelaar. „Es gibt niemanden auf Schalke, der sich nicht für ihn freut“, meinte Manager Christian Heidel: „Bei Schalke 04 ist keiner so abschlusssicher wie Klaas-Jan Huntelaar. Das hat er unter Beweis gestellt.“

Worin auch der Punkt liegt, warum dem Niederländer nicht zu Jubelsprüngen zumute war: Er durfte dies zuletzt viel zu selten tun. Dabei ist Huntelaar niemand, der sich „nur“ als Joker sieht. Auch nicht mit 33 Jahren. Das entspricht nicht seinem Naturell. „Natürlich bin ich immer noch ehrgeizig“, sagte er: „Das werde ich auch so lange bleiben, bis ich unter der Erde bin. Ich bin fit und will so lange wie möglich spielen.“

Abschied im Sommer steht fest

In der nächsten Saison wird er das gewiss tun – nur nicht auf Schalke. Der Stürmer kündigte bereits seinen Abschied für den Sommer an. Über sein Ziel ist noch nichts bekannt, aber eines steht fest: Die Königsblauen werden ihren Publikumsliebling schmerzlich vermissen. Wenn die Anhänger seinen Namen brüllen, steigt der Lärm-Pegel in der Arena noch einmal um einige Dezibel an. Wie nach seinem Tor gegen Leipzig, seinem 82. in der Bundesliga insgesamt. Eine Tatsache, die beim „Hunter“ offenbar so langsam Wehmut aufkommen lässt.

Jubel bei Königsblau: Punktgewinn gegen harmlose Bullen

Denn der Niederländer hat Schalke im Herzen. „Ich habe hier sieben schöne Jahre gehabt und für diesen Verein gearbeitet“, sagte Huntelaar: „Das will ich auch gut abschließen.“ Im Idealfall steht er dabei möglichst oft auf dem Platz. Doch selbst wenn nicht, ist der Niederländer wichtig für das Team. „Es ist keine einfache Situation für ihn, aber er ist mit seinem Engagement und Willen immer vorangegangen“, lobte Kapitän Benedikt Höwedes.

Huntelaars Ehrgeiz ungebrochen

Das Reservisten-Dasein lässt sich allerdings nicht mit dem Ehrgeiz eines Huntelaar vereinbaren. Unter Trainer Markus Weinzierl kam er genau über diese Rolle kaum hinaus. Der Chefcoach setzt eher auf arbeitende, spielende Angreifer. Der „Hunter“ wurde endgültig zum Auslaufmodell.

Dabei hatte er sich vor der Saison nach einem schwierigen Jahr bewusst dazu entschieden, auf Schalke zu bleiben – auch wegen Weinzierl. „Er hatte mich während meines Urlaubes angerufen und mir erklärt, was er von mir verlangt und gesagt, dass ich in seinen Planungen eine wichtige Rolle spiele", hatte Huntelaar damals erklärt.

Nach dem Remis gegen Leipzig räumte er ein, dass er sich das ganz anders vorgestellt hatte – vor allem nach Gesprächen mit Weinzierl und Heidel. „Damals“, so der 33-Jährige, „konnte ich das nachvollziehen, darum bin ich auch geblieben.“ Soll heißen: Trainer und Manager versprachen, mehr auf seine Dienste zu setzen. Stattdessen wurde er nach den fünf Auftakt-Niederlagen zum Symbol des Misserfolgs und fand sich auch nach überstandenen Verletzungen auf der Bank wieder. Etwas Groll hegt der Stürmer daher offenbar doch.

Aber nicht gegen den Klub Schalke 04. Für den wird er sich bis zur letzten Tag aufopfern, alles für ihn geben. Auf die Frage, was er sich in seinen letzten Wochen wünsche, antwortete er nicht etwa damit, so viel wie möglich auf dem Platz zu stehen. Es war simpler: „Vier mal gewinnen und Europa erreichen.“ Kurz und bündig. Aber mit viel königsblauem Herz.

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Quelle: wa.de

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