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Schalke äußert sich zu Witz-Elfmeter: Kritik am Videobeweis - Schiedsrichter reagieren

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Der FC Schalke hat mit einer Stellungnahme auf den Witz-Elfmeter in Bremen (1:1) reagiert. Ein offizieller Protest sei nicht zielführend, heißt es aber. 

Hamm - Wenn Vereine offizielle Stellungnahmen zu Schiedsrichterentscheidungen veröffentlichen, dann sind diese meist derart krass, dass sie die Gemüter auch Tage danach noch erhitzen. Beim 1:1 des FC Schalke in Bremen hat ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Tobias Stieler für Kopfschütteln gesorgt. In der Stellungnahme von S04 heißt es unter anderem: „Nach eingehender juristischer Prüfung hat sich Königsblau dazu entschlossen, aufgrund geringer Erfolgsaussichten keine sportjuristischen Mittel gegen die Tatsachenentscheidung einzusetzen.“

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Gründung4. Mai 1904, Gelsenkirchen
Mitglieder160.023 (1. September 2019)

Schalke reagiert auf Witz-Elfmeter: Kritik am Videobeweis - Schiedsrichter reagieren

Bremens Roger Assalé war in der Nachspielzeit im Schalker Strafraum zu Boden gegangen. Vorausgegangen war ein Zweikampf mit Henning Matriciani. Zwar hatte der eingewechselte Matriciani die Hand ausgefahren, doch eine Berührung vermochten die Fernsehbilder nicht einzufangen. Schiedsrichter Stieler ließ die Partie weiterlaufen, wertete die Aktion nicht als Foul. Doch der VAR schaltete sich ein.

Stieler revidierte seine Entscheidung, entschied nach Ansicht der Videobilder auf Elfmeter. In der 99. Minute schoss Bremens Niclas Füllkrug den Ball ins Tor - Ausgleich. Die sicher geglaubten und hart erkämpften drei Punkte waren weg.

Selbst Ailton, Sky-Experte, der sich als Bremen-Fan outete, wertete die Schiedsrichter-Entscheidung als „klare Fehlentscheidung“. Damit stimmte er auch mit Stefan Hempel und Torsten Mattuschka überein, die die Begegnung für Sky kommentiert hatten.

Einen Tag nach den emotionalen Ereignissen beim 1:1 in Bremen hat der FC Schalke 04 seine Aufarbeitung der Schlussminuten abgeschlossen, schreibt der Verein. Da rechtliche Schritte nicht erfolgversprechend sind, nutze man die Möglichkeit, „um die grundsätzliche Anwendungspraxis des VAR zu hinterfragen“.

Da keine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorlag, hätte der VAR gar nicht eingreifen dürfen und Schiedsrichter Stieler entsprechend erst gar nicht an den Monitor schicken dürfen, schreiben die Schalker.

Schalke reagiert auf Witz-Elfmeter: Schiedsrichter-Elite bezieht Stellung

In einem Statement bestätigte die Sportliche Leitung der Elite-Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) auch offiziell, dass die TV-Bilder keine Beweise dafür lieferten, die ursprüngliche Entscheidung – kein Elfmeter – zu revidieren.

So ordnet die Schiedsrichter-Elite die Szene ein: „Der Bremer Spieler Assalé geht im Schalker Strafraum in einen Zweikampf mit dem Schalker Spieler Matriciani. Er legt sich den Ball etwas vor, läuft noch an dem Schalker Abwehrspieler vorbei und fällt dann im Torraum nieder, unmittelbar bevor der Schalker Torwart den Ball aufnehmen kann. Es stellt sich die Frage, in welcher Intensität es in diesem Ablauf einen Kontakt zwischen dem Schalker Abwehrspieler und dem Bremer Angreifer gegeben hat. Die TV-Bilder bringen hier keine Evidenz, die es erfordert, dass es klar und offensichtlich falsch war, dass es in dieser Situation keinen Strafstoß gegeben hat. Eine Intervention des Video-Assistenten war hier nicht angemessen.“

Roger Assalé
Wenige Sekunden nach Aufnahme des Bildes fällt Bremen Roger Assalé - nach Ansicht des VAR ein Elfmeter. © Carmen Jaspersen/dpa

S04 kommentiert die Einordnung in seiner Stellungnahme wie folgt: „Im Klartext: Wo kein Foul ist, muss und darf der Videoschiedsrichter auch keines suchen.“ Im Endeffekt haben die Schalker mit ihrer Einschätzung zwar Recht bekommen, die beiden Punkte bleiben dennoch verloren.

Auf dem Transfermarkt droht den Schalkern keine Intervention vom Schiedsrichter, wohl aber von der Konkurrenz. Bei einem Top-Talent soll ausgerechnet der schwarz-gelbe Rivale Borussia Dortmund dazwischen funken.

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