BVB schafft im Derby ziemlich klare Verhältnisse

+

GELSENKIRCHEN - Der BVB schuf im Derby ziemlich klare Verhältnisse. Die Knappen müssen feststellen, dass die Dortmunder derzeit einfach besser sind.

Von Jens Greinke

Als sich Kevin-Prince Boateng in der 82. Minute vom Platz schleppte, machte er den Eindruck, als habe er gerade einen Ultra-Marathon absolviert. Barfuß. Der 26-Jährige ging, wie man im Ruhrgebiet so schön sagt, wie auf Eiern. Von den Rängen schwappte dem müden Prinzen ein schlapper Applaus entgegen.

Mehr Bilder vom Spiel

Auf Schalke: BVB gewinnt Revierderby mit 3:1

Für die Schalker Anhängerschaft war dies eine geradezu melancholische Szene. Während sich der große Hoffnungsträger einigermaßen desillusioniert vom Geschehen zurückzog, leuchtete oben, auf dem überdimensionierten Videowürfel, die nicht zu übersehende Ziffernfolge 1:3 auf. Die aus Schalker Sicht so bittere Essenz aus dem 143. Pflichtspiel-Derby gegen Borussia Dortmund.

Lesen Sie auch:

- BVB gewinnt Derby auf Schalke 3:1

- Harte Strafen nach Derby-Randale gefordert

- Ein Lüdenscheider führt BVB zum Derbysieg

Während den Blauweißen in der vergangenen Saison noch das Kunststück gelungen war, beide Vergleiche mit dem Erzrivalen zu gewinnen, wurde am Samstag ein recht großer Unterschied deutlich. Streng genommen gelang es den Schalkern lediglich über einen Zeitraum von zehn Minuten, die Dortmunder ein wenig aus dem Konzept zu bringen. Das war ab der 62. Minute, als sich Schalke-Trainer Jens Keller dazu entschieden hatte, den jungen Max Meyer ins Spiel zu bringen. Da stand es allerdings schon 2:0 für den BVB, der – angetrieben durch seine überragenden Spieler Nuri Sahin und Henrikh Mkhitaryan – für die Schalker schlichtweg eine Nummer zu groß war.

„Das war ein super-intensives Spiel“, sagte BVB-Coach Jürgen Klopp, in dem die Dortmunder jedoch sowohl den besseren Anfang als auch das bessere Ende für sich hatten. In der 14. Minute hatte die schwarz-gelbe Kombinationsmaschine erstmals für leichte Schwindelgefühle in den Schalker Reihen gesorgt, als Pierre-Emerick Aubameyang einen von Marco Reus und Mkhitaryan initiierten Angriff zur Führung abschloss. Die Schalker hatten nach einer halben Stunde zwar die Chance, durch Elfmeter auszugleichen. Doch Boateng scheiterte an seinem alten Mannschaftskameraden Roman Weidenfeller, der den Schuss gekonnt abwehrte. „Ja, es stimmt, wir haben damals das ein oder andere Mal Elfmeter geübt“, erinnerte sich Weidenfeller an das halbjährige Gastspiel Boatengs 2009 und ergänzte: „Es ist immer schwierig, gegen einen Spieler, mit dem man schon einmal zusammengespielt hat, anzutreten.“

Randale beim Revierderby: Bengalos im Dortmunder Block

Randale beim Revierderby: Bengalos im Dortmunder Block

Nach dem 0:2 durch Sahin in der 51. Minute schien die Partie gelaufen, ehe Max Meyer noch einmal für viel Schwung auf Schalker Seite gesorgt hatte. „Der Max Meyer hat richtig Betrieb gemacht“, lobte auch Jürgen Klopp den 18-Jährigen, der wenige Sekunden nach seiner Einwechslung den Anschlusstreffer erzielt hatte (62.). Ein Bilderbuch-Konter der Dortmunder in der 74. Minute, den Jakub Blaszczykowski mit dem dritten Dortmunder Tor abschloss, zog den Schalkern dann endgültig den Stecker.

Die Blauweißen mussten schließlich zähneknirschend zugeben, „dass uns noch ein Stück zu den oberen Mannschaften fehlt“, wie es Kapitän Benedikt Höwedes formulierte. Manager Horst Heldt akzeptierte zwar den Umstand, die vergangenen beiden Spiele gegen den FC Chelsea (0:3) und den BVB verloren zu haben, sagte aber auch: „Das waren zu viele Gegentore, definitiv.“ Vielleicht ein Wink in Richtung Trainer. Jens Keller gelingt es nicht, seine Defensive so einzustellen, dass sie weniger Treffer kassiert. Am Samstag überraschte der 42-jährige zudem mit einer recht verstörenden Aufstellung, als er Linksverteidiger Dennis Aogo als zweiten Sechser aufbot und Julian Draxler zugunsten von Christian Fuchs auf die rechte Seite beorderte. Von Draxlers außergewöhnlichem Talent war 90 Minuten lang auf ungewohnter Position nicht viel zu sehen, während Fuchs auf Linksaußen letztlich wirkungslos blieb – sieht man einmal davon ab, dass er den Elfmeter rausholte. Den Umstand, dass er Max Meyer erst nach gut einer Stunde beim Stande von 0:2 ins Spiel brachte, erklärte Keller mit einer gewissen Fürsorgepflicht: „Max Mayer hat nicht von Beginn an gespielt, weil er innerhalb von vier Tagen zwei schwere intensive Begegnungen absolviert hat. Wir wollen ihn aufbauen, und nicht kaputt machen.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare