Nachfolger im Falle von Meyers Abgang gesucht

Rückt Amin Younes noch einmal ins Blickfeld von Schalke 04?

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Auf Schalke kein Unbekannter: Amin Younes (rechts) während des Europa-League-Viertelfinals 2017 im Duell mit Leon Goretzka.

Sportvorstand Christian Heidel ist derzeit nicht zu beneiden: Die Kaderplanung für die kommende Saison erweist sich als einigermaßen schwierig. Dabei könnte Nationalspieler Younes noch einmal interessant werden.

Gelsenkirchen - Die permanenten Unwägbarkeiten gehören für Christian Heidel zum Beruf dazu. „Es ist eben Teil des Jobs“, sagt der 54-Jährige, wenn er auf die aktuellen Personalplanungen angesprochen wird. Was wird aus Max Meyer? Was aus Thilo Kehrer? Der Schalker Sportvorstand gibt zwar zu, „dass ich das ein oder andere gerne schneller geklärt hätte“. Doch es sei nicht so, dass er wegen all dieser Überlegungen „morgens aufwache und denke: Was kommt heute wieder auf mich zu?“

Die Gelassenheit, die Heidel nach außen hin zeigt, dürfte nicht immer den wahren Gefühlen entsprechen. Insbesondere die Verhandlungen mit Meyer und dessen Berater Roger Wittmann waren zuletzt von deutlichen Spannungen geprägt. So stark, dass ein Verbleib des 22-Jährigen Silbermedaillen-Gewinners von Rio de Janeiro immer unwahrscheinlicher wird. Da in dieser Hinsicht derzeit kein Austausch zwischen beiden Parteien stattfindet, dürfte Meyer im Sommer ablösefrei den Verein verlassen. Und damit dem Vorbild Leon Goretzka folgen, den es zu den Bayern zieht. Und dann ist da ja noch Thilo Kehrer. Auch er ein Talent aus den eigenen Reihen, dessen Vertrag im Sommer 2019 endet und der parallel zu Meyer schon im Sommer 2017 ein Angebot zur Verlängerung ausgeschlagen hat.

Heidel sondiert derzeit den Markt

Heidel sondiert nach eigener Aussage schon länger den Markt, nicht nur für die Position von Meyer. „Der Verein muss schließlich Planungssicherheit haben“, sagt der Sportvorstand recht pragmatisch. Als einer der Kandidaten für eine eventuelle Meyer-Nachfolge gilt Eduard Löwen vom 1. FC Nürnberg. Der 21-Jährige deckt bei den „Clubberern“ exakt die Meyer-Position ab und ist vornehmlich auf der „Sechs“ zu finden.

Mit großen Transfereinnahmen ist nicht zu rechnen

Ein weiteres großes Problem bei Heidels Kaderproblem ist allerdings auch das liebe Geld. Hohe Transfereinnahmen wie in den vergangenen Jahren stehen den Schalkern im Sommer wohl nicht zur Verfügung. Und die Qualifikation für die Champions League ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Seit einigen Tagen ist noch ein anderer, hoch attraktiver Spieler auf dem Markt, der in Heidels Beuteschema passt: Amin Younes. Der Deutsch-Libanese hat sich mit seinem aktuellen Arbeitgeber Ajax Amsterdam überworfen und ist im Sommer ebenfalls ablösefrei zu haben. Der Abschied des 24-Jährigen, der bereits fünf Mal das deutsche Nationaltrikot trug, beim niederländischen Rekordmeister ist sicher. Der Confed-Cup-Sieger von 2017 hat sich mit Ajax-Trainer Erik ten Hag komplett überworfen und ist in die zweite Mannschaft von Ajax abgeschoben worden, weil er zuletzt seine Einwechslung im Spiel gegen den SC Heerenveen (4:1) verweigert hatte, weil er sie schlicht als „unnötig“ erachtete.

Mit Ajax warf Younes Schalke aus der Europa League

Die Schalker kennen Younes. Einerseits hat er mit Ajax die Knappen in der vergangenen Saison aus dem Viertelfinale der Europa League geworfen. Andererseits war er bereits im Sommer 2017 als potentieller Meyer-Nachfolger im Gespräch. Damals verweigerte Amsterdams Sportchef Marc Overmars die Freigabe des Edel-Technikers. Aktuell sorgt ein angeblicher Vertragsstreit mit dem SSC Neapel für Wirbel: Younes soll beim Serie-A-Klub einen Vorvertrag unterschrieben haben. Der gebürtige Düsseldorfer bestreitet das. Was SSC-Anwalt Mattia Grassani zuletzt gar nicht mehr lustig fand: „Es wäre fast zum Lachen, würde es sich nicht um einen mehrseitigen Sport-Vertrag handeln, der unter anderem auch die Abtretung von Bildrechten regelt. Mit 31 Unterschriften“, sagte der Jurist zum Radiosender Kiss Kiss Napoli. Je nachdem, wie das juristische Hickhack ausgehen wird, könnte Younes doch noch mal ein Kandidat für die Knappen sein.

Vertrags-Hickhack mit dem SSC Neapel

Immerhin dürfte Heidel erst einmal weiter mit Kehrer planen können. Wenn nicht bis zur Sommerpause „einer mit einem Lastwagen“ vorgefahren kommt, wie der 54-Jährige es formuliert. Und meint damit einen LKW voller Geld. „Aber das ist für uns derzeit gar kein Thema. Wir planen mit Thilo.“

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Quelle: wa.de

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