Rückschlag im Titelrennen: BVB nur 2:2 im Derby auf Schalke

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Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 trennten sich unentschieden.

Gelsenkirchen - Es war eine entspannte Stimmung in der Schalker Arena, als Schiedsrichter Felix Zwayer das 170. Revierderby abpfiff: Beide Teams bewegten sich in Richtung ihrer Fanblocks, wo sie mit wohlwollendem Applaus bedacht wurden.

Auf Seiten des FC Schalke 04 war die Erleichterung groß, dass die Mannschaft entgegen vieler Befürchtungen nicht untergegangen war gegen den klaren Favoriten aus Dortmund. Und beim BVB war man froh, dass das Team trotz einer Extrem-Rotation kein Negativ-Erlebnis vor dem wichtigen Europa-League-Rückspiel beim FC Liverpool verarbeiten musste.

So waren auch die Trainer nach dem 2:2 (0:0) zufrieden. Schalke-Coach André Breitenreiter lobte vor allem „die große Moral, die wir heute gezeigt haben“. Und Dortmunds Cheftrainer Thomas Tuchel meinte: „Das haben wir ganz gut gemacht.“ Die Dortmunder Aufstellung hätte je nach Interpretation auf Schalker Seite auch wie eine schallende Ohrfeige aufgenommen werden können. Acht Änderungen hatte Tuchel im Vergleich zum Liverpool-Hinspiel vorgenommen, die Dortmunder Bank war mit Ilkay Gündogan, Henrikh Mkhitaryan, Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang, Lukasz Piszczek, Gonzalo Castro und Roman Weidenfeller so prominent besetzt wie die erste Reihe bei der Oscar-Verleihung. Dortmund trat sozusagen mit einer B-Elf an, einen Affront für den Gegner sollte diese Formation allerdings nicht darstellen: Tuchel agierte einfach zweckmäßig und setzte Prioritäten für das Rückspiel in Liverpool am kommenden Donnerstag. „Die Aufstellung stand schon relativ früh auf der Tafel im Trainerbüro“, verriet Tuchel.

Revierderby: Borussia Dortmund gegen FC Schalke 04

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hatte kurz vor dem Derby nochmal den Druck auf den Kessel etwas erhöht, als er gesagt hatte: „Das ist auch eine Frage der Ehre.“ Und die Schalker Fans in der Nordkurve hatten vor dem Anpfiff mit einem Transparent deutlich gemacht, was sie von den „Knappen“ sehen wollten: „Spieler in unseren Farben laufen, grätschen, sprinten und kämpfen bis zum Umfallen“.

Der erste Durchgang machte allerdings deutlich, dass es nicht immer reicht, nur die rechte Einstellung an den Tag zu legen, wenn ein Matchplan zu fehlen scheint. Breitenreiter, der bei Ballbesitz in der Abwehr mit einer Dreierkette spielen ließ, hatte ebenfalls fünf Änderungen vorgenommen, unter anderem rückte Klaas-Jan Huntelaar zurück in die Startelf. Ein schlüssiges Konzept war im Schalker Spiel aber nicht zu erkennen. Das Aufbauspiel hakte an allen Ecken und Enden, oft wurden nur lange und hohe Bälle nach vorne gespielt, in der Hoffnung, der schnelle Leroy Sané möge irgendetwas Sinn stiftendes damit anfangen. Das war zu wenig, selbst gegen diese B-Elf der Borussia.

Als Moritz Leitner kurz nach dem Wechsel Shinji Kagawa mustergültig per Hacke bediente und der Japaner den Ball über Ralf Fährmann zum 0:1 in die Maschen lupfte (49.), schienen die Weichen gestellt. Doch es war ein Tor, das wie ein Aufputschmittel für das Spiel und auch für die Schalker wirkte. Nur zwei Minuten später prüfte Junior Caicara BVB-Keeper Roman Bürki mit einem Schuss. Der Schweizer konnte den Ball nur nach vorne abprallen lassen, wo Sané lauerte, der das Leder mit Vehemenz zum Ausgleich ins Tor schoss (51.). Fünf Minuten später war es ein abgefälschter Freistoß von Mkhitaryan, den der glücklich stehende Matthias Ginter zur erneuten Dortmunder Führung ins Netz köpfte. Ein Foul von Sokratis an Huntelaar eröffnete den Schalkern schließlich die Möglichkeit zum Ausgleich: der extrem engagierte Huntelaar schnappte sich den Ball selbst und schob per Foulelfmeter zum 2:2 ein (66.).

„Hier wird ja nur auf Trainerteam und Mannschaft draufgetreten“, beklagte sich Breitenreiter schließlich noch einmal über die negativen Reaktion im Schalker Umfeld nach der 0:3-Niederlage in Ingolstadt am Wochenende zuvor und ergänzte: „Jetzt sind wir froh, dass wir gegen eine der Spitzenmannschaften gepunktet haben.“

Quelle: wa.de

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