Schalke 04 vs. Borussia Dortmund

Die fünf Schlüssel-Duelle für das Revierderby

+
Wichtige Spieler für ihre jeweilige Mannschat: Schalkes Nabil Bentaleb (links) und Axel Witsel vom BVB.

Schalke 04 empfängt Borussia Dortmund: Auf fünf Duelle könnte es um 153. Pflichtspiel-Revierderby besonders ankommen.

Gelsenkirchen - 19 Punkte beträgt der Vorsprung von Borussia Dortmund auf den Rivalen Schalke 04.

Die Königsblauen wollen im 153. Pflichtspiel-Derby am Samstag (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) alles daran setzen, um dem ungeliebten Nachbarn die erste Liga-Niederlage der Saison beizubringen.

Wir schauen auf fünf Duelle, die für den Ausgang in der Arena entscheidend sein dürften.

Salif Sané – Mario Götze

Nach seinem Wechsel aus Hannover brauchte Salif Sané eine Weile, um sich auch auf Schalke zu stabilisieren. Weitgehend ist dies dem 28 Jahre alten Senegalesen mittlerweile gelungen, er stand immerhin in allen Bundesliga-Partien auf dem Platz, verdrängte Routinier Naldo auf die Bank, pausierte lediglich in einem Pflichtspiel.

Allerdings sind hier und da noch einige Aussetzer zu sehen, er wirkt nicht immer zu 100 Prozent konzentriert. „Salif macht das richtig gut. Am Anfang hat man gemerkt, dass ein paar Sachen gefehlt haben“, sagte Schalkes Coach Domenico Tedesco zuletzt.

Im Revierderby gegen Borussia Dortmund wird er wohl in erster Linie auf Mario Götze treffen. Der 26-Jährige, zu Saisonbeginn unter dem neuen Chefcoach Lucien Favre in der Regel Dauergast auf der Bank oder sogar auf der Tribüne, blüht derzeit wieder als sogenannte „falsche Neun“ auf.

Auch wenn er in seinen sechs Liga-Einsätzen bislang nur einen Treffer erzielte, ist sein Dasein nicht zu vernachlässigen: Götze reißt als spiel- und laufstarker Mittelstürmer die Löcher in die Abwehrreihen des Gegners, gibt den Ballverteiler im Angriffszentrum.

Und spielt den Kontrahenten damit im Idealfall für den BVB so müde, dass Dortmunds Top-Joker Paco Alcácer nach seiner Einwechslung den Rest übernehmen kann und „nur noch“ treffen muss. Eine Rechnung, die bislang vor allem in zähen Partien für die Borussia aufgegangen ist.

Bastian Oczipka – Jadon Sancho

Man mag kaum glauben, wie wichtig der wieder genesene Bastian Oczipka für die linke Schalker Seite sein kann: Abdul Rahman Baba hat nach seiner langen Verletzung sein Niveau nicht erreicht, und der 21 Jahre junge Hamza Mendyl ist bei all seiner Offensiv-Power nach wie vor ein großes Risiko für die Defensive, da er gerne schnell gelb-rot-gefährdet ist – im Derby wohl ein zu großes.

Oczipka ist da die Sicherheitsvariante – und der Ex-Frankfurter verrichtet seine Arbeit auch mehr als nur solide. In einer Hinsicht hat er jedoch im Vergleich zu Mendyl einen Nachteil: Tempo.

Und das könnte im Duell mit dem BVB-Überflieger Jadon Sancho ausschlaggebend werden. Oftmals ist der erst 18-Jährige derjenige, der den Unterschied ausmacht.

Bislang gehört der Engländer zu den auffälligsten Dortmundern in der laufenden Saison. Mit acht Assists ist der Tempodribbler der erfolgreichste Vorbereiter, hinzu kommen vier eigene Tore. Im Schnitt ist der Youngster alle 72 Minuten an einem Treffer beteiligt. Dazu zählt er zu den Top fünf der Liga mit den meisten Sprints.

„Er ist erst 18 Jahre alt und schon Nationalspieler von England. Das ist sehr selten der Fall“, meinte BVB-Coach Lucien Favre jüngst. Wie für seine gesamte Mannschaft gelte allerdings auch für Sancho: „Natürlich hat er noch viel zu verbessern. Es gibt viele Sachen, wo er weiß, dass er sich weiter verbessern muss.“ Zum Beispiel das Defensivspiel.

Sebastian Rudy – Marco Reus

Es steht außer Zweifel: Sebastian Rudy ist nicht die Sofort-Hilfe, die sich Schalke durch den 16-Millionen-Transfer erhofft hat. Trainer Tedesco betonte vor dem Derby, dass der Nationalspieler immer besser werde und zuletzt beim 1:1 in Hoffenheim so gespielt habe, wie der Coach ihn sehen will.

Langsam, aber sicher passt sich Rudy dem Schalker Spiel an, war zuletzt nicht zufrieden damit, dass Tedesco viel rotierte und er im Schnitt nur in jedem zweiten Match zum Einsatz kam. Da hatte sich der Ex-Münchner allerdings auch nicht für mehr Spielzeit empfohlen.

Ganz anders sieht die Sache bei Marco Reus aus. Der 29-Jährige blüht in dieser Saison so richtig auf, ist in einer überragenden Form wie ewig nicht – und wohl auch so lange verletzungsfrei wie lange nicht.

Satte 15 Tor-Beteiligungen gehen auf sein Konto. Damit ist der Dortmunder Kapitän alleine effektiver als alle Königsblauen zusammen, die in der Liga auf magere 14 Treffer kommen.

Sogar Schalkes Coach Tedesco meint anerkennend: „Ich glaube, die größte Stellschraube beim BVB ist Marco Reus. Wenn er dabei ist, ist Dortmund gut drauf. Bei Dortmund ist er ein wichtiger Spieler.“

Dennoch warnt Reus vor dem Derby in Gelsenkirchen: „Wir wissen alle, dass es trotzdem sehr schwer wird. Letztes Jahr war die Situation genau andersherum. Da war Schalke im Aufwind, und wir haben uns sehr schwer getan. Jetzt ist es anders.“

Nabil Bentaleb – Axel Witsel

Die Zeiten, in denen Nabil Bentaleb ein sehr gutes, danach aber ein sehr schwaches Spiel zeigte, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Der 24-Jährige entwickelt sich zunehmend zu einem Führungsspieler auf dem Platz. Übernimmt Verantwortung. Fordert Bälle. Gibt Anweisungen. Gewann beim 1:1 in Hoffenheim 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Keine allzu schlechte Quote.

Der Algerier sei derzeit „enorm wichtig“ für den Trainer und die Mannschaft, „weil er anschiebt und antreibt“, so Domenico Tedesco. „Nabil steckt Bälle gut durch, spielt sie in die Spitze, überspielt mit einem Chip die Kette oder dribbelt den Gegenspieler an.“ Dazu ist er mit drei Treffern der erfolgreichste Schalker Schütze – alle vom Elfmeterpunkt.

Mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger ist Axel Witsel für Borussia Dortmund. Der Belgier, vor dieser Saison für 20 Millionen Euro aus China nach Dortmund gewechselt, gibt den Takt vor im Spiel des BVB.

Er sei einer der Spieler, mit denen der BVB „die Probleme der vergangenen Saison nicht gehabt“ hätte, wie es Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kürzlich formulierte.

Mit einer Passquote von rund 94 Prozent gehört Witsel zu den Besten in der gesamten Bundesliga. Dazu ist der 29-Jährige abgeklärt, absolut sicher und technisch versiert. „Axel ist unser Herzstück“, lobte auch Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc den Spielgestalter.

Guido Burgstaller – Manuel Akanji

Sein persönlicher Start in die Saison war mindestens so schwach wie der der gesamten Schalker Mannschaft. Doch Guido Burgstaller kämpft. Ist beharrlich. Gibt nicht auf.

Eigenschaften, die das Spiel des 29 Jahre alten Österreichers prägen, mit denen er sich wieder herangearbeitet hat. Und für die er die Früchte erntet.

Allerdings ist die Ausbeute des Schalker Ackergauls mit zwei Saisontoren ebenso ausbaufähig. Mit 27 Versuchen schießt er von allen Königsblauen am häufigsten aufs Tor. Mit verbesserungswürdiger Treffer-Quote.

Mit gerade einmal 23 Jahren ist Manuel Akanji der Abwehrchef des BVB. Auf dem Platz ist von diesem jungen Alter aber kaum etwas zu sehen.

Der Schweizer befindet sich zwar nach wie vor in einem Reife-Prozess, ist aber schon jetzt ein Führungsspieler in Dortmund. Hat mit 94,48 Prozent die zweitbeste Passquote in der Liga. Und „er ist einer, der in der Mannschaft und auf dem Platz Verantwortung übernimmt“, so Sportdirektor Michael Zorc.

Akanji selbst gefalle das. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass er bereits auch zu den Hoffnungsträgern der Schweizer Nationalmannschaft gehört und dort schon genauso als Leader auftritt wie bei Borussia Dortmund unter Chefcoach Favre.

Die 21,5 Millionen Euro Ablöse, die die Schwarz-Gelben an den FC Basel für den Abwehrspieler überwiesen haben, machen sich somit schon früh bezahlt.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare