Fährmann: Nach Bukarest-Spiel wieder in die zweite Reihe

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BUKAREST - Ralf Fährmann trug zu seinen distinguierten Klub-Ausgeh-Anzug eine coole, graue Strickmütze, die die Seriosität des feinen Zwirns etwas konterkarierte. Aber der 25-jährige Hüne gilt als recht lockerer Typ, der auf Äußerlichkeiten nicht allzu viel Wert legt.

Von Jens Greinke

Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten namens Bundesliga eine wohltuende Erscheinung. Während die meisten Schalker Profis im mondänen Düsseldorf wohnen, lebt der gebürtige Chemnitzer im bodenständigen Witten-Herdecke. Da ist so eine graue Strickmütze schon das Äußerste an Extravaganz.

Wenn die Schalker im vorletzten Gruppenspiel bei Steaua Bukarest antreten, muss Fährmann auch auf dem Platz eine gewisse Solidität zeigen. Da sich Stamm-Keeper Timo Hildebrand beim 3:3 bei Eintracht Frankfurt eine Hüftprellung zugezogen hatte, wird der 1,94-Meter-Mann heute zum Zuge kommen. „Wenn er sich nicht noch verletzt, wird er in der Startelf stehen“, sagt Trainer Jens Keller.

Fährmanns Einsatz als große Chance zu bezeichnen, wäre sicherlich übertrieben. Auch deshalb, weil Keller bereits am kommenden Wochenende wieder mit dem 35-jährigen Hildebrand plant. „Wir gehen davon aus, dass er Ende der Woche wieder zur Verfügung steht“, sagt der Schalker Coach. So wird sich Fährmann aller Voraussicht nach wieder hinter dem Routinier einreihen müssen, so wie er es schon nach der Partie gegen Eintracht Baunschweig hatte machen müssen, als Hildebrand ebenfalls verletzt war. Für Fährmann war es der erste Einsatz im Profi-Team seit zwei Jahren gewesen.

Zuletzt haben sich die Stimmen gemehrt, die Ralf Fährmann gerne über einen längeren Zeitraum im Schalker Tor sehen würden. Nicht nur, weil er mit seinen 25 Jahren die bessere Perspektive hat, sondern auch, weil ihm das Talent zugesprochen wird, eine standesgemäße Schalker Nummer eins abzugeben. Auch mannschaftsintern genießt er eine große Lobby, auch dort wird seine Freundlichkeit, aber auch sein trockener Humor geschätzt. Zudem scheint er mittlerweile nervenstärker als bei seinem ersten Anlauf als Schalker Nummer eins 2011, der letztlich durch einen Kreuzbandriss gestoppt worden war.

Sein Vertrag läuft noch bis 2015, einen Masterplan hat sich Fährmann aber noch nicht zurecht gelegt. „Der Fußball ist ein Tagesgeschäft. Natürlich will ich spielen. Aber ich fühle mich als Schalker“, sagt Fährmann, der als 14-Jähriger ins Knappen-Internat gekommen war. Zwar sei er in Chemnitz groß geworden, aber „auf Schalke bin ich erwachsen geworden“. Und während seines zweijährigen Zwischenspiels (2009-2011) bei Eintracht Frankfurt habe er „den Pott vermisst“.

„Ich bin überzeugt, dass er ein gutes Spiel machen wird“, sagt Manager Horst Heldt. Aber ob dies dazu reicht, die neue Nummer eins auf Schalke zu werden? Dafür bedarf es wohl einiger Einsätze mehr als nur dem in Bukarest.

Quelle: wa.de

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