Pokal-Aus für Darmstadt "normalste Sache der Welt"

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DARMSTADT - Nach der Pokalniederlage gegen Schalke hält sich die Enttäuschung in Darmstadt in Grenzen. Bei den "Lilien" überwiegt die Freude über den Imagegewinn nach zuletzt harten Zeiten - und die Hoffnung auf weiteren Rückenwind in der laufenden Dritt-Liga-Saison.

 Einzig über den Elfmeter für Schalke war man sich in Darmstadt uneins. Dass der Fußball-Drittligist in den ersten 15 Minuten kaum Land gegen den Bundesligisten sah - daran wollte niemand rütteln. Ebenso wenig daran, dass der FC Schalke 04 dieses Pokalspiel am Ende verdient mit 3:1 (1:1) gewann. Vor allem aber war man sich einig, dass die "Lilien" mit einer engagierten Leistung vor stimmungsvoller Kulisse und Millionen Fernseh-Zuschauern viel Werbung in eigener Sache betrieben hatten.

"Die normalste Sache der Welt ist eingetreten: Ein Champions- League-Teilnehmer schlägt einen Drittligisten", konstatierte Darmstadts Trainer Dirk Schuster trocken. Trotzdem müsse er seinem Team ein Riesenkompliment machen: "Wir haben einen schönen Pflock in die Fußball-Landschaft geschlagen und gezeigt, dass hier in Darmstadt etwas entstanden ist." Und Präsident Rüdiger Fritsch erklärte: "Wir haben rund sechs Millionen Menschen einen unterhaltsamen Fernsehabend geboten und die 3. Liga anständig vertreten."

Dass Darmstadt überhaupt noch in der 3. Liga spielt, ist nicht selbstverständlich. Schließlich war man in der Vorsaison schon sportlich abgestiegen. Nur der Lizenzentzug des Erzrivalen Kickers Offenbach sicherte den Klassenverbleib. In der laufenden Saison hat das Team mit einer neuformierten Offensive positiv überrascht, liegt im vorderen Mittelfeld mit Tuchfüllung zum Relegationsplatz und schaltete in der ersten Pokalrunde Erstligist Mönchengladbach aus.

In den ersten gut 15 Minuten am Mittwochabend taten sich die Darmstädter aber enorm schwer gegen aggressiv und schnell spielende Schalker. Und als die Südhessen besser ins Spiel gekommen waren, gab es in der 35. Minute die aus Darmstädter Sicht umstrittene Szene, die FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer als Elfmeter wertete.

"Ich habe den Ball mit der Hand abgelenkt und mit einer Ecke gerechnet", sagte Torhüter Jan Zimmermann und fügte hinzu: "Als ich gesehen habe, dass der Schiedsrichter Elfmeter gepfiffen hat, war ich entsetzt." Trainer Schuster hielt den Strafstoß ebenfalls für nicht gerechtfertigt - im Gegensatz zu Schalke-Coach Jens Keller.

Dass der gefoulte Jefferson Farfán sicher zum 1:0 verwandelte, spielte ebenso wenig eine Rolle, wie der postwendende Ausgleich durch Hanno Behrens nach einer Freistoßflanke. Letztlich genügte Schalke in der zweiten Halbzeit eine konzentrierte Leistung, um mit einem Arbeitssieg in die nächste Pokalrunde einzuziehen.

"Natürlich hatten wir den sportlichen Ehrgeiz zu gewinnen - und deswegen ärgern wir uns jetzt", sagte Zimmermann. "Doch wenn wir eine Nacht darüber geschlafen haben, kommt sicher auch der Stolz über unsere Leistung durch." Schuster hofft darauf, dass die Mannschaft aus dem Auftritt Kraft für die Liga schöpft. Und Präsident Fritsch wünscht sich nach zuletzt etwas mauen Zuschauerzahlen in der Liga einen positiven Impuls: "Ich hoffe, dass der eine oder andere, der heute wegen Schalke da war, in den kommenden Wochen mal wiederkommt."

Quelle: wa.de

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