"Perfekter Start": Keller nach Sieg über Bukarest euphorisch

+

GELSENKIRCHEN - Nachdem Jens Keller im Dezember des vergangenen Jahres seinen Job als Cheftrainer des FC Schalke 04 antrat, verströmte der 42-Jährige oft einen gewissen Hauch von Melancholie und Schwere, weshalb er beizeiten sogar des Schwermutes verdächtigt wurde.

Von Jens Greinke

Wer diesen Mann nun am Mittwochabend während der Pressekonferenz beobachtete, durfte konstatieren: durch Keller musste geradezu eine Flut von Endorphinen und anderen Glückshormonen geflossen sein.

Der Schalker Trainer lachte, scherzte und kam dem Dometscher immer wieder zuvor, was zur allgemeinen Erheiterung im Saal beitrug. Ebenso enthusiastisch wie seine Ausstrahlung war die Wortwahl Kellers: „Wir sind wahnsinnig froh, mit diesem Ergebnis gestartet zu sein“, diktierte er vergnügt den Journalisten nach dem 3:0 (0:0)-Erfolg im ersten Gruppenspiel gegen Steaua Bukarest, der den Schalkern einen „perfekten Start“ in die Gruppenphase der Champions League verschafft hatte.

Der Sieg über die Rumänen war der bisherige Höhepunkt einer bemerkenswerten Trendwende bei den Königsblauen. Nach einem verpatzten Liga-Start und schwachen Leistungen scheinen die Schalker wieder in der Spur zu sein. Der Sieg über Steaua war der vierte in Folge, zudem blieb die Mannschaft in den vergangenen drei Spielen ohne Gegentreffer. „Wir haben uns in der Defensive stabilisiert“, zählte Keller einen der wichtigsten Gründe für den Umschwung auf.

Der letztlich klare 3:0-Erfolg übertünchte am Mittwoch allerdings einige Unzulänglichkeiten, die das Schalker Spiel über eine Stunde lang geprägt hatten. Gegen die massiv verteidigenden Rumänen hatten die Gastgeber kaum eine Lücke gefunden, es fehlten Ideen und überraschende Aktionen. „Wir hatten die Fehler in der Halbzeit angesprochen, haben sie aber dennoch nicht abstellen können“, gab Keller einen recht Besorgnis erregenden Bericht aus der Schalker Kabine ab.

Es war letztlich ein Glücksschuss von Atsuto Uchida (67.) gewesen, der die Schalker auf die Siegerstraße gebracht hatte. Ein schlappe und an sich ungefährliche Flanke des Japaners war von Freund und Feind falsch eingeschätzt worden und letztlich ins Tornetz gesprungen. „Nach diesem kuriosen Ding ist bei uns der Knoten geplatzt“, sagte Benedikt Höwedes. Kevin-Prince Boateng (78.) und Julian Draxler (85.) hatten schließlich für einen versöhnlichen Abschluss dieses Abends aus Schalker Sicht gesorgt.

Einige der Schalker Fans hatten das 3:0 zum Anlass genommen, den alten Gassenhauer „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ anzustimmen. Am Samstag (18.30 Uhr) gastiert der Rekordmeister in der Schalker Arena, und Jens Keller war trotz aller Hochstimmung bemüht, auf die Euphoriebremse zu treten: „Wir wissen, was am Samstag auf uns zu kommt. Es wird sicher nicht ganz so einfach, ihnen die Lederhosen auszuziehen“, sagte der 42-Jährige.

Dennoch ist das Selbstbewusstsein bei den Schalker Profis mittlerweile so hoch, dass sie die eine oder andere zarte Kampfansage an die Bayern richten: „Wir wissen, dass wir der Underdog sind“, meinte beispielsweise Julian Draxler: „Aber wir haben realistische Chancen auf einen oder drei Punkte.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare