Nach Bundesliga-Debüt für Schalke

Schalkes Insua über die "schlimmste Zeit meines Lebens"

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Pablo Insua vom FC Schalke 04.

Im Oktober 2017 bangte er um seine Karriere, jetzt will er endlich voll angreifen: Schalkes Pablo Insua ist auf dem Weg zurück in die Normalität.

Gelsenkirchen – Die denkwürdige Szene aus der Partie gegen den VfL Wolfsburg hat sich auch Pablo Insua noch einmal am TV-Gerät angeschaut. Dabei ging es nicht um seine Einwechslung in der 64. Minute, als der Spanier am vergangenen Samstag nach fast siebenmonatiger Ausfall-Zeit sein Bundesliga-Debüt im Trikot des FC Schalke 04 gefeiert hatte. Sondern um dessen Foul an Wolfsburgs Maxi Arnold einige Minuten später. Nach dessen Ansicht viele Beobachter glaubten, dass das Comeback des 24-Jährigen vielleicht ein schnelles Ende finden würde.

Doch wie Schiedsrichter Benjamin Cortus empfand auch Insua sein Einsteigen an der Seitenauslinie im Rahmen. „Im Fernsehen sah es schlimmer aus, als ich es selbst empfunden habe“, sagt der Spanier angesichts des spektakulären Flugbahn von Arnold, der wie vom Katapult geschleudert durch die Luft gesegelt war. „Ich wusste, es war gelb“, sagt Insua. Eine rote Karte hätte er nicht für gerechtfertigt gehalten. Dennoch versprach er: „Ich werde nicht in jedem Spiel so ein Foul machen. Auch, wenn eine gewisse Härte im Fußball dazu gehört.“

"Eine gewisse Härte gehört im Fußball dazu"

Ein gewisse Härte hat Insua in den zurück liegenden Monaten selbst erlebt. „Es war die schlimmste Zeit meines Lebens“, sagt der Defensiv-Spezialist selbst. Im Oktober des vergangenen Jahres war eine Herzbeutel-Entzündung bei dem Spanier, der im Sommer 2017 von der galicischen Küste von Deportivo La Coruna in den Ruhrpott gewechselt war, diagnostiziert worden. Eine Erkrankung, die für einen Profi-Sportler fatale Auswirkungen haben kann. „Im Krankenhaus gab es zunächst Zweifel darüber, ob ich überhaupt noch einmal Sport treiben kann“, gab Insua jetzt zu. Auslöser war eine Lungenentzündung gewesen, die im Hospital behandelt worden war. Dabei wurde die Entzündung des Herzens diagnostiziert. Fünf Tage verbrachte Insua auf der Intensivstation, danach folgte ein zweiwöchiger Krankenhaus-Aufenthalt. „In dieser Zeit habe ich neun Kilo abgenommen“, berichtet Insua. Noch heute muss er alle zwei bis drei Wochen zur Beobachtung zum Spezialisten. Eine große Stütze sei in dieser Zeit seine Freundin gewesen. Dass einer der behandelnden Ärzte aus Paraguay kam und spanisch sprach, half ebenfalls. Doch auch viele der Schalker Spieler besuchten den jungen Galicier – und brachten auch mal eine Pizza zur Stärkung mit.

"Die Stimmung in der Arena ist wie Benzin für die Mannschaft"

Die nachfolgenden Wochen der Rekonvaleszenz waren auch nicht immer einfach für Insua. „Du willst natürlich auch auf dem Rasen stehen“, sagt der ehrgeizige Spanier, der sich allerdings vorbehaltlos darüber freute, „dass die Jungs eine super Saison spielen“. Er selbst will weiter „hart an mir arbeiten“, damit er bald selbst Teil dieser Erfolgsgeschichte sein kann. Zumal er die Atmosphäre in der Veltins-Arena endlich einmal am eigenen Leib erfahren möchte. „Dort herrscht eine Stimmung wie nirgendwo in Spanien. Diese Atmosphäre ist wie Benzin für eine Mannschaft“, sagt er.

Am Freitagabend wird er selbst auf der Tribüne platz nehmen und sich das Länderspiel zwischen Deutschland und Spanien anschauen. Die Tickets dafür habe er von Nationalspieler Lucas Vazquez von Real Madrid erhalten, ebenfalls ein Galicier und langjähriger Freund. Zwar gefällt es Insua in Deutschland sehr gut. Doch die Daumen wird er dabei Spanien drücken.

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Quelle: wa.de

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