Nullnummer im Derby

Schalkes positive Entwicklung hat ein entscheidendes Manko

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Schalkes Trainer David Wagner (rechts) tröstete Rabbi Matondo nach dessen vergebenen Großchancen im Derby gegen den BVB.

Schalke 04 beweist auch im Derby, dass die spielerische Entwicklung eine positive ist. Gegen den BVB dominiert Königsblau. Doch eine Problem ist weiter ungelöst.

Gelsenkirchen – Omar Mascarell war einer der letzten Schalker Profis, die die Arena am Samstagabend verlassen hatten. Der Mittelfeldspieler schlich förmlich aus den Katakomben. Müde und kaputt sei er, sagte der Spanier. Was wenig verwunderte.

Denn die Königsblauen hatten im Revierderby gegen Borussia Dortmund einmal mehr aufopferungsvoll gekämpft, alles in die Waagschale geworfen, den amtierenden Vize-Meister sogar dominiert. Dennoch standen sie nach dem 0:0 als gefühlter Verlierer da – musste im Nachhinein auch noch teuer dafür bezahlen mit dem Ausfall von Benjamin Stambouli.

„Wir haben wie eine große Mannschaft gespielt, fast das ganze Spiel kontrolliert und gut gepresst“, sagte Mascarell, der im Nachbarschaftsduell bester Schalker auf dem Rasen war (zur Einzelkritik). Und damit hatte der 26-Jährige keineswegs unrecht. Denn das Team von Cheftrainer David Wagner demonstrierte auch gegen den BVB, eine positive Entwicklung durchzumachen.

Vieles erinnerte dabei an die Partie vor einer Woche bei 1899 Hoffenheim, als die Schalker auch dominierten, sich am Ende aber mit 0:2 geschlagen geben mussten. „Wir haben uns weiterentwickelt“, sagte Kapitän Alexander Nübel, während Schalkes Lizenzspieler-Koordinator Sascha Riether meinte. „In Hoffenheim wollten wir am Ende zu viel und haben zwei Kontertore bekommen. Diesmal wollten wir lieber den Punkt mitnehmen als am Ende mit leeren Händen dazustehen.“

Schalke über 100 Minuten ohne Tor

Denn als gegen den BVB die Kräfte schwanden und die Schwarz-Gelben aktiver wurden, vermied Königsblau bei Gegenstößen das Risiko, um nicht ins offene Messer zu laufen. „Wir sind einfach nur stolz auf die Mannschaft und darauf, wie sie Borussia Dortmund Paroli geboten hat“, ergänzte Riether: „Leider belohnen wir uns nicht dafür.“

Denn zur Wahrheit gehört auch, dass die Schalker durchaus einen Sieg verdient gehabt hätte gegen derzeit taumelnde und offensiv überraschend harmlose Dortmunder. Denn so sehr die gesamte Entwicklung der Truppe unter Wagner aktuell im Großen und Ganzen stimmt, sticht ein nicht unwesentliches Manko heraus: Königsblau schießt zu wenig Tore, ist seit über 100 Bundesliga-Minuten ohne eigenen Treffer.

Nullnummer im Derby zwischen Schalke und dem BVB

Dabei gab es aussichtsreiche Möglichkeiten für die Knappen. Dem 19 Jahre jungen Rabbi Matondo versagten zweimal im Eins-gegen-Eins-Duell gegen BVB-Keeper Marvin Hitz die Nerven. "Der Junge ist gerade einmal 19 Jahre alt", sagte Wagner schützend: "Wir sind absolut einverstanden mit der Entwicklung, die er bisher genommen hat. Er muss sich noch entwickeln - wie wir alle."

 Dazu traf Salif Sané traf mit einem Kopfball die Unterkante der Latte, Suat Serdar mit einem Schuss den Innenpfosten. Wohl nur Schiedsrichter Felix Brych hätte den Schalkern noch weiterhelfen können, wenn er nach dem Handspiel von Thorgan Hazard im Dortmunder Strafraum auf Elfmeter entschieden – oder zumindest den Videobeweis bemüht hätte. Doch der DFB unterstrich die Entscheidung des Referees.

Schalke im dritten Spiel in Folge ohne Sieg

Doch die fehlenden Treffer „kann ich nach diesem Spiel nicht in den Mittelpunkt stellen“, meinte Wagner, der seine Truppe kämpferisch und mannschaftstaktisch lobte: „Wir können und werden die Offensive kritisieren, dass wir kein Tor geschossen haben. Aber diesmal hatte das auch ein bisschen mit Pech zu tun. Man kann es nicht trainieren, drei Zentimeter weiter nach rechts zu schießen.“

Generell blieben die Schalker, die als nächstes im DFB-Pokal auf Arminia Bielefeld (Dienstag, 20.45 Uhr/live im TV und im Live-Ticker) treffen, in dieser Hinsicht weiter ruhig – auch wenn sie erst zwei Stürmer-Tore auf dem Konto haben. „Da mache ich mir keine Sorgen. Irgendwann treffen wir wieder, dann ist der Knoten geplatzt“, meinte Serdar. Auch die Tatsache, dass Schalke durch dieses Manko aus den jüngsten Partien nur zwei statt neun möglicher Punkte holte, bereite ihnen überraschend kein Kopfzerbrechen.

Nur Mascarell wurde deutlicher: „Wir haben gezeigt, dass Schalke auf einem guten Weg ist. Aber im Fußball musst du Tore erzielen. Denn wenn wir so spielen, müssen wir gewinnen, weil wir es verdienen.“ Erst dann wäre Königsblau sogar auf einem sehr guten Weg.

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Quelle: wa.de

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