Reinhard Rauball als Schlichter

NRW-Innenminister und Schalke legen Streit bei

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[UPDATE 15.30 Uhr] DÜSSELDORF/GELSENKIRCHEN - Der Streit um die Polizeieinsätze auf Schalke ist beigelegt. Schalkes Vorstand Peters räumte Fehler bei Kritik in "Wortwahl und Tenor" ein. NRW-Innenminister Jäger ist nach Vermittlung von Liga-Präsident Rauball wieder milde gestimmt. Ziel ist ein "tragfähiges Konzept".

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Der im Nachhinein überflüssige Streit um Polizeieinsätze im Stadion des FC Schalke 04 ist schnell wieder beigelegt. Bei einem Treffen auf Initiative von Schlichter Reinhard Rauball haben Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) und Schalke 04 am Samstag einen gemeinsamen Nenner gefunden und sehen eine neue Grundlage für ein konstruktives Miteinander von Fußball-Bundesligist und Polizei. "Ich bin überzeugt davon, dass wir ein tragfähiges Konzept für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Zukunft gefunden haben", sagte Schalkes Vorstandsmitglied Peter Peters nach den Gesprächen in Düsseldorf.

Rauball sprach im Interview des Radiosenders "WDR 2" von einem sachlichen und "lösungsorientierten" Treffen. "Ich habe sofort gesehen, dass wir aufpassen müssen, keinen Präzedenzfall zu schaffen, und dass kein Flächenbrand entstehen kann. Ich war von Minister Jäger über seine Schritte informiert worden, er hat sie auch begründet. Ich habe gesagt, dass wir unabhängig davon miteinander reden müssen", erläuterte der BVB-Präsident. Es sei wichtig gewesen, alles schnell zu bereinigen. "Samstags morgens um halb zehn ist eigentlich nicht die Zeit, um nach Düsseldorf zu fahren und mit einem Minister zu verhandeln, aber in dieser Sache, denke ich, war es wichtig und nötig und ich bin auch ganz froh, dass es zu diesem Ergebnis gekommen ist."

Die Gelsenkirchener Polizei wird die Ordnungskräfte des Revierclubs weiterhin unterstützen und bereits im anstehenden Champions-League-Heimspiel gegen den rumänischen Meister Steaua Bukarest am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) in der Veltins-Arena und auf dem Stadiongelände im Dienste der Sicherheit präsent sein. "Wir stimmen darüber überein, dass Fußballspiele in den Bundesligen sicher und in einer friedvollen Atmosphäre stattfinden sollen", so Jäger.

Zuvor hatte der NRW-Innenminister am Donnerstag mit seiner Ankündigung, die Polizeikräfte als Reaktion auf die harsche Kritik am Einsatz der Beamten beim Champions-League-Qualifikationsspiel gegen PAOK Saloniki (21. August) vom Schalker Gelände abzuziehen, für großen Wirbel gesorgt. Kritik an Jägers überraschendem Vorstoß hatte es danach von zahleichen Oppositionellen, aber auch von Parteifreunden und aus der Bundesliga gegeben. Zustimmung kam von Teilen der Fanszene, den Polizeigewerkschaften und der Sportministerkonferenz.

Voraussetzung für das Glätten der Wogen war offenbar eine förmliche Entschuldigung des Vereins für die öffentlich geübte Kritik an den Einsatzkräften. In einer gemeinsamen Erklärung mit dem NRW-Innenministerium räumte Schalke ein, dass die Kritik "in Wortwahl und Tenor zu scharf war".

Um zu einer vertrauensvollen Partnerschaft zurückzukommen, vereinbarten die Gesprächspartner, dass Kritik und unterschiedliche Bewertungen von Sicherheitsfragen bei Fußballspielen zukünftig unmittelbar zwischen dem Verein und der Polizei erörtert werden. Die Sicherheitskonzepte sollen so verbessert werden, dass demnächst weniger Polizei im Stadion vonnöten ist. Dafür muss auch Schalke seinen eigenen Ordnungsdienst optimieren. Nach einem halben Jahr wollen Verein, Innenministerium und Polizei eine Bilanz ziehen.

Quelle: wa.de

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