Nach Hinrunden-Analyse:

Jens Keller bleibt Coach, Kirchhoff soll kommen

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GELSENKIRCHEN - Die gnadenlose Analyse, wie sie Manager Horst Heldt bereits vor einigen Wochen für den Sonntag angekündigt hatte, zog sich bis in die Abendstunden hinein. Dann teilte der Verein recht lapidar mit, dass alle Themen offen besprochen wurden und gleichzeitig klar analysiert wurde, was es im neuen Jahr zu verbessern gilt. Und zwar mit Trainer Jens Keller.

Von Jörg Strohschein 

"All dies wird das Trainerteam mit Jens Keller mit Beginn der Rückrundenvorbereitung am 3. Januar konsequent anpacken", teilte der Klub nach dem Ende der Aussprache mit. 

Es war im Vorfeld ohnehin fraglich, ob diese Besprechung der ersten Saisonhälfte des FC Schalke 04, an der auch Aufsichtsratschef Clemens Tönnies teilnahm, überhaupt stattfinden sollte. Denn eine Aufarbeitung der Halbserie ohne den sportlich Verantwortlichen wäre sinnlos gewesen. Der 43 Jahre alte Coach litt nämlich tags zuvor noch unter einer derart starken Virusinfektion, dass er das Spiel seiner Mannschaft beim 1. FC Nürnberg (0:0) vom Hotelbett betrachten musste. 

Was er da zu sehen bekam, war ein torloses Remis und ein glücklicher Punktgewinn seiner Mannschaft. Nur der besonders überzeugenden Leistung von Torhüter Ralf Fährmann hatten es die Schalker zu verdanken, dass sie überhaupt einen Punkt beim bisher sieglosen "Club" mitnehmen konnten. 

Es war ein Spiel der Schalker, wie so viele in dieser Saison. Es stand sinnbildlich für eine unbefriedigende Spielzeit. Es gab erneut wenig Erfreuliches, viele Mängel und am Ende retteten sich die Königsblauen mit letzter Kraft über die Ziellinie. 

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Wohl auch im Eindruck dieser Darbietung wollte Horst Heldt nach der Partie erneut kein klares Bekenntnis zum Trainer abgeben, auch wenn sich der Aufsichtsrat am Wochenbeginn entschieden hatte, dass Thomas Schaaf nicht kurzfristig in der Winterpause die Nachfolge Kellers antreten wird. 

"Im Pokal sind wir desaströs gescheitert, in der Champions League haben wir mit dem Achtelfinale unser Ziel erreicht. In der Liga müssen wir ins Eingemachte, ins Detail gehen", sagte Heldt. Derzeit verweilen die Schalker in der Bundesliga auf Platz sieben, was deutlich entfernt von ihren eigenen Ansprüchen ist.

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Heldts Aufzählung ließ bereits auf eine ausgiebige Besprechung schließen. "Es gibt Situationen, in denen wir nicht so zufrieden waren. Insgesamt war es ein turbulentes Jahr", so der Manager. 

Die Liste der Schalker Mängel ist lang. Die fehlende Struktur im Spiel, die unübersehbaren spielerischen Defizite, die weiterhin gegebene Defensivschwäche oder auch die Vielzahl der Verletzten sind nur einige Probleme, die gründlich besprochen werden müssen. 

Um ein wenig mehr personellen Spielraum zu haben, will Horst Heldt Jan Kirchhoff vom FC Bayern ausleihen. "Wir wollten ihn schon verpflichten, bevor er nach München gegangen ist", sagte Heldt. 

Auch wenn die Schalker nicht der einzige Interessent sind, ist Heldt optimistisch, dass Kirchhoff bereits am 3. Januar mit ins Trainingslager nach Katar fliegen wird. "Es bleibt immer der Wunsch, dass man einen Spieler so früh wie möglich verpflichtet." In dieser Frage hatte es die lange sonntägliche Analyse jedenfalls nicht bedurft.

Quelle: wa.de

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