Auf Schalke kehrt Ernüchterung ein

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Bei Schalke 04 ist die Euphorie zuletzt verflogen.

Gelsenkirchen - Nach der zweiten Pleite gegen Mönchengladbach innerhalb von vier Tagen ist bei Schalke 04 die Begeisterung über den starken Saisonstart verflogen, Ernüchterung kehrt ein. Und das Theater um Manager Horst Heldt geht weiter.

Nach dem zweiten schmerzhaften K.o. in nur vier Tagen schwante Horst Heldt Böses. "Wir müssen jetzt ruhig bleiben und dürfen nicht das große Ganze wieder infrage stellen", mahnte der Sportvorstand von Schalke 04 nach dem 0:2 (0:1) im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach. Der Manager auf Abruf ahnt, dass die Stimmung bei Königsblau zu kippen droht.

Euphorie ist verflogen

Die Euphorie über den erfolgreichen Neustart mit Trainer Andre Breitenreiter ist verflogen, das Theater um Heldts bevorstehenden Abschied nervt zunehmend. "Wir sind immer noch auf dem richtigen Weg", behauptete der Noch-Sportvorstand und fügte schnell hinzu: "In der Bundesliga." Noch ist Schalke nach dem besten Saisonstart seit 44 Jahren Tabellendritter, doch nach nur einem Sieg in den letzten fünf Pflichtspielen zeigt die Tendenz nach unten. Und die nächsten Wochen drohen ungemütlich zu werden. Nach der unangenehmen Heimaufgabe am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den auswärtsstarken Aufsteiger FC Ingolstadt heißen die Gegner Borussia Dortmund, Bayern München und Bayer Leverkusen.

Auch Breitenreiter spürt offenbar, dass ihn die ersten Schwierigkeiten am traditionell aufgeregten Schalker Markt erwarten. Als er gefragt wurde, warum er den schwachen Leon Goretzka nicht ausgewechselt habe, widersprach er vehement dem, was 60.655 Zuschauer gesehen hatten. Der U21-Nationalspieler habe in der ersten Halbzeit "hervorragend" gespielt: "Das sehen wir, wenn wir ein Spiel analysieren, natürlich besser."

Erste Halbzeit "die beste der Saison"

Der Coach bewertete die Schalker Leistung bei der vierten Saisonniederlage - der dritten in den letzten fünf Spielen - extrem positiv. Die erste Halbzeit sei "die beste der Saison" gewesen, behauptete Breitenreiter. Nachdem die schwächelnden Torjäger Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo aber drei hochkarätige Chancen ausgelassen hatten, reichte ein Ausrutscher von Joel Matip, um die Schalker völlig aus dem Tritt zu bringen.

Lars Stindl nahm nicht nur dieses Geschenk dankend an (42.), sondern nutzte auch die ungestüme Aktion des Ersatztorwarts Michael Gspurning, um einen Elfmeter herauszuholen, den Thorgan Hazard verwandelte (53.). Danach fehlte den Schalkern ohne den gesperrten Antreiber Johannes Geis fast alles, was sie in den ersten Saisonwochen ausgezeichnet hatte: Kreativität, Mut, Überzeugung und sogar die Kraft. Manch einer fühlte sich in die Katastrophen-Rückrunde der Vorsaison zurückversetzt.

Hängepartie um Heldt

Ins Bild passt, dass die Hängepartie um Heldts Zukunft noch immer nicht beendet ist. Angeblich soll sich Aufsichtsratschef Clemens Tönnies mit seinem Wunschkandidaten Christian Heidel (FSV Mainz 05) auf einen Vierjahresvertrag geeinigt haben, das entscheidende Gespräch mit Heldt steht aber noch aus. Der wollte das Manager-Theater aber nicht als Ausrede gelten lassen: "Das eine ist eine Situation, die geklärt wird. Das andere ist die Arbeit auf dem Platz." - sid

Quelle: wa.de

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