Werder wähnt sich als "Verlierer des Spieltags"

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BREMEN - Gute Leistung, aber zu wenig Punkte: Werder Bremen hadert mit dem 1:1 gegen Schalke 04 und steckt weiter im Abstiegskampf.

Robin Dutt verschränkte die Arme vor der Brust und schüttelte immer wieder dem Kopf. Nein, der Trainer von Werder Bremen wollte partout nicht über die neue Ausgangslage im Abstiegskampf sprechen. "Die Tabelle will ich nicht bewerten. Das machen sie doch super", raunte Dutt den Reportern nach dem überraschend starken Auftritt beim 1:1 (1:1) gegen Schalke 04 entgegen: "Ich bewerte das Spiel meiner Mannschaft."

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Und die hatte zwar gut gespielt, aber eben auch eine Riesenchance vergeben, sich aller Sorgen im Ringen um den Klassenerhalt zu entledigen. Die 42.100 Zuschauer im Weserstadion staunten nicht schlecht: Werder war gegen den Favoriten bissiger, spritziger, gedankenschneller - einfach besser als der Tabellendritte Schalke. Doch der Führungstreffer von Franco Di Santo (15.) reichte nicht - Leon Goretzka (33.) glich noch vor der Pause aus. "Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich jetzt mit einem Punkt nicht zufrieden bin", sagte Dutt.

Werder bleibt zwar Tabellenzwölfter, hat nach dem Sieg des ewigen Rivalen Hamburger SV (2:1 gegen Bayer Leverkusen) aber nur noch sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Vor dem Spieltag waren es acht, zudem haben die Bremer noch ein hammerhartes Restprogramm. Die Hanseaten müssen in den ausstehenden fünf Partien ausschließlich gegen Gegner aus den Top 10 der Tabelle antreten. "Wir sind immer noch nicht durch. Im Prinzip waren wir der kleine Verlierer dieses Spieltags", sagte Innenverteidiger Sebastian Prödl. Und Kapitän Clemens Fritz meinte: "Wir haben noch nichts erreicht. Aber wir wissen, was wir können, deshalb glauben wir an uns."

Bilder vom Spiel:

1:1: Schalke unentschieden in Bremen

Gegen Schalke lieferte Werder nach einer insgesamt völlig verkorksten Serie die vielleicht beste Saisonleistung ab. Die Norddeutschen gaben in keinem anderen Rückrundenspiel so viele Torschüsse ab wie gegen Schalke (19) und spielten auch gegen den Champions-League-Teilnehmer am Ende noch auf Sieg. Schalke war umzingelt und gab in der letzten halben Stunde keinen Torschuss ab.

Doch am Ende reichte es eben nur zu einem Punkt für Grün-Weiß, und nächste Woche fehlt gegen den Europa-League-Kandidaten FSV Mainz 05 auch noch der baumstarke Di Santo, der erstmals zwei Spiele in Folge traf. Deshalb hielt sich die Freude über die starke Vorstellung gegen Schalke bei allen Beteiligten auch in Grenzen.

"Für mich sind es ganz klar zwei verlorene Punkte", sagte Sportchef Thomas Eichin angefressen: "Ich hoffe, die Tatsache, dass wir unseren Vorsprung gegenüber Stuttgart und Hamburg nicht halten konnten, war ein Warnschuss für die Mannschaft. Wir dürfen uns noch nicht ausruhen." - sid

Quelle: wa.de

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