Max Meyer: Die "7" soll keine Bürde sein

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DONAUESCHINGEN - Als „frech und clever“ beschreibt Schalke-Manager Horst Heldt das Nachwuchs-Talent Max Meyer. In dieser Saison will sich der 17-Jährige fest in den Kader spielen.

Von Jens Greinke

Als vor kurzem bekannt wurde, dass Max Meyer künftig das Schalker Trikot mit der Nummer 7 tragen würde, wurde von Unwissenden befürchtet, dass der 17-Jährige daran tragen würde wie an einer Bleiweste in XXL. Schließlich sollte diese Rückennummer auf unbestimmte Zeit nicht mehr vergeben werden, gehörte Sie doch dem für Schalke-Fans unvergleichlichen und unvergesslichen Raúl.

Jetzt sitzt Max Meyer im Pressesaal des „Öschberghofs“ und sagt: „Es ist eine Nummer wie jede andere, aber ich weiß natürlich, wer sie vorher getragen hat.“ Seit dem zweijährigen Engagements des spanischen Weltstars Raúl war die „7“ auf Schalke emotional aufgeladen. Ursprünglich sollte sie laut Manager Horst Heldt „bis auf weiteres“ nicht vergeben werden, nachdem Raúl den Klub im Sommer 2012 verlassen hatte. Dass sie nun so schnell an Max Meyer übertragen wurde, begründet der Manager so: „Uns war klar, dass – wenn wir sie neu vergeben – nur an Max vergeben. Sie soll für ihn keine Bürde, sondern ein Auszeichnung sein.“

Wer den 17-jährigen ein wenig kennen gelernt hat, weiß, dass ihm so schnell nichts zur Bürde wird. Die einen bezeichnen Meyer wahlweise als forsch oder keck, für Horst Heldt ist das Schalker Nachwuchstalent „frech und clever“. Und übrigens auch nicht ganz so cool, wie er manchmal tut. „Natürlich hat er sich seine Gedanken gemacht und die Rückennummer mit viel Respekt entgegen genommen“, erinnert sich Heldt. Und Meyer selbst gibt zu, dass „ich im ersten Moment erst einmal schlucken musste“, als er zumindest von der Nummerierung her das Erbe von Raúl antrat. Aber: „Großen Druck spüre ich deshalb nicht.“

Wer Meyer in diesen Tagen im Trainingslager in Donaueschingen beobachtet, kann seinen Ehrgeiz fast mit Händen greifen: er rennt, er fordert, er beißt. In der zurückliegenden Saison waren ihm nur Kurzeinsätze im Profikader vergönnt, noch nie hat er ein Pflichtspiel von Beginn an absolviert. „Eine meiner Zielsetzungen in der neuen Saison ist es natürlich, soviel wie möglich zu spielen“, sagt er. Natürlich auch mal gerne von Beginn an. Das Dumme für Meyer: Auf seiner Lieblingsposition im zentralen Spielaufbau glänzt seit geraumer Zeit Julian Draxler. Noch dümmer: Draxler ist zwar fast auf den Tag genau zwei Jahre älter, aber auch erst 19.

So wird Meyer seinen Aktionsradius auf dem Feld vorerst wohl oder übel verlagern müssen, in den Einheiten in Donaueschingen ließ ihn Trainer Jens Keller oft auf der rechten Offensiv-Seite agieren. Meyers Zielstrebigkeit ist zwar groß, doch auch er weiß, dass an Draxler derzeit kein Weg vorbei führt. „Ich blicke zu Jule auf und weiß, dass ich sehr, sehr viel von ihm lernen kann“, sagt Meyer. Mit Leon Goretzka, der gestern Abend im Schalker Trainingslager eintreffen sollte, erhalten die Schalker ein weiteres so genanntes Riesen-Talent. Auch der Ex-Bochumer ist ein zentraler Mittelfeldspieler, auch er ist erst 18 Jahre jung. Viel deutet darauf hin, dass die Schalker mit Goretzka und Meyer bereits die Zeit nach Julian Draxler planen. Schon in der vergangenen Woche wurden Angebote von Real Madrid und Manchester City publik, die bereit waren, für den Nationalspieler die erst kürzlich im Vertrag verankerte Ausstiegsklausel über rund 45 Millionen Euro zu ziehen. „Es war der richtige Schritt von Julian, zunächst bei uns zu bleiben. Hier ist er ein Führungsspieler, das tut seiner Entwicklung sehr gut“, glaubt Trainer Jens Keller. Sollte die Entwicklung von Draxler aber so weitergehen wie bisher, wird die Stunde von Max Meyer und Leon Goretzka vielleicht schneller schlagen, als sie es sich heute noch erträumen.

Quelle: wa.de

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