Nach Sommer-Transfers: Heldt angriffslustig

Schalke bläst zur Attacke gegen den BVB

Schalkes Manager Horst Heldt.

GELSENKIRCHEN - Erstmals konnte Manager Horst Heldt von Fußball-Bundesligist Schalke 04 in diesem Sommer Geld für Transfers in die Hand nehmen. Nun will er den Erzrivalen aus Dortmund angreifen.

Bislang trat Horst Heldt vor allem als Verkäufer auf. Jetzt hat der Sportvorstand von Schalke 04 erstmals in größerem Stil eingekauft - und er sieht die Königsblauen gut aufgestellt, auch im Vergleich mit dem Erzrivalen Borussia Dortmund. "Ich glaube, dass sie nicht weit weg sind", sagte der 43-Jährige. Man sei "in der Lage, mit ihnen zu konkurrieren".

Dass der BVB in den letzten Jahren die Nase vorn hatte, habe auch mit unterschiedlichen finanziellen Voraussetzungen zu tun. "Dortmund wäre vor einigen Jahren platt gewesen, wenn die Aktionäre nicht auf ihr Geld verzichtet hätten", sagte Heldt mit Blick auf den Dortmunder Beinahe-Kollaps 2005, als Anleger und Gläubiger die Sanierung in letzter Sekunde ermöglicht hatten.

Dortmund sieht Heldt auch deshalb in Reichweite, "weil sie auch noch ein Verkaufsverein sind, weil auch sie ihre besten Spieler abgeben". Nach Mittelfeldstar Mario Götze wird der BVB im nächsten Jahr auch seinen Topstürmer Robert Lewandowski an die Bayern verlieren.

Heldt durfte in diesem Sommer rund 15 Millionen Euro ausgeben, nachdem er sich in den vergangenen Jahren meist mit ablösefreien und Leihspielern begnügen musste. "Es freut mich, dass wir zum ersten Mal in meiner Zeit hier ein bisschen Geld in die Hand nehmen und ich die Kriterien Qualität und Mentalität an oberste Stelle setzen kann", sagte er.

Stürmer Adam Szalai (8 Millionen), Ausnahmetalent Leon Goretzka (3), U21-Nationalspieler Christian Clemens (2,8) und Innenverteidiger Felipe Santana (1) verpflichtete der Schalker Manager.

Die Ausstiegsklauseln in immer mehr Verträgen findet der Ex-Profi hilfreich: "Ich muss mich nur mit dem Spieler einigen und habe den Verein nicht als Streitpartner." Es breite sich immer weiter aus, "aber es ist kein Virus". Für Spieler und Klubs gebe es dadurch mehr Planungssicherheit. "Wenn es Interesse an einem unserer Spieler gibt und die Ablöse frei verhandelbar ist, dann zieht es sich wie ein Kaugummi und kann ohne Ende nerven - nicht nur den aufnehmenden, sondern auch den abgebenden Verein. Mit einer Klausel kann man schneller agieren."

Dass er auch dem heftig umworbenen Schalke-Juwel Julian Draxler eine Ausstiegsklausel zugestand, habe ihm "schlaflose Nächte" gebracht. "Ich habe nicht gedacht, dass tatsächlich Vereine so schnell so viel Geld für einen 19-Jährigen bezahlen wollen", gab Heldt zu.

Nur wenige Wochen nachdem die Ablösesumme im neuen Vertrag auf 45,5 Millionen Euro festgeschrieben worden war, wollten Klubs aus England und Spanien bereits zuschlagen.

Draxler lehnte Angebote über angeblich 60 Millionen Euro Gehalt ab und bleibt zumindest noch ein Jahr auf Schalke. "Damals hat Julian gesagt, so eine Summe sei utopisch", berichtete Heldt: "Jetzt ärgere ich mich, dass ich sie nicht noch höher angesetzt habe."

Auch wenn er den Jungnationalspieler noch nicht als feststehenden Abgang im nächsten Jahr sieht, weiß Heldt, dass Draxler, "der zu den Top Drei in Europa auf seiner Position gehört", auf Dauer nicht zu halten ist. - sid 

Quelle: wa.de

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