Champions League

2:4 in Lissabon: Schalke verschenkt gute Chance

LISSABON - Das war ein Spiel, das die Schalker Fans so melancholisch stimmen dürfte wie der traurige, portugiesische Fado: Durch die 2:4 (1:1)-Niederlage bei Sporting Lissabon verschenkte die Mannschaft von Trainer Roberto Di Matteo nicht nur die ausgezeichnete Chance, die Weichen ganz klar in Richtung Achtelfinale der Champions League zu stellen.

Aus Lissabon berichtet Jens Greinke 

Durch den extrem schwachen Auftritt verspielten die Königsblauen auch viele Sympathien. Zudem war es die erste Niederlage des FC Schalke 04 gegen einen portugiesischen Klub auf europäischer Ebene. Immerhin bleiben die Königsblauen Tabellenzweiter in der Gruppe G und haben es somit weiter selbst in der Hand, die K.o.-Runde zu erreichen.

Roberto Di Matteo hatte zunächst auf einen Einsatz von Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam in der Startformation verzichtet. Beide waren leicht angeschlagen mit nach Lissabon gereist, hatten den finalen Check im Abschlusstraining allerdings nicht bestanden. Statt Boateng übernahm Max Meyer erneut die Rolle als Spielmacher, blieb letztlich aber blass und ideenlos.

Bilder vom Spiel

FC Schalke verliert bei Sporting Lissabon mit 4:2

Schon beim Abspielen der Champions-League-Hymne im „Estádio José Alvalade“ wurde deutlich, dass die Portugiesen noch einiges aufzuarbeiten hatten nach der bitteren 3:4-Niederlage im Hinspiel vor zwei Wochen. Diese war durch einen ungerechtfertigten Elfmeter für die Schalker in der Nachspielzeit zustande gekommen, weshalb Sporting Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hatte. Der Protest war vom Verband abgelehnt worden, weshalb die Lissabonner Fans bei Abspielen der Königsklassen-Melodie mit einem gellenden Pfeifkonzert für Misstöne sorgten.

Die Partie war ähnlich ereignisreich wie das Hinspiel in Gelsenkirchen. Die Schalker hielten Sporting in den Anfangsminuten zunächst auf Distanz – und gingen in der 17. Minute sogar in Führung: Ein Freistoß von Dennis Aogo von der rechten Seite segelte in den Strafraum der Gastgeber, wo Eric-Maxim Choupo-Mouting den Ball knapp verpasste, dieser aber dann durch Islam Slimani ins eigene Tor geköpft wurde. Ein scheinbar perfekter Start für die Königsblauen, die diesen Vorteil und Vorsprung aber rätselhafter Weise schnell wieder abschenkten. Auf der anderen Seite sorgte in der 26. Minuten ebenfalls eine Standardsituation für den Ausgleich, als Naby Sarr einen Freistoß von Adrien Silva zum 1:1 einnickte. Ein Weckruf für Sporting und seine Fans.

Ralf Fährmann war es dann, der die Schalker bis zum Halbzeitpfiff vor einem Rückstand bewahrte. Der Schalker Keeper agierte in einige Situationen zwar ungewohnt nervös, rettete aber mit zwei hervorragenden Reaktionen gegen William Carvalho (29.) und den starken Nani (38.) das Remis in die Pause.

Dennoch hatten die Portugiesen längst ihre Chance gewittert und drückten weiter. In der 52. Minute patzten Atsuto Uchida und Chinedu Obasi gemeinschaftlich, als sie es Nani unnötigerweise erlaubten, den Ball zu Jefferson zu passen, der von der Strafraumgrenze einen platzierten Flachschuss abfeuerte, der zum 2:1 im langen Eck einschlug.

Di Matteo brachte Boateng für Meyer (65.) und Sam für Obasi (69.), doch es war zu spät. Der überragende Nani machte mit seinem Treffer zum 3:1 (74.) alles klar. Das 3:2 von Aogo (88.) konnte das Spiel nicht mehr wenden, zumal Slimani noch zum 4:2 traf (90.+1).

Quelle: wa.de

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