Neuzugang angekommen

Goretzka: "Muss auf Schalke von Neuem beginnen"

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Leon Goretzka beim Training in Donaueschingen.

DONAUESCHINGEN - Leon Goretzka musste sich einige Minuten Zeit lassen, ehe er aus dem Dauerregen zurück ins Trockene kam. Der 18-Jährige war nach dem Vormittagstraining in Donaueschingen der gefragteste Mann und schrieb Autogramm um Autogramm.

Aus Donaueschingen berichtet unser Redakteur Jens Greinke

Mit einer großen Nachfrage kennt sich Goretzka aus: Der gebürtiger Bochumer wurde in den vergangenen Monaten von Topklubs aus dem In- und Ausland gejagt wie die „Blaue Mauritius“ von Philatelisten. Nun ist er ein Königsblauer.

Zwar hat der 1,89 Meter große Mittelfeldspieler noch kein Bundesliga-Spiel absolviert, doch standen ihm beneidenswert viele Türe offen. Das Interesse von Bayern München und Borussia Dortmund gilt als verbürgt, in der Reihe der Bewerber standen auch einige Topklubs aus dem Ausland. Letztlich erhielten die Schalker den Zuschlag, was Horst Heldt in diesen Tagen zu einem äußerst zufriedenen Menschen macht. „Leon hat einen interessanten Weg vor sich. Und wir wollen ihn auf diesem so lange wie möglich begleiten“, sagt der Schalker Manager. Der Vertrag von Goretzka auf Schalke läuft bis 2018.

Leon Goretzka bei der Pressekonferenz in Donaueschingen.

Das Hickhack um seinen Transfer vom VfL Bochum nach Gelsenkirchen ist nicht spurlos an Goretzka vorbeigegangen. Wochenlang hatten beide Klubs über die Gültigkeit der Ausstiegsklausel (für 2,75 Millionen Euro) gestritten, letztlich reichte der 18-Jährige sogar Klage beim Arbeitsgericht Bochum gegen den Zweitligisten ein. „Das ist mir alles nicht leicht gefallen“, gibt Goretzka zu: „Ich hatte es mir alles anders vorgestellt.“ Besonders an die Nieren ging dem „Jahrhundert-Talent“ (Bochum-Coach Peter Neururer), „dass ständig Dinge in die Medien gerieten“. Deshalb freue er sich nun, „dass es vorbei ist“.

Am Mittwoch mussten nur noch ein paar wenige Details geklärt werden, weshalb Goretzka sein erstes Schalker Training zunächst mit einer Gastspiel-Genehmigung absolvierte. Trotz aller Unstimmigkeiten scheide er aber nicht in Gram vom VfL: „Davon wird nichts hängen bleiben. Der VfL Bochum ist und bleibt mein Heimatverein. Und ich werde dort bestimmt noch vorbeischauen und mich verabschieden“, verspricht Goretzka.

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Zu den Kriterien, die schließlich in einen Wechsel zum FC Schalke 04 mündeten, gehörten auch einige pragmatische. Goretzka besucht derzeit noch eine Schule in Bochum und will dort im nächsten Jahr seine Abiturprüfung ablegen. „Schalke ist nur ein Katzensprung entfernt, das vereinfacht einiges“, sagt Goretzka. Ein Schulabbruch habe für ihn „nie zur Debatte gestanden“. Auch Horst Heldt ist es „wichtig, dass er die Schule zu Ende macht“, weshalb sich der Schalke-Manager auch schon mit der Schulleitung getroffen hat: „In dieser Beziehung erhält er unsere volle Unterstützung.“

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Positiv wurde im Goretzka-Lager auch die Zurückhaltung der Schalker aufgenommen, als das Werben im vergangenen Jahr begann. „Wir haben nicht jeden Tag seinen Berater angerufen, sondern haben uns erst zu Verhandlungen getroffen, als wir dazu eingeladen wurden“, sagt Heldt. Ein Umstand, der Goretzka gefiel: „Schließlich stand ich vergangenes Jahr mit dem VfL Bochum mitten im Abstiegskampf und musste mich auf andere Dinge konzentrieren.“ Letztlich war der 18-Jährige einer der Garanten für den Klassenverbleib des VfL Bochum in der 2. Liga.

„Ich weiß, dass ich in Schalke von Neuem beginnen muss“, bleibt Goretzka angenehm zurückhaltend. Vorgesehen ist er bei den Knappen auf der Doppel-Sechs, wo die bisherige Besetzung mit Jermaine Jones, Roman Neustädter oder Marco Höger nicht ohne ist. Doch er sei „auf die Konkurrenz vorbeireitet“, sagt Goretzka und ergänzt: „Ich hoffe, dass ich der Mannschaft so schnell wie möglich helfen kann.“

Quelle: wa.de

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