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Kommentar zum Rassismus gegen Torunarigha: Schalke fallen eigene Versäumnisse vor die Füße

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Von: Benedikt Ophaus

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Herthas Jordan Torunarigha wurde auf Schalke rassistisch beleidigt.
Herthas Jordan Torunarigha wurde auf Schalke rassistisch beleidigt. © dpa

Nach den Beleidigungen auf Schalke gegen Herthas Jordan Torunarigha hat Fußball-Deutschland einen neuen Rassismus-Skandal. Solche Vorfälle sind nicht überraschend. Ein Kommentar.

Der Rassismus ist zurück in Deutschlands Stadien. Vor knapp einem Jahr mussten Leroy Sané und Ilkay Gündogan beim Länderspiel in Wolfsburg übelste Beleidigungen über sich ergehen lassen. Am Dienstag im Pokal-Duell auf Schalke traf es Jordan Torunarigha von Hertha BSC.

Ein Blick in das todtraurige Gesicht des aufgelösten Profis genügte, um zu wissen, dass die Schilderungen der Berliner nicht aus der Luft gegriffen waren. Vorfälle dieser Art kommen nicht überraschend. Der Rassismus ist längst wieder Teil unseres Alltags – und zu unserem Alltag gehört der Fußball.

Die Reaktion der Schalker ist vorbildlich. Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer David Wagner fanden klare Worte. Dennoch fallen dem Klub nun auch die eigenen Versäumnisse vor die Füße: Wie will Schalke 04 die verantwortlichen Fans nach den rassistischen Beleidigungen gegen Jordan Torunarigha glaubhaft bestrafen, wenn der eigene Ehrenrat bei den rassistischen Äußerungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies unverständliche Milde walten ließ?

Auch die Rolle des Schiedsrichters muss beleuchtet werden. Harm Osmers, dem für eine Durchsage „der Kontext“ fehlte, war von der Hertha um Hilfe gebeten worden. Es passierte: Nichts. Aber nicht nur das: Osmers stellte den völlig verunsicherten Torunarigha wenig später gar vom Platz. Mit solch einer Ignoranz kann dem aufkommenden Rassismus in den Stadien nicht der Kampf angesagt werden.

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