Der „Prince“ setzt dem Spiel die Krone auf

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Kevin-Prince Boateng

GELSENKIRCHEN - Kevin-Prince Boateng kam schnellen Schrittes aus der Kabine und tat so, als würde er die vielen Reporter, die auf ihn warteten, gar nicht sehen. Erst im letzten Moment bremste er abrupt ab, lächelte schelmisch und sagte: „Jetzt habt ihr aber viele Fragen, oder?“

Von Jens Greinke

Tatsächlich gab es nach dem 3:1 (0:1)-Erfolg der Schalker über den SV Werder Bremen einiges zu erörtern mit dem 26-Jährigen, den die Schalker Fans schlicht „Prince“ nennen und der dem Spiel letzlich die Krone aufgesetzt hatte. Mit zwei Treffern (64./85.) hatte er die Partie, die viele Beobachter für Schalke schon für verloren erachtet hatte, gedreht. Und zwar mit Köpfchen.

„Das ist mein erster Kopfball-Doppelpack“, sagte Boateng, was ein wenig verwunderte. Denn vor allem sein zweiter Treffer war ein Stück für jedes Lehrbuch: Während er mit seinem Körper seinen Gegenspieler fair zur Seite drückte, nickte er den Ball unhaltbar für Werder-Keeper Sebastian Mielitz in die Maschen. Besser geht es kaum.

Es waren die Saisontore vier und fünf für Boateng, der immer mehr zu einer Art Lebensversicherung für die Schalker Ambitionen, aber auch für Trainer Jens Keller wird. Denn angesichts der Bemühungen seiner Mannschaftskameraden, die vor allem in der Anfangsphase der Partie eine Vielzahl von guten Chancen ausließen, war nach dem 0:1 durch Felix Kroos (22.) nicht mehr unbedingt davon auszugehen, dass die Schalker das Spiel am Ende noch gewinnen würden.

Bilder vom Spiel:

3:1-Sieg für Schalke gegen Bremen

 „Wir haben uns das Leben wieder selber schwer gemacht“, sagte Kapitän Benedikt Höwedes, der sich vor allem über den „dicken Bock“ vor dem Bremer Gegentreffer ärgerte. Nachdem der starke Max Meyer den Ball im eigenen Sechzehner erobert hatte, spielte er einen kurzen Pass etwas riskant zum doppelt gedeckten Roman Neustädter, der das Leder etwas schlafmützig und prompt wieder verlor. Der an diesem Tage völlig indisponierte Neustädter musste in der Halbzeit in der Kabine bleiben.

So sehr man der Schalker Mannschaft am Samstag ihren Willen zu Gute halten musste, letztlich war es zum wiederholten Male die individuelle Klasse, die Schlimmeres verhinderte. „Schalke war angeknockt, aber wir haben nach dem 1:0 den Todesstoß verpasst. Und am Ende kam Schalke dann mit seinen sehr, sehr guten Einzelspielern“, analysierte Werder-Manager Thomas Eichin recht treffend.

Für Schalkes Manager Horst Heldt war es letztlich wichtig, „dass wir mit einem Sieg in die Länderspielpause gehen“. Der Erfolg, den der nach wochenlanger Verletzungspause erstmals wieder eingewechselte Jefferson Farfan mit dem 3:1 in der Nachspielzeit (90. + 1) zementierte, hielt die Knappen jedenfalls in Schlagdistanz um angestrebten vierten Platz.

Quelle: wa.de

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