Situation ein wenig befriedet

2:0 gegen Freiburg: Kellers Schalker erfüllen Pflicht

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[UPDATE 19.20 Uhr] GELSENKIRCHEN - Als die Schalker Spieler nach dem2:0-Sieg gegen Freiburg am Sonntag die Arena verließen und sich Richtung Weihnachtsfeier aufmachten, taten sie dies zwar nicht mit glänzenden Augen, aber doch in recht aufgeräumter Stimmung.

Von Jens Greinke

Der 2:0 (1:0)-Erfolg über den SC Freiburg im vorletzten Spiel der Hinrunde hatte die Situation im Verein ein bisschen befriedet. Mehr aber auch nicht. Die meisten der Schalker Fans verließen das Stadion mit gemischten Gefühlen. Zum einen freute sich der Anhang, dass die Mannschaft drei Punkte geholt hatte und somit sogar zwei Zähler auf Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach gut gemacht hatten. Andererseits hatten sie einen Sieg ihrer Mannschaft gesehen, der alles andere als überzeugend gewesen war.

„Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht“, gab Trainer Jens Keller zu, um schnell zu ergänzen: „Aber das zählt heute nicht.“ Die Frage ist, ob der 43-Jährige mit dieser Einschätzung richtig liegt. Das Szenario, dass Keller die Mannschaft im Trainingslager in Katar (3. bis 13. Januar) nicht mehr betreuen wird, ist weiterhin möglich.

„Ich freue mich über jeden Tag, den ich hier bin“, sagte Keller nach dem Schlusspfiff, um dann anzumerken: „Man sieht, dass die Mannschaft funktioniert.“

Diesen Eindruck hatte Keller einigermaßen exklusiv. Passend zur Adventszeit war die Partie über weite Strecken schwere Kost. Das Schalker Spiel strahlte eine enorme Behäbigkeit aus und war so uninspiriert, dass man am liebsten auf der Stelle einen Ideen-Wettbewerb ausgeschrieben hätte. Keller wies zwar noch einmal auf die personell angespannte Situation hin, musste aber angesichts der ersten Halbzeit selbst eingestehen, dass bei seinen Spielern „jedes Bein gezittert hat“ und „jeder Pass wacklig war“.

FC Schalke besiegt den SC Freiburg

Es war letztlich ein für die Schalker glücklicher Umstand, der zur Führung der Gastgeber geführt hatte. Nach einem Eckball von Jefferson Farfan bugsierte Freiburgs Nicolas Höfler den Ball unglücklich ins eigene Netz. Und auch der zweite, letztlich entscheidende Treffer fiel nicht in Folge der Schalker Spielkunst, sondern weil der kurz zuvor eingewechselte Tim Albutat Schalkes Max Meyer nach einem Solo nur mit unfairen Mitteln hatte bremsen können (66.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Jefferson Farfan in souveräner Manier (67.).

Dass die Partie beim Schalker Anhang letztlich doch noch einen Gänsehaut-Effekt hervorkitzelte, war dem Comeback von Kyriakos Papadopoulos zu verdanken. Der Grieche, der seinen letzten Einsatz am 27. November 2012 absolviert hatte und danach wegen einer schweren Knieverletzung gefehlt hatte, wurde in der 88. Minute unter frenetischem Jubel der Fans eingewechselt.

Am kommenden Wochenende steht für die Schalker das letzte Hinrundenspiel beim 1. FC Nürnberg an, danach will Manager Horst Heldt die Situation bewerten. Spekulationen um Thomas Schaaf als Nachfolger von Jens Keller halten sich hartnäckig, der Ex-Coach von Werder Bremen steht offenbar auch beim Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies ganz oben auf der Wunschliste.

„Ich habe nicht gesagt, dass Jens Keller am 3. Januar nicht das Training leiten wird“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt. Aber er sagte eben auch nicht, dass es Jens Keller sein wird, der das Training dann leitet.

Quelle: wa.de

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