Mittwoch bei Sporting Lissabon

Di Matteo: Kein Wehklagen nach Draxlers Ausfall

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Roberto Di Matteo zur Verletzung von Julian Draxler: „Wir müssen damit leben.“

LISSABON - Während sich das Team des FC Schalke 04 auf den Weg nach Lissabon machte, wo am Mittwoch (20.45 Uhr) das Vorrunden-Rückspiel der Champions League bei Sporting ansteht, reiste Julian Draxler nach Tübingen. Dort sollte er laut Trainer Roberto Di Matteo noch am Dienstag operiert werden. Der 21-Jährige dürfte rund drei Monate fehlen.

Von Jens Greinke

Mit Muskel- und Sehnenverletzungen kennen sie sich auf Schalke mittlerweile fast so gut aus wie das Standard-Nachschlagewerk der Ärzte, der „Pschyrembel“. Dieser wird auch gern als „Duden der Medizin“ bezeichnet.

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Doch von der Verletzung, die sich Julian Draxler am vergangenen Freitag nach nur elf Sekunden im Spiel gegen den FC Augsburg (1:0) zuzog, hatten vorher wohl nur die wenigsten etwas gehört: Teilriss der Semimembranosus-Sehne. Eine Verletzung, die nicht nur schwer auszusprechen, sondern auch nicht so einfach zu behandeln ist.

Roberto Di Matteo verarbeitete diesen weiteren personellen Rückschlag auf die wohl einzig vernünftige Art und Weise: „Manchmal ist es einfach Schicksal“, sagte Schalkes neuer Cheftrainer: „Wir müssen damit leben.“

Sieben Verletzte (neben Draxler sind das Jefferson Farfan, Joel Matip, Sead Kolasinac, Fabian Giefer, Felipe Santana und Leon Goretzka) sind es aktuell, auf die der 44-Jährige verzichten muss.

Zudem stellt sich die Frage, ob die angeschlagenen Sidney Sam und Kevin-Prince Boateng schon weit genug sind, um gegen Lissabon im Kader zu stehen. „Wir müssen abwarten“, sagte Di Matteo, der die beiden am Abend beim Abschlusstraining im „Estádio José Alvalade“ genau beobachtete und erst danach eine Entscheidung treffen wollte.

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Schalke 04 siegt gegen Sporting Lissabon

Dass Draxlers Verletzung Auswirkungen auf die Schalker Transferaktivitäten im Winter haben wird, wollte Horst Heldt in Lissabon noch nicht bestätigen. „Das lässt sich jetzt noch nicht klar definieren, das müssen wir abwarten“, so der 44-jährige Sportvorstand der Knappen.

Für Heldt ist es zunächst einmal wichtig, dass Draxler „den Schock“ überwunden hat: „Er hat die Verletzung mittlerweile akzeptiert. Und ich gehe davon aus, dass er nach der Operation hart an seinem Comeback arbeiten wird.“

Seinen einsatzfähigen Spielern attestierte Roberto Di Matteo in Portugal „gute Ambitionen und viel Ehrgeiz“. Was ganz nach dem Geschmack des Italo-Schweizers sein dürfte, denn: „Diese Eigenschaften an den Tag zu legen, ist derzeit der einzige gangbare Weg für uns.“

"Auf keinen Fall provozieren lassen"

Vor zwei Wochen hatten die Blau-Weißen in der Nachspielzeit einen ungerechtfertigten Elfmeter zugesprochen bekommen, den Eric-Maxim Choupo-Moting verwandelt hatte. Der anschließende Protest der Portugiesen bei der UEFA wurde abgewiesen.

„Es wird sicher ein interessantes Spiel“, sagt Roberto Di Matteo mit einem leichten Lächeln: „Die Atmosphäre im Stadion wird sehr warm sein.“ Der Schalke-Coach rät seinen Spielern deshalb: „Wir dürfen uns auf keinen Fall provozieren lassen.“

Auch Kapitän Benedikt Höwedes erwartet eine „hitzige Stimmung“, glaubt aber auch: „Wir sollten unser Spiel durchbringen. Sporting ist auf alle Fälle schlagbar.“

Im Falle eines Sieges und einer gleichzeitigen Niederlage von NK Maribor gegen den FC Chelsea wären die Knappen dem Einzug in die K.o.-Runde mit dann acht Punkten schon sehr nah. Doch die „Löwen“ werden da am Mittwochabend sicherlich noch ein Wörtchen mitsprechen wollen.

Die Schalker im Flieger nach Lissabon

Tor: Ralf Fährmann, Christian Wetklo, Timon Wellenreuther

Abwehr: Marvin Friedrich, Jan Kirchhoff, Benedikt Höwedes, Dennis Aogo, Atsuto Uchida, Christian Fuchs, Kaan Ayhan

Mittelfeld: Max Meyer, Kevin-Prince Boateng, Christian Clemens, Marco Höger, Sidney Sam, Chinedu Obasi, Tranquillo Barnetta, Roman Neustädter, Marcel Sobottka

Angriff: Eric Maxim Choupo-Moting, Klaas-Jan Huntelaar

Quelle: wa.de

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