Juventus statt Schalke: Sami Khedira war die Unruhe bei Königsblau zu groß

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Max Meyer (links) und Sami Khedira werden keine Teamkollegen auf Schalke: Khedira wechselt von Real Madrid zu Juventus Turin.

Turin - Die Hoffnungen von Schalke 04 platzten wie eine Seifenblase, dafür erhielt Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin den Zuschlag und kann sich künftig mit Weltmeister Sami Khedira schmücken. Am Dienstag bestätigte der Champions-League-Finalist den spektakulären Transfer des 28-Jährigen. "Willkommen, Weltmeister!", schrieb Juve bei Twitter: "Sami Khedira ist ein Bianconero!"

"Die Unruhen waren leider zu groß"

Der Wechsel zu Schalke ist auch wegen der Turbulenzen bei den Königsblauen nicht zustande gekommen. "Es war eine ernsthafte Überlegung von mir, aber im Endeffekt waren die Unruhen leider zu groß, der Trainer wurde entlassen, das war für mich auch ausschlaggebend", sagte der Mittelfeldspieler.

Er habe "sehr gute Gespräche" mit den Schalker Verantwortlichen geführt, auch mit dem kurze Zeit später entlassenen Trainer Roberto Di Matteo. Nach der Trennung von dem Coach sei für Khedira "im Endeffekt klar gewesen, dass ich den Schritt nach Italien gehen würde".

Juventus bezeichnete er am Rande des Länderspiels gegen die USA in Köln (1:2) als ambitionierten Klub, der in den letzten beiden Jahren auch wieder international konkurrenzfähig geworden ist. "Der Verein will in den nächsten Jahren irgendwann die Champions League gewinnen - ich auch, deswegen passt das ganz gut", sagte Khedira.

Der Mittelfeldstar, der fünf Jahre bei den Königlichen unter Vertrag gestanden hatte, erhält einen Vierjahreskontrakt bis 2019. Laut Medienangaben soll Khedira per annum vier Millionen Euro beim italienischen Champion kassieren. Außerdem dürfte der Ex-Stuttgarter ein Millionen-Handgeld für seinen ablösefreien Wechsel nach Turin erhalten.

Juventus stach Schalke aus

Schalke-Boss Clemens Tönnies wollte Khedira mit aller Macht nach Gelsenkirchen locken, doch als Juventus in den Transferpoker eingestiegen war, hatten die Königsblauen keine wirkliche Chance mehr, den Ex-Stuttgarter zu verpflichten.

Dabei wollte Tönnies im Fall Khedira an die finanzielle Schmerzgrenze gehen, um in der kommenden Saison mit dem Traditionsklub wieder das Ziel Champions-League-Teilnahme zu erreichen. Nun muss sich Sportvorstand Horst Heldt nach einem namhaften Ersatz umsehen.

Hinter Khedira liegt indes eine schwere Saison in Madrid. Nach dem Champions-League- und WM-Triumph im vergangenen Jahr saß der laufstarke Mittelfeldakteur mehr als ihm lieb war draußen. Real-Coach Carlo Ancelotti war zuletzt ganz offensichtlich nicht unbedingt von der Leistungsfähigkeit des Deutschen überzeugt.

Kritik an Khedira nach schwacher Saison

"Er hatte wahnsinnig wenig Spielpraxis seit der WM", hatte Bundestrainer Joachim Löw unlängst gesagt. Mancher Experte hegte schon generelle Zweifel an Khediras Leistungsfähigkeit. Der frühere Stuttgarter sei verletzungsanfällig, meinte Franz Beckenbauer vor geraumer Zeit bei Sky: "In seiner aktuellen Verfassung wird er niemandem helfen. Im Moment fehlt ihm alles."

Juventus ließ sich davon aber nicht abschrecken, Khedira soll eine zentrale Rolle im Spiel des Endspielteilnehmers der Königsklasse am vergangenen Samstag in Berlin gegen den FC Barcelona (1:3) einnehmen. "Khedira ist für uns eine großartige Marktgelegenheit", sagte Juves Sportdirektor Giuseppe Marotta.

Letzte Saison nur Ersatzspieler

Die Königlichen aus Madrid hatten Khedira jedenfalls nicht mehr weiterverpflichtet, nachdem der Mittelfeldstar in der abgelaufenen Saison meist nur Ergänzungsspieler gewesen war. Der WM-Champion war 2010 vom VfB Stuttgart zu den Königlichen gewechselt. - sid

Quelle: wa.de

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