Julian Draxler ist der neue Held auf Schalke

GELSENKIRCHEN ▪ Julian Draxler hat den FC Schalke mit einem Tor in vorletzter Minute den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale gesichert. Der 17-Jährige war im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg der letzte Trumpf von Trainer Felix Magath. Und der Joker stach...

Von Jens Greinke

Im Kampf um die Startplätze im internationalen Wettbewerb gilt der DFB-Pokal als pfiffige Abkürzung – die die Schalker gestern mühevoll, aber erfolgreich verfolgten. Ein Weitschuss des 17-jährigen Julian Draxler in der 119. Minute sicherte dem Team von Felix Magath gestern Abend im Viertelfinale den 3:2 (1:1, 2:2)-Sieg über den 1. FC Nürnberg.

Der Schalker Nachwuchsspieler, der erst eine Minute zuvor eingewechselt worden war, wurde in der Schalker Arena von den Fans frenetisch gefeiert.

„Was gerade in mir vorgeht, kann man mit keinen Worten der Welt beschreiben. Ich bin einfach nur überglücklich“, sagte der Siegtorschütze. Magath hatte seinen Glücksgriff die ganze Zeit auf der Rechnung: „Ich hatte schon vor dem Spiel vor, ihn reinzubringen, aber weil Peer Kluge lange angeschlagen war, habe ich ihn erst spät gebracht. Klasse einfach, das ist ein toller Junge. Julian hat eine große Zukunft beim FC Schalke vor sich.“

Magath hatte seine Mannschaft im Vergleich zum jüngsten 1:0-Erfolg in Hannover auf zwei Positionen umgebaut. Zum einen ersetzte Christian Pander zunächst Julian Draxler auf der linken Außenbahn, zum anderen nahm Mario Gavranovic den Platz von Klaas-Jan Huntelaar im Sturmzentrum ein.

Die ersten Akzente setzten allerdings für viele unerwartet die Gäste, die als Außenseiter in Gelsenkirchen angereist waren. Bereits nach vier Minuten lag der „Club“ mit 1:0 in Front, nachdem Julian Schieber das unverständlich passive Abwehrverhalten der Schalker eiskalt ausgenutzt hatte. Und nur mit viel Glück entgingen die Hausherren zwei Minuten später gar dem 0:2, als Christian Eigler nach einer erneuten Defensiv-Panne des Magath-Teams nur Zentimeter am Pfosten vorbeischoss.

Danach schienen die Schalker endgültig wach – und machten ihrerseits Druck. Eine wahrlich sehenswerte Kombination führte in der 14. Minute zum 1:1: Nach einem herrlichen, öffnenden Pass von Raùl auf Pander, flankte der 27-Jährige in die Mitte, wo Mario Gavranovic eiskalt abschloss. Eine gute Aktion des 2010 verpflichteten Schweizers, der gestern Abend seine erste Partie im Schalker Trikot von Beginn an absolvierte. Und die scheinbare Wende in dieser Partie, die nun von den Hausherren dominiert wurde. Doch die verpassten es, in Führung zu gehen. Die größte Möglichkeit hierzu bot sich Raùl in der 22. Minute, traf der Spanier nach schönem Doppelpass mit Ivan Rakitic allerdings nur den Außenpfosten.

Die Nürnberger behielten trotz des Drucks die Nerven und lauerten auf Fehler der Schalker sowie auf Konterchancen. In der 32. Minute glückte den Clubberern ein Tempogegenstoß in Vollenendung: Eigler bediente den mitlaufenden Schieber von der linken Seite, der zum 1:2 einschoss.

Wie zu erwarten setzten die Schalker die Nürnberger nach dem Wechsel wieder unter Druck. Und kamen nach einem erneut sehenswerten Spielzug zum Ausgleich. Über Peer Kluge und Raùl gelangte der Ball zu Ivan Rakitic, der von der Strafraumgrenze aus unhaltbar für FCN-Torwart Raphael Schäfer zum 2:2 verwandelte.

Danach spielten nur noch die Schalker, die die Gäste vor allem in den letzten 20 regulären Spielminuten massiv unter Druck setzten, ohne jedoch den Siegtreffer zu erzielen. In der anschließenden Verlängerung ging dann auch den Schalkern die Kraft aus. Als sich bereits alle im Stadion auf ein Elfmeterschießen vorbereitet hatte, zog Magath seinen letzten Trumpf aus dem Ärmel: Julian Draxler.

Quelle: wa.de

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