Zukunft von Horst Heldt bleibt unklar

Joker Leroy Sané rettet FC Schalke 04 das 2:2-Remis gegen Sparta Prag

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Schalkes Leroy Sané (rechts) bejubelt seinen Treffer zum 2:2 gegen Sparta Prag.

Gelsenkirchen - Clemens Tönnies erlebte den Anpfiff gar nicht mit. Der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 hatte zunächst anderes zu tun. Der Klubboss traf vor der Europa-League-Partie gegen Sparta Prag (2:2) Sportvorstand Horst Heldt zum angekündigten Gespräch, dann trat „sein“ Gremium zur außerordentlichen Sitzung zusammen. Am Ende aller Beratungen war das tagelange Hickhack um den 45-jährigen Heldt um ein groteskes Kapitel reicher, die Zukunft des Managers bleibt offen.

Klarer ist die sportliche Situation der Schalker, auch wenn sie eine Vorentscheidung in der Gruppe K verpassten. Durch das 2:2 (1:0) gegen Prag vor 51.244 Zuschauern bleiben die Königsblauen zur „Halbzeit“ der Vorrunde an der Tabellenspitze. „Wichtig ist, dass wir die Gruppenphase überstehen. Und da haben wir einen wichtigen Schritt gemacht“, sagte Trainer André Breitenreiter.

Derweil kamen Heldt und Tönnies offenbar keinen Schritt voran, auch wenn der Manager die Aussprache als „konstruktiv“ wertete. Heldt, dessen Vertrag im Juni 2016 ausläuft und den dann offenbar der Mainzer Christian Heidel beerben soll, kündigte ein „zweites Gespräch“ an, das „zeitnah“ stattfinden werde und „ergebnisoffen“ sei. Dass der Sportvorstand allerdings über Sommer hinaus auf Schalke wirken darf und will, gilt derzeit als ausgeschlossen.

Breitenreiter hatte vor der Partie gegen Prag zur Rotation gegriffen und die Startformation im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen Hertha BSC (2:1) auf gleich fünf Positionen verändert. Startschwierigkeiten hatten die Schalker dennoch nicht. Im Gegenteil: Gerade einmal sechs Minuten war die Begegnung alt, da hatte Franco di Santo einen Freistoß von Kaan Ayhan verwertet und zum 1:0 eingeköpft. Am gründlichsten durcheinandergewirbelt worden war die Schalker Viererkette. Nur Kapitän Benedikt Höwedes war von der Samstags-Formation übrig geblieben – entsprechend passte die Abstimmung in der Abwehr nicht immer. Was in Durchgang eins allerdings ohne Folgen blieb.

Zwar fanden die mutigen Prager immer wieder mal Lücken im Defensivverbund, wirklich gefährlich wurde der tschechische Rekordmeister indes selten. Die beste Gelegenheit vergab Bonek Dockal (40.). Auf der Gegenseite hatte zuvor Pierre-Emile Höjbjerg nach einem Konter die Chance nicht genutzt, die Führung der nach dem 1:0 reservierten und eher das Ergebnis verwaltenden Gastgeber auszubauen (31.). „Wir haben zu viel begleitet, hatten keinen Zugriff“, monierte Breitenreiter.

Nach dem Wechsel allerdings schlugen die Prager zu – mit gütiger Schalker Hilfe: Höwedes traf bei seinem Befreiungsversuch Kehinde Fatai, der Ball landete daraufhin genau vor den Füßen des Sparta-Stürmers, der von der Strafraumgrenze per Flachschuss ausglich (50.). „Da sehe ich natürlich unglücklich aus“, gestand Höwedes. Fortan verstärkten die Gastgeber ihre Bemühungen, hatten Chancen. Doch Sparta durfte sich ein weiteres Mal über Schalker Unterstützung freuen, diesmal fand der Ball von Leon Goretzka unglücklich den Weg zum gerade eingewechselten David Lafata, der aus kurzer Distanz das 1:2 erzielte (63.). „Zwei Zufallsprodukte“ seien die Treffer gewesen, sagte Breitenreiter, die Führung „war zu diesem Zeitpunkt aber verdient“.

Doch auch auf der Gegenseite stach ein Joker: Nach di Santos feinem Pass umkurvte Leroy Sané in unnachahmlicher Manier Sparta-Keeper David Bicik und schoss zum 2:2 ein (72.). Es war der Startschuss zu einer Schlussphase, in dem die Arena auf Touren kam – wie die Schalker. Der Siegtreffer blieb ihnen aber verwehrt, das Remis war das passende Resultat. Breitenreiter: „Man muss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein.“

Vor der Partie hatten Fans von Sparta Prag in der Stadt randaliert. Es sei zu heftigen Ausschreitungen gekommen, berichtete die Polizei. Die Fans hätten unter anderem Feuerwerkskörper abgebrannt und Flaschen geworfen. Die Polizei schritt gegen fast 500 Fans ein. Mehr als 20 von ihnen kamen in Polizeigewahrsam.

Quelle: wa.de

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