Immer neue Gerüchte: Gezerre um den Schalker Draxler

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GELSENKIRCHEN - Erst der FC Arsenal, dann der FC Bayern: Die Spekulationen um immer neue finanzkräftige Interessenten an Jungstar Julian Draxler reißen nicht ab. Noch nimmt man's bei Schalke 04 mit Humor.

Von Thomas Lipinski 

"Über die Bayern haben wir noch gar nicht geredet. Dann schmeißen wir die mal ins Rennen", kommentierte Sportvorstand Horst Heldt die jüngsten Gerüchte schmunzelnd. Andere nervt die standige öffentliche Diskussion um den 20-Jährigen deutlich mehr. "Ich habe keine Lust mehr, darüber zu reden", bügelte Sportvorstand Matthias Sammer vom Rekordmeister FC Bayern vor dem Champions-League-Achtelfinale in London die x-te Frage nach dem angeblichen Münchner Interesse ab.

Letzter Stand der Spekulationen: Der Triple-Sieger möchte in Sachen Draxler auf dem Laufenden gehalten werden. Laut Sport Bild soll Sammer den Berater des Mittelfeldstars angerufen haben - mit der Bitte, ihn über Angebote der internationalen Konkurrenz zu informieren. Für 45,5 Millionen Euro kann Draxler im kommenden Sommer Schalke verlassen. Diese Klausel hat er sich im Mai in seinen bis 2018 laufenden Vertrag schreiben lassen. Seitdem ist fast schon jeder Topklub in Europa als möglicher neuer Arbeitgeber genannt worden.

Der Umworbene selbst schwieg zuletzt, weil er an seinem Comeback nach zweimonatiger Zwangspause wegen einer Sehnenteilruptur im linken Oberschenkel arbeitete. Im Bundesligaspiel am Freitagabend gegen den FSV Mainz 05 sollte er wieder zum Schalker Team gehören. Dass im Winter zumindest ein Angebot des FC Arsenal in Gelsenkirchen einging, bestätigte Heldt. Die Londoner hätten "viel Geld, aber nicht genug" geboten, berichtete er. Von 30 Millionen Euro war die Rede. Draxler selbst sagte, er freue sich über die Anfragen. "Auf der anderen Seite zeigt es die Wertschätzung, die ich in diesem Verein genieße, wenn diese Anfragen von Horst Heldt abgelehnt werden, ohne dass ich gefragt werde", ergänzte er.

Will der hochtalentierte offensive Mittelfeldspieler im Sommer wechseln, sind Heldt und Schalke die Hände gebunden. Ende Januar konnte der Manager noch alle Angebote ablehnen, zum Saisonende greift jedoch wieder die Ausstiegsklausel. "Im Endeffekt gibt er die Richtung vor, wenn die entsprechende Summe geboten wird", gab Heldt zu. Die Königsblauen wollen ihr Juwel gerne noch länger behalten.

Die angepeilte Rückkehr in die Champions League würde dabei enorm helfen. Kein Wunder, dass fast täglich jemand Draxler den Verbleib auf Schalke schmackhaft machen will. Er solle noch "zwei, drei Jahre bleiben", empfahl ihm zuletzt Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, ein Wechsel käme "zu früh". Und Heldt prophezeit bei jeder Gelegenheit, dass "er über die Saison hinaus bei uns bleiben wird". Sogar ein Ex-Schalker meldete sich zu Wort. "Da Julian noch so jung ist, denke ich, dass er die nächsten Jahre noch für Schalke spielen wird", sagte Nationaltorwart Manuel Neuer der Sport Bild: "Er hat schon viel erlebt und weiß genau, was er will." Das wusste der Keeper vor zweieinhalb Jahren auch: Er war 25, als er zum FC Bayern ging. - SID

Julian Draxler - seine Karriere in Bildern

Julian Draxler - seine Karriere in Bildern

Quelle: wa.de

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