Freigestellte Schalke-Spieler

Heldt befürchtet keine juristischen Schritte

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Kevin-Prinz Boateng und Sidney Sam sind weiterhin freigestellt. Horst Heldt glaubt nicht, dass die beiden juristische Schritte verfolgen.

GELSENKIRCHEN - Horst Heldt befürchtet keine juristischen Konsequenzen für den Verein, nachdem der Schalke-Manager am vergangenen Montag die Profis Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam freigestellt sowie Marco Höger bis zum kommenden Sonntag suspendiert hatte.

Von Jens Greinke

„Es gab sofort einen Austausch mit den entsprechenden Beratern und Agenturen. Zudem sind die Rechte und Pflichten sowohl der Spieler als auch des Vereins in den Verträgen klar formuliert.“

Die Vereinigung der Vertragsfußballer (VDV) hatte Boateng und Sam geraten, gegen die Entscheidung zu klagen. „Sofern die Spieler nicht zeitnah wieder in die Mannschaft integriert werden, wird die VDV ihnen zu rechtlichen Schritten gegen ihren Arbeitgeber raten. Denn vor Gericht haben sie ausgezeichnete Erfolgsaussichten“, hatte der VDV per offizieller Mitteilung wissen lassen.

Und weiter: „Auf der anderen Seite gab es in der Vergangenheit bereits viele Profis, die sich aus Angst vor ihrem Arbeitgeber nicht gewehrt haben und anschließend große Probleme auf dem Spielermarkt hatten.“

Heldt rechnet allerdings nicht mit juristischen Konsequenzen. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein Verein eine solche Maßnahme ergreift“, so der 45-Jährige: „Wir haben Boateng und Sam von ihren Aufgaben entbunden, sie müssen nicht mehr am Training teilnehmen. Natürlich erhalten sie ihre vollen Bezüge weiter.“

Während sich Höger noch Chancen auf eine Rückkehr in den Kader ausrechnen darf, wird es spannend werden, wie es mit Boateng und Sam weitergeht. Während Boateng derzeit dem Schalker Vereinsgelände fern bleibt, hat Sam den Klub darum gebeten, ihm entsprechende Trainingsmöglichkeiten zu geben. Weshalb der Ex-Nationalspieler in dieser Woche – wie auch Höger – individuell mit einem Reha-Coach trainierten.

Boatengs Vertrag läuft noch bis 2016, Sams sogar bis 2018. Doch dass es wie bei 1899 Hoffenheim auch auf Schalke zu einer „Trainingsgruppe 2“ kommen wird, glaubt Heldt nicht: „Beide wollen ihre Karriere ja nicht an den Nagel hängen.“ Ein angebliches Interesse des italienischen Erstligisten Lazio Rom an Boateng wollte Heldt nicht bestätigen: „Wir haben noch keine Anfragen bekommen“, so der Manager.

Derzeit gelte es laut Heldt sowieso erst einmal, in den verbleibenden zwei Saisonspielen noch die Qualifikation für die Europa League zu erreichen. „Erst einmal ist es wichtig, dass wir die Saison so abschließen, wie wir sich brauchen“, sagt der 45-Jährige.

Die Debatte um die drei ausgeschlossenen Profis wird auf Schalke deshalb erst nach den Spielen gegen den SC Paderborn (Samstag, 15.30 Uhr) und eine Woche später beim Hamburger SV in der Prioritätenliste des Managers nach oben rücken.

Quelle: wa.de

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