DFB-Coach Streichbier über Schalkes Neuen

Serdar: Früher "zwischen Fußballer und Zirkuskünstler" - heute Talent mit Zeug zur Königsklasse

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Suat Serdar kickte von 2008 bis 2018 im Mainzer Trikot, ehe er zu Schalke wechselte.

Schalke 04 hat Suat Serdar von Mainz 05 verpflichtet. Wir haben uns beim DFB-Coach Guido Streichsbier über den U21-Nationalspieler erkundigt.

Gelsenkirchen – Bei Sandro Schwarz ist es alles andere als eine Floskel. Immerhin kennt der Coach Suat Serdar bereits seit der A-Jugend, betreute ihn zuletzt im Mainzer Bundesliga-Team. „Es tut richtig weh“, sagt er, „dass Suat geht“. Der Weg führt den 21-Jährigen zu Schalke 04, wo er am frühen Mittwochnachmittag eintraf, um seinen Vertrag zu unterschreiben. Die Königsblauen zogen die Ausstiegsklausel, zahlen 10,5 Millionen Euro Ablöse und binden den U21-Nationalspieler bis Sommer 2022, wie der Klub am Donnerstag bestätigte.

Schalke hat sich damit die Dienste eines absoluten Top-Talents im Mittelfeldzentrum gesichert, das für viele noch ein unbeschriebenes Blatt ist. Wer ist dieser Suat Serdar überhaupt? Was kann er? Der WA hat bei seinem ehemaligen DFB-Junioren-Coach Guido Streichsbier nachgefragt.

„Suat ist schon in der Jugend durch seine sehr gute Schnelligkeit und hohe Intensität bei der Balleroberung aufgefallen“, sagt der 48-Jährige, der Serdar in der deutschen U18 und U20 betreute. „Er hat ein gutes Auge dafür, Pressing-Situationen zu erkennen oder wie er Bälle erobern muss. Da war er reifer als andere seiner Teamkollegen.“

Schon mit Dembélé gemessen

Dass er das nötige Talent mitbringt, habe der Deutsch-Türke bereits bewiesen, als er sich etwa in der U18 gegen den heutigen Barca-Star Ousmane Dembélé erfolgreich gemessen hat. Aber klar ist auch: Serdar ist mit seiner Entwicklung noch längst nicht am Ende.

„In der U18 hat man noch gemerkt, dass er hier und da noch etwas ungestüm war. Manchmal pendelte er zwischen Fußballer und Zirkuskünstler, weil er oft den kompliziertesten Weg gesucht hat. Daran hat er gearbeitet, sich mit viel Ehrgeiz weiterentwickelt“, sagt Streichsbier. „In der U20 kam es vor, dass er aufgrund seiner intensiven Spielweise eine gewisse Erholungszeit benötigte.“

DFB-Coach Guido Streichsbier betreute Suar Serdar in der deutschen U18 sowie U20.

Doch die bekam Serdar gut in den Griff – auch dank Schwarz. „Er hat gut mit ihm gearbeitet, damit Suat solche Spiele auf höchstem Niveau bestrieten kann. Er ist deutlich ruhiger geworden, spielt saubere Bälle“, meint der deutsche U20-Trainer Streichsbier, der Serdar den Schritt von den 05ern zu den Königsblauen und damit in die Königsklasse durchaus zutraut: „Das Wichtigste ist, dass er weiterhin Spielpraxis bekommt, sonst wäre das nicht förderlic für ihn. Der Lerneffekt ist auch ein anderer, wenn er individuell noch stärkere Mitspieler hat. Er muss noch geschliffen werden.“

Ein Achter wie Goretzka

Vor allem in puncto taktische Disziplin müsse Schalkes Trainer Domenico Tedesco den U21-Nationalspieler weiter formen. Die Einschätzung von Streichsbier: „Als Sechser muss er noch klüger mit seinem Positionsspiel werden. Er ist eher ein Achter mit Zug zum Tor, weil er jemand ist, der auch gerne mal in den Strafraum eindringt.“ Ein idealer Nachfolger also für den künftigen Münchner Goretzka.

Streichsbier weiter: „Wenn er dann noch Leute um sich hat, die ihn führen und taktisch mitnehmen, ist das für Suat in seinem jungen Alter Gold wert. Dann wird er auch ganz sicher Champions-League-Niveau erreichen.“

Also genau das, was sich Schalke von dem umworbenen Talent verspricht.

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Quelle: wa.de

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