Stand-by-Spieler und Marketing-Mitarbeiter

Asamoah ist zurück auf Schalke

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Gerald Asamoah kehrt als Stand-by-Spieler und Marketing-Mitarbeiter zu Schalke zurück.

GELSENKIRCHEN - Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah ist wieder zurück auf Schalke. Der 34-Jährige Stürmer soll künftig in der Regionalliga-Mannschaft der Königsblauen spielen und zugleich Aufgaben im Marketing übernehmen.

Von Patrick Droste

So schnell geht es dann doch nicht. Während der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies, Manager Horst Heldt und Marketingchef Alexander Jobst schnurstracks Richtung Podium eilen, muss Gerald Asamoah erst einmal zahlreiche Hände schütteln. Hier bei einem Vereinsmitarbeiter, dort bei einem Journalisten.

Und so nimmt der 34-Jährige erst mit ein paar Sekunden Verspätung auf dem ihm angedachten Stuhl Platz, wo er dann freudestrahlend und mit einem ansteckend breiten Lächeln verkündet: „Endlich bin ich wieder zuhause.“

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Und seine Rückkehr nach vier Jahren beim FC St. Pauli und bei der SpVg Greuther Fürth ist gleich mit zwei Aufgaben verknüpft. So wird der Ex-Nationalspieler, der immer noch Publikumsliebling der blau-weißen Fans ist und bei seinem letzten Auftritt in der Schalker Arena im Fürther Trikot mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, Standby-Spieler im U23-Team. Und gleichzeitig steigt er in die Marketing-Abteilung der Schalker ein – eine Doppelfunktion, die alle Beteiligten doppelt und dreifach glücklich macht.

„Gerald verkörpert Schalke wie kaum ein Zweiter. Er ist ein gewaltiger Sympathieträger“, frohlockt Tönnies, während Jobst meint: „Gerald hat nie aufgehört, den FC Schalke zu leben.“

Von 1999 bis 2010 hatte der in Ghana geborene Offensivspieler als Bundesligaprofi das königsblaue Trikot getragen, gewann zweimal den DFB-Pokal, wurde vier Mal deutscher Vize-Meister und hatte sich in dieser Zeit so viele Freunde bei den Schalkern gemacht wie kaum ein anderer.

Daher musste er auch nicht allzu lange überlegen, als Heldt mit dem Angebot auf ihn zugekommen war. „Ich war zwar zuletzt vier Jahre woanders, aber ich war nie weg. Ich wusste, ich bin immer ein Schalker“, erklärt Asamoah. „Kein Verein hat so mein Leben geprägt.“

Daher schlug er sogar Angebote aus der 2. Bundesliga aus, sagte untere anderem seinem früheren Mitspieler Mike Büskens ab, der ihn zum Erstliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf holen wollte. „Mike und ich werden aber trotzdem für immer Freunde bleiben“, schmunzelt Asamoah, der aber ehrlich zugibt: „Natürlich habe ich ein wenig überlegt, was ich mache. Denn ich wusste, wenn ich das Angebot von Schalke annehme und in der 4. Liga spielen werden, dann ist es für mich mit dem Profi-Fußball endgültig vorbei. Aber es ist für mich an der Zeit, den jungen Leuten das mitzugeben, was ich in meiner Laufbahn alles erlebt habe. Ich bin dem Verein dankbar für diese Möglichkeit.“

Und so heißen seine Gegner in der kommenden Saison nun nicht mehr 1. FC Köln, 1. FC Kaiserslautern oder VfL Bochum – wie sie es in Liga zwei gewesen wären –, sondern Viktoria Köln, SC Verl, SC Wiedenbrück oder RW Oberhausen, wo das U 23-Team der Schalker mit Trainer Bernhard Trares am übernächsten Wochenende in die neue Saison startet.

„Ich weiß schon, was da auf mich zukommt. Zum Beispiel werde ich nicht mehr vor so vielen Zuschauern spielen. Aber ich freue mich trotzdem“, sagt der Routinier, der nun im Training mächtig Gas geben will, um zum Auftakt im Nachwuchs-Kader zu stehen. „Ich möchte unbedingt dabei sein“, erläutert er. Allerdings wird Asamoah nicht bei allen Spielen und Trainingseinheiten dabei sein, weil es vorkommen kann, dass es Überschneidungen mit seinen Aufgaben im Marketing-Bereich gibt.

„Daher ist Gerald auch nur ein Standby-Spieler“, sagt Heldt, der auch gleich erklärte, warum ein 34-jähriger Ex-Profi in der U 23-Mannschaft spielen wird: „Zum einen ist im Offensivbereich eine Position vakant. Zum andern hat die große Erfahrung von Gerald einen großen Nährwert für die jungen Spieler. Das ist mit Geld gar nicht aufzuwiegen, was er da leisten kann.“

Leisten soll er auch für die Marketing-Abteilung eine Menge. So ist geplant, dass Asamoah unter anderem ins S04-TV eingebunden wird, und auch bei den Social-Media-Aktivitäten des Vereins soll er eine wichtige Rolle spielen. „Gerald soll als Gesicht des FC Schalke wirken. Und er soll vermitteln, was bei uns im Verein alles möglich ist“, betonte Jobst.

Erst einmal ist der Vertrag auf zwei Jahre begrenzt, doch beide Seiten sehen die Zusammenarbeit eher langfristig an. So wehrte sich Tönnis noch nicht einmal gegen die Frage, ob Asamoah vielleicht irgendwann auch einmal ein Mann für das Amt des Präsidenten sei.

„Ihm stehen im Grunde alle Türen offen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende, der zum Schluss verriet, dass Asamoah genauso wie Olaf Thon, Schalke-Ikone und Weltmeister von 1990, zu einem dreiköpfigen Kompetenzteam gehören wird, das demnächst dem Aufsichtsrat mit Rat und Tat zur Seite stehen wird. „Mit einer dritten Persönlichkeit bin ich noch im Gespräch“, so Tönnies.

Quelle: wa.de

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