Schalke für Champions League qualifiziert

Im Geisterspiel in die Gruppenphase gezittert

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THESSALONIKI - Das befürchtete Horrorszenario blieb aus: Im Geisterspiel von Thessaloniki kam der FC Schalke 04 mit einem großen Schrecken davon und zitterte sich mit einem 3:2 (1:0)-Sieg endgültig in die Gruppenphase der Champions League.

Von Jens Greinke

Der Erfolg im Play-off-Rückspiel bei PAOK Saloniki sicherte den Knappen eine garantierte Einnahme von rund 20 Millionen Euro - und wahrscheinlich auch Trainer Jens Keller den Job. So sind die Schalker am Donnerstag die vierte deutsche Mannschaft im Lostopf, wenn in Monaco die Gruppen für die Königsklasse ausgelost werden. "Wir konnten keinen Zauberfußball erwarten, doch wir sind Gott sei Dank mit Hängen und Würgen in die Champions League eingezogen", sagte Mittelfeldspieler Julian Draxler. Auch Coach Keller war sichtbar erleichtert: "Wir machen es uns immer wieder selber schwer. Unter dem Strich ist aber entscheidend, dass wir weitergekommen sind."

Während die Stimmung im Stadion tatsächlich etwas gespenstisch war, herrschte in der ganzen Stadt helle Aufregung. Vor der Arena hatten sich hunderte PAOK-Fans versammelt, die Kneipen und Bars waren gerammelt voll. Der Mannschaftsbus von Saloniki war von einem kilometerlangen Motorrad- und Roller-Korso zum Toumba-Stadion begleitet worden, der kurzfristig den gesamten Verkehr in der Innenstadt lahm gelegt hatte.

Angesichts der riesigen Begeisterung in der Hafenmetropole dürften die Schalker vor dem Anpfiff froh gewesen sein, dass sich im Stadion nur wenige hundert Menschen befanden. Für die beiden Klub-Delegationen hatte die Uefa jeweils rund 250 Tickets bereitgestellt, von denen gut 130 an "auserwählte" Fans gegangen waren.

Wie von Jens Keller erhofft, hatte sich der Gesundheitszustand von Jefferson Farfan und Atsuto Uchida so stark verbessert, dass er beide Spieler für die Anfangsformation nominieren konnte. Ebenfalls in die erste Elf rückte Felipe Santana anstelle von Joel Matip (muskuläre Probleme). Leon Goretzka (Knöchelprellung) hingegen stand noch nicht einmal im Kader. Die erste Halbzeit hätte auch das letzte Gespenst aus dem Stadion vertrieben, wenn die Schalker nicht zwei helle Momente gehabt hätten. Bereits in der dritten Minute scheiterte Jermaine Jones nach einem Freistoß von Christian Fuchs nur knapp mit einem Kopfball (3.).

Und zwei Minuten vor dem Pausenpfiff sorgte schließlich der erste durchdachte Angriff der Schalker für die Führung. Ein Zuspiel von Jones leitete Uchida auf Adam Szalai weiter, der den Ball zum 1:0 für die Gäste in die Maschen schob. Zwischen diesen beiden Szenen war es eine unspektakuläre bis schwache Partie gewesen. Die drastische Ankündigung von Keller, dass seine Mannschaft sich "den Arsch aufreißen" werde, erwies sich als Fehlinformation. So bestätigte sich die These, dass ein schlechtes Spiel ohne Zuschauer zu einem richtig schlechten Spiel werden kann. Die lange Zeit abwartenden und lauernden Griechen kamen bissig aus der Kabine. Zunächst rutschte Dimitris Salpingidis nur Zentimeter an einer Flanke von Miroslav Stoch vorbei (51.). Doch zwei Minuten später hebelte Stelios Kitsiou mit einem Steilpass die Schalker Deckung aus, Stefanos Athanasiadis schob zum Ausgleich ein.

Als Jermaine Jones in der 64. Minute die Gelb-Rote Karte sah, schienen den Schalker die Felle endgültig wegzuschwimmen. Aber der eingewechselte Max Meyer bediente in der 67. Minute Draxler mit einem traumhaften Zuspiel, das dieser zum 1:2 verwertete. Die Griechen kamen zwar zwölf Minuten vor dem Abpfiff durch einen Kopfball von Konstantinos Katsouranis zum Ausgleich und hatten danach durch Stoch sogar die große Möglichkeit zur Führung, doch der erlösende Siegtreffer gelang Szalai mit seinem zweiten Tor in der letzten Minute.

Quelle: wa.de

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