Hansi Küpper über die Königsblauen

Gastkommentar: Für Schalke ist es eine Schlüssel-Saison

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Trainer Markus Weinzierl (v.l.) und Manager Christian Heidel müssen in der Rückrunde mit Schalke 04 liefern.

Gelsenkirchen - In seiner Gast-Kolumne beleuchtet Hansi Küpper die Situation bei Schalke 04 und setzt Manager und Trainer unter Druck. Gegen Frankfurt darf sich Königsblau keinen Patzer erlauben.

Die Leistung von Schalke 04 zum Abschuss der Hinrunde war erschreckend. Aber das Ergebnis müssen sie als Geschenk sowie als Mut- und Muntermacher betrachten. Doch sollte diese Leistung zum Dauer-Zustand werden, ist Europa für Schalke kein Thema. Das Team hat nach diesem katastrophalen Fehlstart ja gezeigt, dass es besser Fußball spielen kann. Dahin müssen sie wieder so schnell wie möglich kommen. Was bei all den spielerischen Defiziten auf jeden Fall positiv herausgestochen ist, war das Debüt von Guido Burgstaller. Wenn er so weiter macht, kann er ein ganz wichtiger Neuzugang werden – nicht nur wegen seines Tores.

Von einem Rückschritt zu sprechen, wäre zu diesem Zeitpunkt noch zu früh. Aber es ist definitiv auch nicht der Fortschritt, den sich Clemens Tönnies erhofft hat. Der Klub-Boss hat sich ganz klar auf Christian Heidel versteift, was auch eine gute Wahl war. Der Manager wiederum hat in Markus Weinzierl seinen absoluten Wunschtrainer. Beide wissen, dass sie mittelfristig Ergebnisse liefern müssen in einer Bundesliga, die für Schalke und auch für andere Vereine immer schwieriger wird – Stichwort RB Leipzig. Dennoch ist es aufgrund der neuen personellen Besetzung in der sportlichen Führungsetage eine Schlüsselsaison. Sollte Schalke in dieser Saison Europa nicht erreichen, wäre das definitiv ein Rückschlag.

Natürlich spielt auch das riesige Verletzungspech eine Rolle. Wenn die Mannschaft, die auf dem Rasen steht, auf fünf bis sechs Positionen nichts zu tun hat mit der Wunschformation, ist das schon bitter. Man kann damit einiges erklären, aber nicht eine derartige Minus-Leistung wie gegen Ingolstadt. Zumal man von Schalke erwarten sollte, dass sie in der Breite so gut aufgestellt sind, dass diejenigen, die dahinter kommen, brennen.

"Vieles spielt sich auch im Kopf ab"

Hansi Küpper.

Um noch einmal zu der Partie gegen Ingolstadt zu kommen: Es überrascht mich selten, wenn die großen Namen der Liga gegen diese taktisch extrem disziplinierten und kompakten Teams von unten Schwierigkeiten haben. Dass es so wenig sein würde wie bei Schalke in den ersten 70 Minuten, war dann doch überraschend. Vieles spielt sich auch im Kopf ab. Für diese kleinen Vereine ist es ein großes Plus, dass sie eigentlich nichts zu verlieren haben. Ganz gleich ob Ingolstadt, Mainz, Augsburg oder Freiburg: Das sind Mannschaften, die tief in sich ruhen und die den Erwartungsdruck am wenigsten verspüren. Und die Teams, die eigentlich eine Menge vorhaben und hinterherhinken, wissen, dass zwei schwache Leistungen und Ergebnisse dafür sorgen können, dass es in einem ohnehin hoch emotionalen Umfeld immer unruhiger wird.

Das Heimspiel gegen Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) ist daher für den weiteren Saisonverlauf auf jeden Fall von herausragender Bedeutung. Schalke trifft mit der Eintracht auf einen eigentlich defensivstarken Europa-League-Kandidaten, der am vergangenen Wochenende von Leipzig zum ersten Mal geschreddert wurde. Es ist keine Weichenstellung, weil eine Woche später alles schon wieder eine andere Wendung nehmen kann. Bei einem Sieg kann man sagen: Wenn nach und nach die Leute und auch das Selbstvertrauen zurückkommen, können alle in Blau und Weiß wieder von Europa sprechen. Aber das Ziel, das eigentlich für Schalke gesetzt sein sollte, nämlich die Champions League, ist dann für Schalke immer noch ganz weit weg.

Von Hansi Küpper

Hansi Küpper, aus Werne stammend, ist seit 2009 als Kommentator bei "Sport1" im Einsatz. In „Warm-up – Die Fußballvorschau“ wird er ab sofort als meinungsstarker Experte das Spielgeschehen einordnen und seine Prognose zum Bundesliga-Spieltag abgeben. Premiere der Sendung ist am Freitag live ab 21 Uhr auf Sport1.

Quelle: wa.de

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