Soll Nübel zurückkehren?

Neues Futter für Schalker Torwart-Frage: Neuer nimmt Schubert in Schutz

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Schalkes Keeper Markus Schubert (links) patzte im Gastspiel beim FC Bayern doppelt.

Schalkes Trainer David Wagner muss sich entscheiden: Markus Schubert oder Alexander Nübel? Bayerns Keeper Manuel Neuer nimmt den U21-Nationaltorwart in Schutz.

München – Derjenige, der besonders im Fokus gestanden hatte, wollte nichts sagen. Markus Schubert verließ die Katakomben der Münchner Arena mit Kapuze vor dem Gesicht und Smartphone in der Hand. Als ein Journalist versuchte, Schalkes Keeper doch noch ein Statement zu entlocken, verhinderte das die Presseabteilung im letzten Moment noch.

Es war in erster Linie zum Schutz des U21-Nationaltorhüters, der bei der 0:5-Packung beim FC Bayern gleich doppelt patzte. Womit das eingetreten ist, was er und wohl auch alle anderen Schalker tunlichst vermeiden wollten: der Torwart-Diskussion neues Futter zu geben.

Denn es war das letzte Spiel gewesen, in dem der künftige Münchner Alexander Nübel aufgrund seiner Rot-Sperre zusehen musste. Für Schubert war es damit eine letzte Möglichkeit zu beweisen, auch in den kommenden Wochen das Zeug zur Nummer eins zu haben. Diese Argumente lieferte er nicht – auch wenn Linksverteidiger Bastian Oczipka zurecht anmerkte: „Er ist nicht schuld an der Niederlage. Wir haben alle unter unserem Level gespielt und nicht das gezeigt, war wir in den vergangenen Wochen gezeigt haben.“

Neuer nimmt Schalkes Schubert in Schutz

Und dennoch hatte Schuberts Auftritt einen mehr als faden Beigeschmack. Nach einer Flanke von Thomas Müller leitete er die königsblaue Pleite früh ein, weil er einmal mehr Schwierigkeiten mit hohen Bällen hatte. Als er später einen Schuss von Serge Gnabry unglücklich zum 0:5-Endtand ins eigene Tor lenkte, passte das ins Bild dieses missglückten Tages.

Die größte Aufmunterung bekam er dabei von Bayerns Manuel Neuer – und Nübels künftigem Konkurrenten – zugesprochen. Statt auf die Fehler einzugehen, meinte der 33 Jahre alte Nationalkeeper: „Er hat auch überragende Bälle gehalten. Am Ende wird man meistens daran gemessen. Grundsätzlich ist es gut für einen jungen Torwart, solche Erfahrungen zu sammeln. Das haben wir alle gemacht. Auch mit seiner allerbesten Leistung hätte Bayern München gewonnen, es geht weiter für ihn.“

Bruchlandung in München: Schalke kassiert 0:5-Packung bei den Bayern

Klingt fast so, als werbe Neuer dafür, dass Schalke weiterhin auf Schubert setzen sollte. Doch eine Entscheidung steht aus. Trainer David Wagner reagierte verständlicherweise genervt auf diese Frage, nachdem er auch im x-ten Interview auf dieses Thema angesprochen worden war. Auch der Coach verwies auf die Paraden des Keepers. „Es hätte auch noch höher ausgehen können. Er war natürlich bei zwei Toren mit dabei, das brauchen wir nicht zu verschweigen", sagte Wagner. "Er hat wie die gesamte Mannschaft schon besser gespielt. Aber er ist einer unserer jungen Spieler, die sich entwickeln.“

Tönnies wirbt für Schubert im Schalker Tor

Es dürfte eine schwierige Entscheidung für Wagner werden. „Der Trainer wird sich Gedanken machen und entscheidet am Ende, wer im Tor steht“, sagte Team-Koordinator Sascha Riether. Kapitän Omar Mascarell betonte: „Jeder macht Fehler, er ist ein junger Spieler. Und wir sind alle nur Menschen.“

Was der ganzen Sache allerdings wohl weniger helfen dürfte: Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies sprach sich – so deutlich wie bislang kein anderer Schalker Verantwortlicher – für Schubert aus. „Es ist nicht meine Entscheidung, sondern alleine die des Trainers. Aber ich glaube, man würde ihm nicht gerecht werden, wenn er Top-Leistungen bringt und ihn dann aus dem Tor nimmt“, erklärte Tönnies bei Sky – allerdings vor dem Anpfiff der Partie.

Schubert zeigte bei all seinen Auftritten zwar in der Tat gute Leistungen, seine Defizite in der Strafraumbeherrschung waren aber nicht erst in München zu beobachten. Auch Nübel war zuletzt nicht fehlerfrei, ist in dieser Hinsicht aber doch ein Stück weiter. Es könnte helfen, dass die Königsblauen am Freitag erst bei Hertha BSC in Berlin gefordert sind – denn in der eigenen Arena dürfte ihm direkt ein Spießrutenlauf drohen. Das Sportliche spricht also für Nübel. Beweist er, sich bis zum Vertragsende alles für Schalke geben zu wollen, dürfen ihm die Anhänger im darauf folgenden Pokal-Match gegen Hertha zumindest etwas wohlgesonnener sein.

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Quelle: wa.de

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