Neues Projekt

"Fußballfans im Training": Schalke speckt ab

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Die Beteiligten stellen das Projekt "Fußballfans im Training" vor.

Gelsenkirchen - Mit einem neuen Projekt will Schalke 04 dazu beitragen, dass vor allem XXL-Fans aus ihre Ernährung achten. Ein Eurofighter will mit gutem Beispiel vorangehen.

Im Fußball gilt der alte Grundsatz, dass das Runde ins Eckige sollte, der Ball also ins Tor gehört. Wer sich auf den Tribünen der deutschen Bundesliga-Stadien jedoch umsieht, könnte angesichts manches XL- und XXL-Fans auch auf den Gedanken kommen: Das Runde, was da unter dem Trikot oder der Kutte spannt, das sollte am besten einfach weg.

Eine gesündere Ernährung, mehr Bewegung, nachhaltig Gewicht verlieren und das persönliche Krebsrisiko senken – das sind die Ziele eines neuen Präventiv-Programms von derzeit fünf Profi-Klubs, das nun beim FC Schalke 04 vorgestellt wurde. Federführend sind dabei die Deutsche Krebshilfe und das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel (IFT), die das Projekt „Fußballfans im Training“ (FFIT) unterstützt. In Gelsenkirchen ist zudem die Stiftung „Schalke hilft“ eine treibende Kraft.

Francesco Mattone ist einer von den 40 Fans, die einen der begehrten Plätze im Schalker Kurs ergattert haben. Nach einer Krankheit habe der 46-Jährige nach eigener Aussage 25 Kilogramm zugenommen und sei auch ansonsten „ein Paradebeispiel dafür, wie man nicht gesund lebt“. Das Hauptkriterium für eine Aufnahme in den kostenlosen Kurs – einen Bauchumfang von mindestens 100 cm – erfüllte Mattone deshalb ohne größere Probleme. Nun wird er innerhalb der nächsten zwölf Wochen versuchen, den anderen, gesünderen Weg einzuschlagen. Um am Ende viel Gewicht zu verlieren und gesünder zu leben. Als „passionierter Spaghetti-Esser“ will er dabei auch auf Kohlehydrate verzichten.

Kurs als Anstoß für eine andere Lebensweise

„Der Kurs soll nicht nur direkt helfen, sondern auch einen Anstoß für eine andere Lebensweise geben“, sagt Prof. Reiner Hanewinkel, Geschäftsführer des IFT-Nord, bei der Vorstellung in der Schalker Arena. Die Zahlen, die er präsentiert, sind tatsächlich beunruhigend. „Zwei Drittel aller Männer im Erwachsenen-Alter gelten in Deutschland als übergewichtig“, sagt Hanewinkel. Bei den Frauen ist es nur gut die Hälfte.

Nach dem alten Stadion-Gassenhauer „Sitzen ist für‘n Arsch“ sollen die Bewegungsmuffel animiert werden, sich sportlich zu betätigen. Als großer Anreiz soll dabei der Umstand gelten, dass die Kurse auf den Vereinsgeländen der Lieblingsklubs stattfinden. „Das ist etwas, von dem das Projekt lebt“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

In Schalke wird die Aktion sogar von einem prominenten Gesicht begleitet: Martin Max, einer der Schalker „Eurofighter“, die 1997 den Uefa-Cup gewonnen haben, möchte in den Kursen „als gutes Beispiel vorangehen“ und selbst etwas gegen sein „kleines Bäuchlein“ tun, das man bei dem durchtrainierten Ex-Profi allerdings tatsächlich erst suchen muss. Geleitet wird der Kurs auf Schalke von einem professionellen Trainerteam.

Idee aus Schottland

Die Idee stammt übrigens aus Schottland, wo das Projekt vor drei Jahren startete und sich mittlerweile 30 Profi-Klubs beteiligen. Die Erfolgsquote hier kann sich sehen lassen, sie liegt im Durchschnitt bei fünf Kilo Gewichtsverlust pro Kurs-Teilnehmer. „Wenn wir das ebenfalls schaffen, wäre das toll“, sagt Hanewinkel über das Projekt, das zunächst auf drei Jahre angelegt ist. „Danach werden wir auswerten und evaluieren“, ergänzt Nettekoven. Denkbar sei nicht nur die Fortsetzung, sondern auch die Ausweitung auf andere Sportarten und auf weibliche Fans.

An der nötigen Nachfrage mangelt es zumindest auf Schalke nicht. Die 40 Kursplätze waren innerhalb kürzester Zeit vergeben, danach sollen weitere Kurse angeboten werden. In jeweils zwölf 90-minütigen Einheiten geht es in der nächsten Woche los. Ebenfalls mit dabei sind die Erstligisten RB Leipzig und Bayer Leverkusen sowie die Zweitligisten 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig.

Ob die Aktion auch dazu führen wird, dass während der Schalker Heimspiele künftig gesündere Speisen und Getränke verkauft werden, ist allerdings noch offen. „Das kann natürlich eine Anregung sein“, sagt Vereinssprecher Thomas Spiegel.

www.fussballfansimtraining.de

Quelle: wa.de

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