Ohne Champions League: Schalke muss sparen

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Zum Sparen gezwungen: Schalke-Manager Horst Heldt.

GELSENKIRCHEN - Nach dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen muss Schalke 04 wohl zumindest ein Jahr ohne die Millionen aus der Champions League auskommen. Nicht nur eine Verpflichtung des Weltmeisters Sami Khedira wird damit unrealistisch. 

Mehr als 180 Millionen Euro hat die Champions League dem Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 bisher in die Kassen gespült. In der Saison 2015/16 muss der hoch verschuldete Klub wohl ohne die Zusatzeinnahmen aus der Königsklasse auskommen - und sparen.

Erhöhung des Spieleretats unrealistisch

"Wir können nur mehr Geld für Spieler ausgeben, wenn der Umsatz steigt. Und der steigt nur, wenn wir Champions League spielen", sagte Finanzvorstand Peter Peters. Eine Verpflichtung des Weltmeisters Sami Khedira von Real Madrid ist nach dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen, das den Rückstand auf Platz vier auf sechs Punkte vergrößerte, ebenso unrealistisch wie die geplante Erhöhung des Spieleretats.

Werden wohl keine Teamkollegen: Max Meyer (links) und Sami Khedira.

90,4 Millionen Euro zahlten die Königsblauen im vergangenen Jahr für die Gehälter von Trainer und Team - zehn Millionen mehr als 2013. Eigentlich sollte der Posten weiter wachsen, denn Schalke will sich nicht nur in der Bundesliga-Spitze, sondern auch unter Europas Besten festsetzen. "Fakt ist: Geld schießt Tore", hatte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies erklärt und angekündigt, das Niveau der Spielergehälter nach und nach anzuheben: "Will man in der Bundesliga um die ersten drei, vier Plätze mitspielen, hat das auch etwas mit hohen Etats zu tun."

Neue Schulden ausgeschlossen

Ohne Champions League sind diese Pläne nicht umzusetzen. Spielt Schalke nach drei Jahren in Folge in der Königsklasse in der nächsten Saison nur in der Europa League, fallen laut Finanzchef Peters 15 Millionen Euro als Zusatzeinnahmen weg. Wohl eher noch mehr: Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat die Prämien für die Champions League gerade um ein Viertel auf 1,25 Milliarden Euro erhöht. Die Gelsenkirchener wollen auch künftig nicht mehr als "50 bis 55 Prozent des Umsatzes" für Personalkosten ausgeben, betonte Peters.

2014 setzte Schalke - auch dank der Champions League - 215, 3 Millionen Euro um, das zweithöchste Ergebnis der Vereinsgeschichte. Als der Traditionsklub zum bislang letzten Mal in der Europa League spielte, blieb der Umsatz 2012 mit 191 unter der 200-Millionen-Marke. Neue Schulden für neue Spieler will Schalke nicht machen.

Schuldenabbau soll vorangetrieben werden

Vielmehr sollen die Finanzverbindlichkeiten von derzeit 163,9 bis 2019 unter die 100-Millionen-Grenze gedrückt werden. Der Spielraum für Sportvorstand Horst Heldt, den Kader zu verstärken, ist somit begrenzt. Geschätzte 9,5 Millionen Euro muss Schalke ohnehin schon für Abwehrspieler Matija Nastasic an Manchester City überweisen, weil die Kaufoption für den Serben greift.

Wird Höwedes verkauft?

Lediglich die Verträge von Christian Fuchs, Tranquillo Barnetta und Chinedu Obasi laufen aus. Zudem endet die Ausleihe von Jan Kirchhoff. Möglicherweise gleicht aber auch Weltmeister Benedikt Höwedes die Mindereinnahmen aus dem Europapokal aus. Der 27-Jährige hat in seinem bis 2017 laufenden Vertrag eine Ausstiegsklausel. Für einen zweistelligen Millionenbetrag könnte der Abwehrspieler wechseln. Sein Traumziel England wäre wohl noch attraktiver, wenn Schalke nicht in der Champions League spielt. - SID

Quelle: wa.de

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