In der Tabelle am BVB vorbei

Schalker Rasselbande bezwingt Hertha mit 2:0

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Die Schalker feierten einen verdienten 2:0-Erfolg gegen Hertha BSC.

GELSENKIRCHEN - Rasselbande, Nachwuchs-Team oder Knappen-Kindergarten – für die extrem junge Mannschaft des FC Schalke 04 waren zuletzt viele Umschreibungen gefunden worden. Dass das mit Jugendspielern gespickte Team mittlerweile alles andere als eine Verlegenheitslösung ist, bewies es auch zum Auftakt des 28. Spieltages.

Jens Greinke

Das nächste Opfer der Schalker „Halbstarken“ war die bedauernswerte „alte Dame“ aus Berlin. Hertha BSC hatte beim 2:0 (1:0)-Sieg der Gastgeber eigentlich keine nennenswerte Chance.

Damit befinden sich die Schalker weiter auf dem Königsklassen-Weg – und lösten zumindest vorübergehend Borussia Dortmund auf dem zweiten Tabellenplatz ab. „Das ist eine Momentaufnahme. Wir haben heute gepunktet – das ist wichtig“, meinte Trainer Jens Keller und war voll des Lobes für sein Team. „Mich freut es wahnsinnig für diese Mannschaft. Es ist sehr beeindruckend, wie sie trotz der vielen Ausfälle funktioniert.“

So komisch es klingt: Aber selten war es für Keller so einfach, die richtigen Namen für den Spielberichtsbogen zu finden. Wenn sich eine Bundesliga-Mannschaft je selbst aufgestellt hat, dann war es das Team, das in die Arena einlief. Keller musste neben den zehn Verletzten auch noch Kevin-Prince Boateng wegen seiner fünften Gelben Karte ersetzen, die sich der Deutsch-Ghanaer im Derby gegen Dortmund eingehandelt hatte. Eine bittere Sperre für den 26-Jährigen, der gegen seinen Ex-Klub Hertha unbedingt hatte spielen wollen. Kellers Rochade lautete: Leon Goretzka von Rechtsaußen auf die Sechserposition, während Chinedu Obasi Goretzka auf dem Flügel vertrat.

Schalker bezwingen Hertha BSC mit 2:0

Auch die Berliner mussten eine nicht unwesentliche Schwächung hinnehmen. Keeper Thomas Kraft war in der Nacht zu Freitag aus dem Gelsenkirchener Teamhotel abgereist, da seine Frau in Berlin kurz vor der Niederkunft stand. Für Kraft war Rune Jarstein zwischen den Hertha-Pfosten – sein erster Bundesliga-Einsatz, der schon nach 43 Sekunden zu Alptraum hätte werden können. Einen Schuss von Julian Draxler konnte der Keeper nur mit Mühe abwehren.

Die Gastgeber waren trotz ihrer massiven Personal-Probleme von Beginn an das bessere und dominante Team. Kaan Ayhan hätte dies gerne in der 9. Minute mit einem Treffer untermauert, doch sein herrlicher Freistoß aus 18 Metern prallte vom Lattenkreuz zurück ins Feld. Der zuletzt so hoch gelobte 19-Jährige Deutsch-Türke hätte vier Minuten später aber fast ein sehr bitteres Lehrgeld bezahlt, als Adrian Ramos seinen völlig verunglückten Rückpass abfing. Doch der Berliner Angreifer wusste mit dem Geschenk nichts anzufangen, er lupfte den Ball aufs Tornetz.

Dass das Schicksal den Schalkern derzeit gewogen ist, zeigte sich in der 16. Minute, als ausgerechnet der in die Mannschaft gerückte Obasi nach einem schönen Solo zur 1:0-Führung einnetzte. Obasi war es auch, der 29 Sekunden nach Wiederanpfiff Klaas-Jan Huntelaar bediente, der aus zwölf Metern zum 2:0 einschoss. „Das hat uns die Tür geöffnet“, meinte Max Meyer. In der Tat: Es war die Vorentscheidung in einer Partie, die den Schalkern ein entspanntes Wochenende einbrachte. Nur eine Schrecksekunde gab es noch. Doch Schiedsrichter Günther Perl erkannte einen Kopfballtreffer von Sebastian Langkamp (81.) nicht an.

Quelle: wa.de

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