Schalke 04

Wiederauferstehung? Jetzt will Di Santo mehr

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Franco Di Santo (l.) ist froh über das Vertrauen von Schalkes Trainer Domenico Tedesco.

Franco Di Santo ist erleichtert, seine lange Durststrecke endlich beendet zu haben. Der Stürmer von Schalke 04 bedankt sich ausdrücklich für das Vertrauen des Trainers - und sieht sich auf dem richtigen Weg.

Wiesbaden/Gelsenkirchen - Die Fans hatten sie schon mit Galgenhumor genommen, die lange Durststrecke von Franco Di Santo. „Wir saufen bis Di Santo trifft“, lauteten die von Anhängern getexteten Gesängen zur Melodie von „Go West“.

Um bei diesem Bild zu bleiben: Das Trinken hat ein Ende. Nach 598 Tagen beendete der Argentinier seine Flaute und leitete mit seinem Kopfball-Treffer den 3:1-Sieg von Schalke 04 in der zweiten Pokal-Runde beim SV Wehen Wiesbaden ein. „Da musste er eigentlich nicht mehr viel machen“, meinte Vorlagengeber Bastian Oczipka augenzwinkernd: „Ich hoffe, das gibt ihm jetzt Selbstvertrauen.“

Angesprochen auf diesen Song, war dem 28-Jährigen anzumerken, dass er ihn gar nicht so witzig gefunden hatte. „Damit beschäftige ich mich nicht“, meinte er nur.

Nur zwei Liga-Tore für Schalke

So ganz unangebracht war er aber nicht. Seit seinem Wechsel im Sommer 2015 von Werder Bremen zu den Königsblauen kam Di Santo nur auf magere zwei Liga-Tore in 45 Einsätzen. Zum Vergleich: An der Weser waren es 17 Treffer in 49 Spielen.

„Wir freuen uns alle für ihn“, sagte Trainer Domenico Tedesco: „Jeder hat ihm das gegönnt.“ Dabei verwies der 32-Jährige einmal mehr darauf, dass Di Santo das Schalker Spiel mit vielen anderen wichtigen Qualitäten bereichere: „Wenn man sich anschaut, wie viele intensive Läufe er auch schon in den vorherigen Begegnungen absolviert und energisch gepresst hat, sehen wir seinen Treffer eher als erfreuliches Nebenprodukt.“

"Wir leben von den Toren"

Für den Argentinier dürfte es aber deutlich mehr sein. Die Erleichterung war ihm bei seinem Jubel deutlich anzusehen. Selbstverständlich weiß Di Santo auch, dass seine Durststrecke ungewöhnlich lang war, auch wenn er darauf hinwies, dass seine mehrmonatige Verletzung nicht gerade förderlich gewesen sei. Aber: „Natürlich willst du als Stürmer immer treffen“, meinte der 28-Jährige: „Wir leben von den Toren. Aber wenn ich nicht treffe, helfe ich meinem Team, indem ich arbeite, kämpfe oder Tore vorbereite.“

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Dennoch hatte sich in seinen bisherigen Saison-Einsätzen nicht gerade abgezeichnet, dass Di Santo einen großen Sprung gemacht hätte und der Knoten alsbald platzen würde. Oft fehlte ihm im Strafraum sowie im direkten Abschluss die nötige Konsequenz. Wirkte in seinen Aktionen oft unglücklich.

Harmonie mit Burgstaller

Dennoch hielt Tedesco an ihm fest. „Er ist der erste Trainer auf Schalke, der mir so viele Chancen gibt, zu spielen“, meinte der Angreifer. „Ich bin jedem dankbar, der mich unterstützt. Nicht nur im Fußball.“

Dabei profitiert Di Santo nicht nur von Tedescos Vertrauen, sondern auch von seiner aktuellen taktischen Ausrichtung. Zuletzt setzte der Chefcoach stets auf einer Doppel-Spitze mit Guido Burgstaller und Di Santo, was dem Argentinier nach eigener Aussage entgegenkommt.

Gegen Wolfsburg nachlegen

„Wir haben beide die Qualität, dass wir auch mal auf die Seite ausweichen können“, erklärte er: „Ich mag es sehr, mich vorne überall zu bewegen. Wir sind ein gutes Stürmer-Duo. So können wir weiter machen. Guido ist sehr wichtig für mich, genauso wie ich für ihn. Wir helfen uns alle gegenseitig in der Mannschaft.“

Jetzt hofft Di Santo jedoch, dass er Schalke wieder vermehrt durch Tore helfen kann. Nur allzu gerne würde er im kommenden Liga-Spiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) damit weitermachen. „Ich bin erwacht“, sagte er lachend. Doch ob es wirklich die Auferstehung war, werden die nächsten Duelle zeigen. Di Santo jedenfalls sieht sich „auf dem richtigen Weg“. Auch dorthin, um weitere spöttische Gesänge zu vermeiden.

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Quelle: wa.de

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