Schalke vor dem CL-Highlight

Kippe und Bier: Foto des "Prinzen" erregt Gemüter

+
Kevin-Prince Boateng

GELSENKIRCHEN - Während sich Trainer Jens Keller rund 30 Stunden vor dem Anpfiff recht geschäftsmäßig gab („Es gibt keine andere Vorbereitung als sonst“), war immerhin Horst Heldt die Anspannung deutlich anzumerken.

„Wir wollen bei diesem geilen Event einen Vollfight abliefern“, sagte Schalkes Manager vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid (20.45 Uhr/Sky). Dabei war es nicht nur der sagenumwobene Kader der Spanier, der den 44-jährigen Heldt in eine recht kampfeslustige Stimmung brachte. Es war auch eine Indiskretion der „Bild“-Zeitung.

Dort war ein so genanntes „Leserfoto" veröffentlicht worden, dass Schalkes Kevin-Prince Boateng Zigarette rauchend und mit einer Flasche Bier im Kabinentrakt von Bayer Leverkusen zeigt. „Das wird erhebliche Konsequenzen haben“, drohte Heldt an. Das Foto war während der Dopingkontrolle nach der Partie bei Bayer Leverkusen entstanden. „Und zwar weit nach Spielende“, wie Heldt betonte.

Nach Aussage des Schalker Managers ist mittlerweile bekannt, wer das Foto geschossen und wer es der „Bild“ zugespielt hat. Zudem ermittelt nach Aussage von Heldt auch der DFB-Kontrollausschuss, was nahe legt, dass die Aufnahme von jemandem gemacht wurde, der dem Verband untersteht. „Dort haben nicht viele Personen Zugang“, sagt Heldt. In Frage kämen die Dopingkontrolleure oder Mitglieder des Schiedsrichter-Teams.

„Da werden wir jetzt einmal einen Exempel statuieren, da haben wir genügend juristische Werkzeuge“, sagte Heldt. Der sich auch über den Moment der Veröffentlichung echauffierte: „Einen Tag vor so einem wichtigen Spiel ist das natürlich ein toller Zeitpunkt.“ Laut Heldt werde der Verein auch gegen die „Bild“ und deren journalistisch fragwürdigen „Leserfotos“ juristisch ins Felde ziehen.

Derweil hat sich die Mannschaft für das Duell mit Real in Stimmung gebracht. Klaas-Jan Huntelaar, der 2009 selbst das Trikot der „Galaktischen“ getragen hatte, brennt regelrecht vor Vorfreude: „Ich habe richtig Bock darauf, gegen Real zu spielen“, sagt der niederländische Stürmer mit ungewohnter Inbrunst: „Wir können es jedem Gegner schwer machen, wenn alle 100 Prozent geben.“

Die Frage für die Schalker wird sein, ob ein richtig guter Tag der eigenen Mannschaft reicht oder ein schlechter von Madrid noch dazu kommen muss, um sich eine gute Basis für das Rückspiel am 18. März im Estadio Bernabeu zu verschaffen. Horst Heldt glaubt, dass „viel auf die Anfangsmomente des Spiels“ ankommen wird. Wer gewinnt den ersten Zweikampf? Wer hat die erste gute Chance? Und: Wie intensiv treiben die Schalker Fans ihre Mannschaft nach vorne? „Wenn alles passt, kann da was wachsen“, so der Schalke-Manager.

Fest steht, dass die Blauweißen den Kampf gegen die scheinbare Übermacht aus Madrid mit allen Mitteln angehen wollen. „Dazu gehört auch ein hartes Spiel“, sagt Heldt und ergänzt: „Ohne dabei unfair zu sein.“ Von Reals Superstar und Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist hinlänglich bekannt, dass er die harte Tour nicht unbedingt mag und dann schnell die Lust verliert. Für Trainer Jens Keller ist es entscheidend, „dass wir mutig sind“. Verstecken wolle sich sein Team nicht, schließlich spiele man mit Real im selben Wettbewerb. Keller: „Real ist eine unglaubliche Mannschaft. Aber wir sind auch nicht schlecht.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare