Talk mit S04-Boss Tönnies

Hoeneß: So werden Schalke und Co. wieder konkurrenzfähig

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Diskutierten über die Zukunft der Bundesliga: FCB-Präsident Uli Hoeneß (l.) und Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies.

Der FC Bayern ist dem Rest der Liga enteilt. Für FCB-Präsident ist es eine Frage der Zeit, bis sich das wieder ändert. Schalke-Boss Clemens Tönnies mahnt zur Geduld.

Düsseldorf - Diesen Kommentar von Clemens Tönnies wollte Uli Hoeneß nicht auf sich sitzen lassen. „Nicht noch mehr Spieler nehmen und teuer bezahlen – davon halte ich viel“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 in einer Diskussionsrunde auf der SpoBis zu seinem Kumpel mit Blick auf die Personalie Leon Goretzka. Der Präsident des FC Bayern konterte: „Wir haben ja in diesem Fall nur unser Festgeld-Konto geplündert.“

Eine Aussage, die viel über die Liga aussagt. Der FC Bayern ist allen anderen Klubs enteilt, wirtschaftlich wie sportlich. Aber das müsse kein Dauerzustand sein. „Wenn die seriös geführten Schalker ein paar Jahre hintereinander in der Champions League spielen, haben sie auch 50 bis 80 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung“, meinte Hoeneß: „Dann kann es relativ schnell gehen.“

Tönnies: Wir müssen die Furcht verlieren

So wie beim FCB, der, wie der Präsident betonte, seit den 1980er-Jahren schuldenfrei ist. Auch Tönnies sieht seine Königsblauen auf dem richtigen Weg nach Jahren der Konsolidierung: „Wir dürfen keine innere oder äußere Unruhe akzeptieren. Wir sind der letzte eingetragene Verein und haben keine Investoren. Das wollen wir auch gerne bleiben, so lange es möglich ist.“ 

Um den Kampf gegen die übermächtigen Münchner ernsthaft bestreiten zu können, müsse aber auch die „Gesamtbranche die Furcht verlieren“, sagte Schalkes Klub-Boss. „Wir arbeiten daran, dass wir auch mal dran sind – irgendwann. Ich will keine Prophezeiungen abgeben. Ich bin schon 62 und weiß nicht,ob ich das noch erlebe. Klar ist: Wir müssen uns professionalisieren und alle miteinander versuchen, dem FC Bayern die Meisterschaft abzuringen.“

Stärke der Premier League eine Momentaufnahme 

Und um auch international konkurrenzfähiger zu werden. Denn im internationalen Vergleich schafft es neben dem deutschen Rekordmeister kein Klub, mithalten zu können. Vor allem die Premier League scheint der Bundesliga weit voraus zu sein. Eine Situation, die Hoeneß nicht überbewerten möchte. 

„Vor ein paar Jahren hat man den englischen Fußball schon herunter geschrieben“, erklärte der FCB-Präsident. Er machte keinen Hehl daraus, dass die Bundesliga sportlich besser werden und „mehr junge Spieler holen und entwickeln“ müsse. Aber gleichzeitig betonte er, dass sich das Bild aus England erst einmal auf lange Sicht bestätigen müsse. Genau in diesem Punkt hat Hoeneß seine Zweifel: „Alles was in England passiert, ist, dass sie mehr Geld zur Verfügung haben. Es kommt vom Fernsehen und ihren Sponsoren beziehungsweise Besitzern. Ich bin der Meinung, dass das nicht ewig anhält.“

"In Italien modert es an allen Ecken und Enden"

Dass die Stars eben wegen des Geldes eher nach England, Spanien oder Italien wechseln, ist weder für Hoeneß noch für Tönnies verwunderlich. Auch das sei aber eine Momentaufnahme. 

„Die Italiener haben nie in Infrastruktur investiert. Da modert es an allen Ecken und Enden in den Stadien. Sie haben viel zu hohe Eintrittspreise, und jeder zweite Verein gehört einem Chinesen. Das nehmen die Italiener einem nicht ab“, sagte Hoeneß und sieht darin einen wesentlichen Vorteil für die Bundesliga, die er auf lange Sicht nicht wesentlich schlechter aufgestellt sieht als andere Top-Ligen, zumal für ihn gilt: „Wir kämpfen nicht gegen die Premier League oder La Liga. Wir machen unseren Job, um unsere Fans und Zuschauer gut zu unterhalten."

Quelle: wa.de

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