"Wieder eine Einheit werden"

André Breitenreiter auf Schalke als Trainer vorgestellt

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André Breitenreiter (links) wurde von Manager Horst Heldt vorgestellt.

[Update 16.28 Uhr] Gelsenkirchen - Der ehemalige Paderborn-Trainer André Breitenreiter wurde auf Schalke offiziell vorgestellt. Er tritt nach längerer Suche die Nachfolge von Roberto Di Matteo an.

Als der FC Schalke 04 am vergangenen Freitag die Verpflichtung des neuen Cheftrainers bekannt gab, gab das Handy von André Breitenreiter erst einmal keine Ruhe. Ex-Spieler, Mitarbeiter und Weggefährten aus seiner Zeit beim SC Paderborn meldeten sich beim 41-Jährigen.

„Und alle haben sich wahnsinnig für mich gefreut und sich bedankt für zwei wundervolle Jahre“, wie Breitenreiter verriet. Sie dürften ihm auch Glück gewünscht haben. Denn der Trainerjob auf Schalke war in den vergangenen Jahren alles andere als ein sicherer Arbeitsplatz. Warum der gebürtige Niedersachse die ostwestfälische Idylle gegen eine wahrscheinlich doch recht aufreibende Mission bei einem der unruhigsten Vereine der Bundesliga aufgibt, versuchte er bei seiner offiziellen Vorstellung zu erklären.

Teamgedanke steht im Mittelpunkt

„Mein Weggang ist absolut nachvollziehbar. Ich bin davon überzeugt, dass wir das, was wir in Paderborn umgesetzt haben – die Fans zu begeistern und attraktiven Angriffsfußball zu spielen –, nun auch mit einem europäischen Topverein wie Schalke umsetzen können“, sagte Breitenreiter im Brustton der Überzeugung und sprach vom „nächsten Schritt“. Und sein Selbstbewusstsein schien authentisch.

Wen er aus seinem Trainerteam, mit dem er in den vergangenen beiden Jahren in Paderborn zusammen gearbeitet hatte, mit nach Gelsenkirchen bringen wird, verriet Breitenreiter mit Verweis auf die noch laufenden Gespräche nicht. Es war vor allem der Teamgedanke, den Breitenreiter bei seiner Vorstellung immer wieder in den Mittelpunkt rückte.

„Die Mannschaft muss wieder eine Einheit werden, wir müssen die Fans mitnehmen und attraktiven Fußball spielen“, lautet der Plan des ehemaligen Stürmers. Einer, den andere vor ihm auch schon hatten. Und damit gescheitert waren, wie zuletzt Roberto Di Matteo oder Jens Keller. Dass seine mangelnde Erfahrung im Umgang mit so genannten Stars zum Stolperstein werden könnte, glaubt Breitenreiter nicht. „In der Bezirksliga gibt es auch Spieler, die sich für Stars halten und nicht einfach zu handlen sind“, sagt er.

Boateng und Sam ohne Zukunft auf Schalke

Boateng (links) und Sam werden nicht wieder in die Mannschaft zurückkehren.

Und fühlt sich so gerüstet für den Umgang mit Weltmeistern und Nationalspielern. Für die suspendierten Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam bleibt die Tür allerdings auch unter dem Cheftrainer Breitenreiter verschlossen. „Für sie wird es keine Rückkehr in die Mannschaft geben“, sagte Horst Heldt. Dafür verkündete der Schalker Manager, dass Mannschaftskapitän Benedikt Höwedes eine weitere Saison auf Schalke bleiben werde.

Obwohl der 27-Jährige, dessen Ausstiegsklausel am Montag ablief, Angebote aus dem Ausland gehabt habe, hätte er sich für Schalke entschieden. „Er ist der Kapitän und ein wichtiger Führungsspieler. Es ist mir wichtig, ihn an meiner Seite zu haben“, freute sich auch Breitenreiter, der Höwedes am Freitag in einem persönlichen Gespräch offenbar von seinen Plänen hatte überzeugen könnten.

Die Saison 2014/15 des FC Schalke 04 im Rückblick

Kein Verständnis für "Wappenküsser"

Nebenbei stellte Breitenreiter schon einmal klar, welche Art von Profis er nicht mag: „Es gibt für mich nichts Schlimmeres als einen Spieler, der ein Tor schießt, zur Fankurve läuft und das Wappen küsst. Und den Verein eine Woche später verlässt.“ Das Liebkosen des Vereinsemblems dürfte also künftig verpönt sein auf Schalke. Horst Heldt vermochte derweil wenig Licht in den Prozess der Trainerfindung zu bringen, in der auch der einstige Schalker Profi Marc Wilmots eine große Rolle spielte.

Galt als ein Favorit auf den Trainer-Posten: Marc Wilmots.

Der belgische Nationaltrainer hatte sich darüber echauffiert, dass Heldt behauptet hatte, dass er dem Ex-Schalker eine Absage erteilt habe. Laut Wilmots sei es genau umgekehrt gewesen. „Wir hatten in den vergangenen zwei Wochen Gespräche mit mehreren Kandidaten. Dabei haben sich zwei Favoriten heraus kristallisiert: André Breitenreiter und Markus Weinzierl“, sagte Heldt. Nachdem Weinzierl sich für einen Verbleib beim FC Augsburg entschieden hatte, war die Wahl entschieden.

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Quelle: wa.de

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