Heidel-Nachfolge

Ex-Manager Andreas Müller beklagt die fehlende Kontinuität auf Schalke

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Schalkes früherer Manager Andreas Müller beklagt fehlende Kontinuität bei seinem Ex-Klub.

Schalke 04 hat in Jochen Schneider einen neuen Sportvorstand gefunden. Doch für Andreas Müller, früherer Manager der Königsblauen, ist das Hauptproblem damit noch nicht gelöst.

Gelsenkirchen - Die große Baustelle auf Schalke ist geschlossen. Nur drei Tage nach dem Rücktritt von Christian Heidel hat der Klub mitgeteilt, dass der Ex-Leipziger Jochen Schneider neuer Sportvorstand wird. Er soll dafür sorgen, Königsblau wieder auf Kurs zu bringen. 

Doch ob das so einfach gelingen wird, daran hat Andreas Müller seine Zweifel. „Es hätte kommen können, wer will: Es bekommt dort keiner in den Griff“, sagte der Ex-Profi und frühere Manager der Königsblauen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Denn ganz gleich, welche Person auf Schalke im Amt sei – für den 56-Jährigen habe sein ehemaliger Verein drei große Probleme, die er in den Griff bekommen müsse, um eine Grundbasis zu schaffen: „Die Verbundenheit zu der Zeitung mit den vier Buchstaben, die Angst vor ihr sowie die Tatsache, dass in den entscheidenden Gremien nicht genügend fachliche Qualität vorhanden ist.“ Unter diesen Umständen sehe er die „große Gefahr, sich dauerhaft nicht in der Spitze etablieren zu können“.

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Andreas Müller kritisiert: Der sechste Sportchef unter Tönnies

Wichtige Faktoren seien für Müller Kontinuität und Ruhe – auch wenn es mal nicht so läuft. Schneider ist der sechste Sportchef unter Klub-Boss Clemens Tönnies. Seit der Trennung von Rudi Assauer 2006 beschäftigte Tönnies vier Manager. Seit November 2001, seiner ersten Wahl zum Aufsichtsratschef, verschliss Königsblau 17 Trainer.

Schon vor Jahren erklärte Tönnies, das „Trainer-Hopping“ müsse endlich ein Ende haben. Gehandelt haben sie auf Schalke nach diesem Credo allerdings nicht.

Andreas Müller: Dortmund und Gladbach als Vorbild

„Schalke“, führte Müller aus, „hat nicht viel weniger Möglichkeiten als Dortmund. Wenn man sich anschaut, wie sie es dort gemacht haben: Da musste nicht immer der Sportdirektor dran glauben, wenn es mal ein Jahr nicht lief.“ Müller selbst wurde 2009 auf Schalke beurlaubt. „Andere Vereine sind in Sachen Ruhe und Qualität weit vorne, wie etwa Gladbach und eben auch Dortmund.“

Müller verwies auf die Saison 2008/09, als der BVB unter Chefcoach Jürgen Klopp am letzten Spieltag auf Rang sechs abgerutscht war und somit den Europapokal verpasst hatte. „Wäre das auf Schalke passiert, wäre der Trainer sofort weg gewesen“, erklärte der Ex-Profi.

Ähnlich sei es nun in der Causa Heidel gewesen, in der er Tönnies kein gutes Fingerspitzengefühl unterstellte. Vor allem mit Blick auf die öffentliche Forderung nach einem Kader-Planer. „Das macht man nicht“, meinte Müller und ergänzte: „Es kann nicht sein, dass du einen Mann, den du nach bestimmten Kriterien selbst ausgesucht hat, in kritischen Situationen sofort fallen lässt.“

Andreas Müller: Elgert und Stevens im Blick

Wäre es nach Müller gegangen, hätte er sich bei der Auswahl für die sportliche Leitung auf die eigenen Reihen konzentriert. Dabei verwies er auf Norbert Elgert und Huub Stevens, die den Verein bestens kennen und ein Auge für die entscheidenden Dinge hätten: junge Spieler, gute Charaktere und Identifikation. Schließlich könne sich Schalke wirtschaftlich keine ganz großen Namen leisten. Mit Blick auf einen externen Manager, wie es nun Schneider ist, meinte Müller: „Es ist wichtig, dass er den Verein kennenlernen muss, aber nicht kennenlernen wird.“ Weil die Verweildauer seiner Vorgänger immer eine kurze war.

Für Müller bleibt es dabei, dass die Klub-Spitze sich in puncto Fußball-Kompetenz besser aufstellen müsse. Und ruhig bleibe, ohne Beziehungen zu ausgewählten Medien. „Sonst befürchte ich“, so der Eurofighter, „dass Schalke irgendwann der gleiche Weg droht wie dem HSV.“

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Quelle: wa.de

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