Schalke-Coach in der Kritik

Lienen poltert gegen Tedesco - und rudert dann zurück

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Ewald Lienen (Foto) hat unter anderem gegen Schalke-Trainer Domenico Tedesco gewettert.

Ewald Lienen hat Joachim Löw, den DFB und die Generation der jungen Nachwuchstrainer kritisiert  – darunter Schalke-Coach Domenico Tedesco.

Gelsenkirchen - Ewald Lienen und Domenico Tedesco sind sich 2017 begegnet. Lienen als Trainer, jetzt Technischer Direktor des FC St. Pauli, Tedesco als Coach von Erzgebirge Aue. "Ich mag den Domenico ja", sagte Lienen in einer Talkrunde von Sky. Dann hagelte es Kritik gegen den DFB, Jogi Löw und eben Tedesco.

Der erfahrene Fußballlehrer sieht die heutigen Ausbilder auf der falschen Bahn. Heute hätten Talente am Endes des Ausbildungstages keinen Bock mehr, da sie nur hin- und hergerannt seien: "Das ist der Tod unserer Ausbildung", so Lienen.

Die Individualität der Spieler bliebe auf der Strecke. Lienen: "Die besten Jugend-Trainer sind die, die das über 15 Jahre im gleichen Rahmen machen. Wie Elgert bei Schalke. Der hat die ganzen Weltklasse-Spieler wie Özil, Neuer und Sané herausgebracht."

Schlechte Nachwuchsarbeit

In der Nachwuchsarbeit sieht Lienen auch einen Grund für das frühe WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft. Dort seien seit Jahren falsche Schwerpunkte gesetzt worden. "Es geht nur noch darum, mit 30 Jahren Bundesliga-Trainer zu werden", monierte Lienen die falsche Orientierung der heutigen Nachwuchstrainer-Generation. Ein Seitenhieb auf Trainer-Typen wie Tedesco.

Dem warf er einen unattraktiven Fußball vor. "Nach einem halben Jahr in der 2. Liga ist der Bundesliga-Trainer. Dann lässt er wie Mourinho spielen mit 18 Mann vor dem eigenen Strafraum", sagte Lienen.

Am Freitag ruderte Lienen dann allerdings wieder zurück. "Ich bin da weit über das Ziel hinaus geschossen und habe Domenico bereits meine Entschuldigung geschrieben, nachdem ich ihn telefonisch am Donnerstagabend nicht erreichen konnte", teilte Lienen mit.

Kritik an Löw

Ein anderer bekam - bislang - keine Entschuldigung, sondern harsche Kritik: Bundestrainer Joachim Löw. "Die Arroganz, die Jogi Löw und die Nationalspieler an den Tag gelegt haben, war hanebüchen. Ich bin froh, dass sie früh ausgeschieden sind, weil das Gesamtkunstwerk erbärmlich war", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi während der Talkrunde in Hamburg.

Schon nach der Gruppenauslosung sei das DFB-Team "in absolute Arroganz" verfallen, so der 64-Jährige. Dass eine kleine Fußball-Nation wie der spätere Vizeweltmeister Kroatien statt der Deutschen bis ins Endspiel gegen Frankreich kommen konnte, machte das einstige Offensiv-Ass nahezu fassungslos. "Wir in Deutschland haben so viele gute Spieler wie die Kroaten Einwohner", erklärte der ehemalige St.-Pauli-Coach seinen kritischen Standpunkt.

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Quelle: wa.de

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