Erneuter Fehlstart für Schalke: 0:1 gegen HSV

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Frustriert: Schalkes Benedikt Höwedes. ▪

GELSENKIRCHEN ▪ Der Mann, der 24 Stunden zuvor noch gut gelaunt behauptet hatte, dass seine Mannschaft „bestens vorbereitet ist und voller Selbstbewusstsein steckt“, vergrub nach dem Schlusspfiff seine Hände in den Jackentaschen, drehte der Trainerbank den Rücken zu und stapfte mit einer Miene, die kochendes Wasser in sekundenschnelle hätte gefrieren können, schnurstracks in die Katakomben der Arena. Felix Magath war bedient. Von Jens Greinke

Der FC Schalke 04 hatte die die Rückrunde so beginnen wollen, wie er die Hinserie beendet hatte: mit einer Siegesserie. Stattdessen startete er wie in der Vorrunde mit einer Niederlage gegen den Hamburger SV. Ob das 0:1 (0:0) gegen die Hanseaten nur ein „kleiner Nackenschlag“ ist, wie Innenverteidiger Benedikt Höwedes sagte, oder erneut der Beginn einer unsäglichen Negativ-Serie der Knappen, werden die nächsten Wochen zeigen. Von allzu großer Zuversicht war in den Gesichtern der Spieler nach dem Abpfiff jedenfalls nicht mehr viel zu sehen. All die Arbeit und das Teambuilding während des zurückliegenden zehntägigen Trainingslagers in der Türkei schienen wie weggeblasen. „Das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen“, sagte Christoph Moritz. Zumal die Niederlage gegen den HSV verdient gewesen war.

Die Schalker hatten lediglich in der ersten Viertelstunde der Partie angedeutet, dass sie gewillt waren, das Spiel zu gewinnen. Danach sackte die Leistung des Teams immer weiter in den Keller, ehe sie im zweiten Durchgang einen erstaunlichen Tiefpunkt erreichte: Nach fast 45 Minuten der Hilf- und Ideenlosigkeit kamen die Schalker erst kurz vor dem Schluss zu einer Torchance, als Lukas Schmitz freistehend am Gehäuse vom Ex-Schalker Frank Rost vorbeischoss. „Der Wendepunkt war der Gegentreffer“, glaubte Angreifer Klaas-Jan Huntelaar, der in der Offensive erneut keine Akzente setzen konnte. Wie die meisten seiner Mitspieler. Sogar Nationalkeeper Manuel Neuer strahlte am Samstagabend ein ungewohnte Unsicherheit aus, auch wenn er am Gegentreffer von Ruud van Nistelrooy, der den Ball mit einer Kopfball-Handspiel-Kombination an Neuer und dem völlig indisponierten Joel Matip in der 53. Minute ins Tor bugsiert hatte.

Noch rätselhafter als der Leistungsabfall der Schalker Mannschaft nach der Winterpause war die Wechseltaktik von Felix Magath. Die Probleme auf den beiden Außenverteidiger-Positionen waren von Beginn an augenscheinlich. Ebenso wie das kreative Vakuum im Mittelfeld. Schalkes Trainer reagierte darauf erst mit großer Verzögerung, als er nach gut einer Stunde Jose Jurado für den wirkungslosen Edu und erst sieben Minuten vor Schluss Julian Draxler brachte. Zu wenig Zeit für den 17-Jährigen, der nun der bislang jüngste Schalker Bundesliga-Spieler ist, dem Spiel neue Impulse zu geben.

Dass die späte Anreise der Schalker aus dem Trainingslager in Belek einer der Gründe für die Auftaktpleite war, wurde von Trainer und Spielern bestritten. Das Team war erst am Freitag gegen 14 Uhr in Düsseldorf gelandet und hatte sich direkt danach in Duisburg einquartiert. „Ich denke, dass das überhaupt keinen Einfluss gehabt hat. Ich habe unsere Spieler nicht müde gesehen“, sagte Magath. Und Benedikt Höwedes ergänzte: „Das darf nicht als Ausrede gelten.“ Konkrete Gründe für die schlechte Leistung konnte der Innenverteidiger aber auch nicht nennen: „Ich weiß es nicht, ich habe wirklich keine Erklärung.“ Diese sollte allerdings bis zum nächsten Wochenende gefunden werden, wenn die Schalker bei Hannover 96 antreten müssen.

Quelle: wa.de

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