1. come-on.de
  2. Sport
  3. Schalke 04

Endlich wieder zu Null: Das neue alte System tut Schalke gut

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jens Greinke

Kommentare

Der Blick von Schalke-Coach Markus Weinzierl geht nach dem 3:0 gegen Augsburg wieder nach oben.
Der Blick von Schalke-Coach Markus Weinzierl geht nach dem 3:0 gegen Augsburg wieder nach oben. © dpa

Gelsenkirchen - Die Rückkehr der Schalker zur Viererkette eröffnet den Knappen neue Optionen und spült scheinbar perspektivlose Spieler wie Yevhen Konoplyanka zurück in den Kader der Königsblauen.

Ralf Fährmann kam am Sonntagabend als relativ glücklicher Mann aus der Kabine. Schalkes Keeper – mit seinen 1,96 Metern ein Kerl wie ein Baum – hatte seine Mannschaft kurz zuvor „im Spiel gehalten“, wie es Kapitän Benedikt Höwedes ausdrückte. Und spielte damit auf die 32. Minute an, als er einen Elfmeter von Augsburgs Paul Verhaegh gehalten hatte. Dass er zudem noch einen fiesen Freistoß von Konstantinos Stafylidis sensationell aus dem Winkel kratzte (40.), war da fast schon Nebensache. Dass die Schalker mal wieder zu Null spielten am Sonntag, hatte viel mit Fährmann zu tun.

Schalker fühlen sich wohl im alten System

Aber nicht nur. Schalkes Trainer Markus Weinzierl hatte zum zweiten Mal in Folge wieder mit einer defensiven Viererkette spielen lassen, was ebenfalls ein Grundstein für den klaren 3:0 (3:0)-Erfolg (der Ticker zum Nachlesen) der Schalker gewesen war. Wie bereits am vergangenen Donnerstag beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach in der Europa League kamen die Knappen mit diesem System gut zurecht. „Ich fühle mich jedenfalls wohl damit“, meinte Weinzierl.

Die Mannschaft offenbar ebenso. Laut Fährmann würde „man es sich zu einfach machen, wenn man das nur auf die Systemumstellung zurückführt“. Doch auch der Keeper muss zugeben: „In den letzten beiden Partien gegen Gladbach und Augsburg hat uns die Systemumstellung gut getan.“

Mehr taktische Variationsmöglichkeiten

Seit dem Ausfall von Naldo, der in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird, ist Weinzierl zum 4-2-3-1- beziehungsweise wahlweise zum 4-4-2-System zurückgekehrt. Die Dreier- bzw. Fünferkette war in erster Linie auf den routinierten Brasilianer zugeschnitten. Durch die neue alte Formation stehen Weinzierl nun wieder mehr taktische Varianten zur Verfügung. So agierte er beispielsweise im Gladbach-Spiel am Donnerstag in der Defensive mit der Viererkette, ließ aber in der Vorwärtsbewegung mit einer Dreierkette spielen, in die Johannes Geis als zentraler Spieler rückte.

Nicht nur Weinzierl, sondern auch die Spieler fühlen sich im aktuellen System wohl. „Es hat gut funktioniert. Die Aufmerksamkeit in der Defensive ist sehr groß. Es ist natürlich klar, dass – wenn man lange eine Fünferketter spielt und von heute auf morgen umstellt – gewisse Mechanismen vielleicht noch nicht zu 100 Prozent klappen. Aber ich denke, dass sich da jeder gut reingefuchst hat“, meint beispielsweise Höwedes.

Konoplyanka plötzlich wieder eine Option

Zudem eröffnet das jetzige System neue Optionen für Spieler, die zuletzt überhaupt keine Rolle mehr gespielt haben. Prominentester Name dabei ist sicherlich Yevhen Konoplyanka, der es phasenweise noch nicht einmal in den Kader schaffte. Was allenthalben für Verwunderung sorgte, da der offensive Ukrainer erst vor wenigen Wochen fest für gut zwölf Millionen Euro vom FC Sevilla verpflichtet worden war. Doch im 3-5-2 war für den klassischen Außenstürmer kein Platz, da er zu große Schwächen in der Defensive aufwies.

Am Sonntag erhielt der 27-Jährige mal wieder eine Mini-Chance von Markus Weinzierl, als er in der 84. Minute für den Doppel-Torschützen Guido Burgstaller eingewechselt wurde. Und tatsächlich hatte er in der 88. Minute noch die Riesenchance, das 4:0 zu erzielen. Doch „Konos“ schwacher Schuss war schließlich eine leichte Beute für FCA-Keeper Marvin Hitz gewesen. Zu viele dieser Gelegenheiten sollte sich der Ukrainer in den kommenden Wochen nicht entgehen lassen.

Viererkette gegen Gladbach wahrscheinlich

Höchstwahrscheinlich wird Weinzierl auch am Donnerstag im Achtelfinal-Rückspiel bei Borussia Mönchengladbach mit der Viererkette spielen lassen. Doch Taktik hin, Taktik her – für Höwedes ist in dieser Partie vor allem eins wichtig, wenn man trotz des 1:1 aus dem Hinspiel noch ins Viertelfinale einziehen will: „Keine Fehler zu machen.“

Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Auch interessant

Kommentare