Europapokalhelden sollen viel Fachkompetenz ausstrahlen

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Ebbe Sand, ehemaliger Schalker Torjäger, wird sportlicher Beratung beim Ruhrpott-Club.

Gelsenkirchen - Als Clemens Tönnies am Sonntag auf der Mitgliederversammlung bekannt gab, dass der ehemalige Kult-Torjäger Ebbe Sand künftig als sportlicher Berater für den FC Schalke 04 tätig sein würde, brandete großer Jubel unter den 9286 Menschen in der Schalker Arena auf.

Und Tönnies selbst riss die Arme in die Luft, als habe der Verein soeben den DFB-Pokal gewonnen. Mindestens. Ein sportlicher Beirat soll nun also mehr Fach-Kompetenz in den Aufsichtsrat der Blauweißen bringen. Neben dem mittlerweile 42-jährigen Dänen Sand, der zwischen 1999 und 2006 in 214 Bundesliga-Spielen 74 Tore für die Knappen schoss, gehören dem neuen Gremium auch der zum Schalker „Jahrhundert-Trainer“ gewählte Huub Stevens sowie „Euro-Fighter“ Mike Büskens an.

Klub-Ikonen mit hoher Wertschätzung

Allesamt Klub-Ikonen, die in der Schalker Anhängerschaft eine enorme Wertschätzung genießen. Die Rekrutierung dieser drei Schalker Idole dürfte nicht nur der fachlichen Aufwertung des Aufsichtsrates dienen, sondern auch der weiteren Befriedung der zuletzt extrem angespannten Situation zwischen Verein und Anhängerschaft.

Durch die Verpflichtung dieser drei absoluten Sympathie-Träger versuchen die Klub-Oberen, selbst wieder etwas mehr Zuneigung von den Fans zu gewinnen. Es ist ein wenig so, als würden sie ein paar alternde Superhelden zurückholen, weil die aktuellen über zu wenige Superkräfte verfügen. Man darf gespannt sein, was es nutzen wird. Die beiden neu gewählten Aufsichtsrats-Mitglieder Dr. Andreas Horn und Thomas Wiese sind wie die übrigen Aufsichtsräte keine ausgewiesenen Fußball-Experten. Horn ist studierter Human-Mediziner und Inhaber und Geschäftsführer einer Gesellschaft für Management-Psychologie. Wiese ist vom gelernten Betriebsschlosser zum alleinigen Vorstand des Aluminium-Werkes Unna aufgestiegen.

4338 Stimmen beim Wahlergebnis abgeräumt

Sportlich ist er eher in einem anderen Ressort zuhause: Er ist zugleich Geschäftsführer des aufstrebenden Reitsportzentrums Massener Heide am Kreuz Dortmund/Unna, das mit seiner weitläufigen und mit weißen Zäunen umrandeten Anlage wie die Southfork Ranch aus der TV-Serie „Dallas“ anmutet.

Wiese hatte sich in seiner Rede vor allem auf seinen beruflichen Werdegang vom einfachen Facharbeiter ohne akademischen Hintergrund zum Chef eines global agierenden Unternehmens kapriziert – und am Ende mit 4338 Stimmen das beste Wahlergebnis aller vier Kandidaten eingefahren.

So könnte fachlicher Beistand der Vereinsführung tatsächlich ganz gut tun. Vielleicht kann dieser sportliche Beirat künftig auch dafür Sorge tragen, dass die oft impulsiven Aktionen von Clemens Tönnies ein Ende haben.

Weniger Aktionismus im Verein angestrebt

Der Schalker Aufsichtsratschef selbst hatte sich am Sonntag reuig gezeigt, als er sagte; „Im Übereifer habe ich mich zu viel in die Tagespolitik von Schalke 04 eingemischt.“ Eine kurze Rücksprache mit den Herren Stevens, Sand und Büskens könnte so in Zukunft vielleicht dafür sorgen, dass der starke Mann im Verein etwas weniger aktionistisch und besonnener agiert.

Quelle: wa.de

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